Uganda: Fairer Kaffee dank Blockchain-Software?

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Uganda: Fairer Kaffee dank Blockchain-Software?

Der ugandische Kaffeeproduzent Carico Café Connoisseur will künftig die Lieferkette seiner Bohnen mithilfe von Blockchain-Software absichern. Dies berichtet der Nachrichtendienst Reuters. Künftig will man es Kunden ermöglichen, die Herkunft ihres Kaffees festzustellen. Diese wären bereit, hierfür höhere Preise zu zahlen und würden so faire Einkommen für die Kaffeebauern in Uganda erwirtschaften.

Es ist einer der wichtigsten Verbrauchertrends der vergangenen Jahre. Immer mehr Käufer wollen genau wissen, woher die Produkte stammen, die sie im Supermarkt aus dem Regal nehmen. Bei exotischen Lebensmitteln wie Kaffee, der oft am anderen Ende der Welt sprießt, ist das besonders schwierig.

In Uganda, Afrikas größtem Kaffeeanbauland, soll nun die Blockchain-Technologie diesen Herkunftsnachweis liefern. Wie Reuters berichtet, will es Kaffeeproduzent Carico Café Connoisseur seinen Kunden bald ermöglichen, die Reise seiner Bohnen von der Plantage bis ins Regal des Supermarktes zu folgen. Die Bohnensorte, das Erntejahr und die Herkunft – all dies soll beim Einkauf künftig mithilfe von QR-Codes offen einsehbar sein. Ermöglichen soll dies eine Blockchain-Software.

Durch unveränderliche universell einsehbare Eintragungen im Blockchain-Logbuch ermöglicht es die Technologie, jeden Knotenpunkt in Vertriebs- und Lieferketten genau zurückzuverfolgen. Künftig soll so jeder Reiseschritt der Kaffeebohnen – vom Lager über die Inspektion bis zum Versand – genau dokumentiert werden.

Höhere Preise gleich faire Einkommen?

Ziel der Tech-Offensive von Carico Café Connoisseur sei es einerseits, der gestiegenen Nachfrage nach Herkunftsnachweisen zu begegnen, erklärt Geschäftsführer Mwambu Wanendeya. Anderseits könne man gegenüber den Kunden so höhere Preise rechtfertigen – und damit höhere Einkommen für die Kaffeebauern erwirtschaften.

„Rückverfolgbarkeit ist wichtig, denn Menschen sind bedacht darauf, dass Bauern für Arbeit auch entlohnt werden […] Konsumenten sind gewillt, mehr zu zahlen, wenn sie wissen, woher genau der Kaffee kommt“,

so Wanendeya über den Vorstoß seines Unternehmens gegenüber Reuters.

„Die Idee ist den Konsumenten eine Wertschätzung dafür zu geben, was auf der Reise passiert, und mehr Verbindungen zu den Bauern zu gewährleisten.“

Ob jedoch sichergestellt ist, dass die höheren Kaufpreise dann auch bei diesen ankommen, lässt er offen. Erste Probelieferungen seien bereits geglückt. Welche Software dabei zum Einsatz kam, ist jedoch nicht bekannt.

Lies auch:  OpenSC: Mehr Transparenz im Konsum? WWF und BCG machens möglich

Trend: DLT sichert Lieferketten

Derweil nehmen immer mehr Unternehmen Blockchain-Software ins Visier, um ihre Liefer- und Vertriebsketten abzusichern. Der Trend setzt sich indes neben der Logistikbranche vor allem bei Produkten durch, deren Herkunft für Käufer von entscheidender Bedeutung ist.

Beispielsweise prüfen derzeit etwa die Diamantenproduzenten De Beers und Alrosa mithilfe des Blockchain-Tracker „Tracr“, wie sogenannte Blutdiamanten vom Verkauf ausgeschlossen werden können. IBM und Ford wollen außerdem mithilfe der Blockchain-Technologie die Lieferketten konfliktbelasteter Minerale wie Kobalt auf den Prüfstand stellen.

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