Bitcoin ist kein Geld: Bundesbank-Chef zu Kryptowährungen

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Bitcoin ist kein Geld: Bundesbank-Chef zu Kryptowährungen

Bei der Eröffnungsrede des Bundesbank-Symposiums „Prometheus und Epimetheus im digitalen Zeitalter“ äußerte sich Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, zu Kryptowährungen wie Bitcoin, Ripple, Ethereum & Co. Dabei trifft man auf einige altbekannte Contra-Bitcoin-Argumente.

Dr. Jens Weidmann widmet sich in seiner Rede dem Thema Kryptowährungen. Dabei spricht er Bitcoin & Co. zunächst die Fähigkeit ab, die zentralen Funktionen des Geldes zu erfüllen:

Die zentralen Funktionen des Geldes in einer Volkswirtschaft erfüllen [Kryptowährungen] jedenfalls nicht. Denn angesichts der Kursausschläge eignen sich Krypto-Token wohl weder zur verlässlichen Wertaufbewahrung noch als Recheneinheit. Und auch als Tauschmittel kommen sie nur selten zum Einsatz, weil die Kosten der Transaktionen häufig hoch sind und die Abwicklung vergleichsweise viel Zeit in Anspruch nimmt.

Neben dieser Pauschalisierung aller Kryptowährungen kommt Weidmann auch auf das Thema Energie bei Bitcoin zu sprechen. So heißt es weiter:

Ein Faktor ist der große Energiebedarf: Unserer Schätzung nach verbrauchte eine Bitcoin-Transaktion Anfang vergangenen Jahres mehr als 400.000 mal so viel Strom wie eine normale Überweisung. Laut einer im Januar 2019 veröffentlichten Studie der BIZ sieht von 63 befragten Zentralbanken keine einzige in ihrem Land eine signifikante Nutzung von Krypto-Token. Nach wie vor interessant ist aber die den Token zugrunde liegende Distributed-Ledger-Technologie.

Die eine oder der andere mag diese Argumente bereits gehört haben: Bitcoin, nein danke; Blockchain, ja bitte! Dementsprechend verweist der Präsident auf ein gemeinsames Blockchain-Projekt der Bundesbank und der Deutschen Börse für die Wertpapierabwicklung. Hier sei ein Prototyp bereits entwickelt, das Ergebnis scheint bisher jedoch durchwachsen:

Im Ergebnis erwiesen sich die geprüften Varianten grundsätzlich geeignet für den großvolumigen Einsatz. Verglichen mit den derzeit verwendeten Systemen schnitten die Blockchain-Lösungen allerdings nicht in jeder Hinsicht besser ab: Die Abwicklung dauerte teilweise etwas länger und verursachte relativ hohe Rechenkosten.

Dr. Jens Weidemann über digitales Zentralbankengeld

Darüber hinaus äußerte sich Dr. Jens Weidemann auch zu der Möglichkeit eines digitalen Zentralbankengeldes. Dieses berge zwar grundlegendes Potential, sei jedoch ebenso mit Vorsicht zu genießen. Denn es könne, so Weidemann weiter, möglicherweise gravierende Auswirkungen haben. Unter anderem verändere es die Intermediation auf Finanzmärkten grundlegend. Das habe darüber hinaus in puncto Volatilität Einfluss auf die Bilanz der Notenbank. Außerdem könne digitales Zentralbankengeld die Stabilität des Finanzsystems unter Umständen gefährden:

[D]ie Finanzstabilität [wäre] im Krisenfall womöglich stärker gefährdet als heute, da mit digitalem Zentralbankgeld eine zusätzliche, sehr liquide und sichere Anlagealternative bestünde. Deshalb könnten sowohl „Flucht in Sicherheit“ im Allgemeinen als auch ein digitaler Bank Run im Speziellen schneller und in größerem Umfang ablaufen als in der Vergangenheit.

Dennoch sei es die Aufgabe der Notenbanken, den Bürgerinnen und Bürgern moderne, schnelle und auch internetfähige Zahlungsmittel anzubieten. Somit gehe es darum, „im Sinne der Verbraucher Lösungen am Puls der Zeit und Technik zu entwickeln, ohne unnötige Risiken für die Finanzstabilität einzugehen.“

Fazit: Wenig Neues über Bitcoin & Co.

Wirklich neue Erkenntnisse liefert die Rede des Präsidenten der Bundesbank indes nicht. Die Argumente dürften im Kreise der Krypto-Community bereits bekannt sein. Wer sich zum Thema Energieverbrauch und Geldtauglichkeit von Bitcoin informieren möchte, sei dennoch auf diese beiden Artikel verwiesen.

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