Krypto-Boom Afrika: Kryptomarkt wächst in einem Jahr um 1.200 Prozent

P2P-Plattformen haben laut Chainanalysis einen sehr großen Anteil am gigantischen Wachstum des Kryptomarktes in Afrika. Gut möglich, dass ein Land auf dem Kontinent bald El Salvador nacheifert.

Christian Stede
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Lagos, Nigeria, Afrika

Beitragsbild: Shutterstock

Daten von Chainalysis zufolge ist der Kryptowährungsmarkt in Afrika seit dem vergangenen Jahr erheblich gewachsen. Aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht geht hervor, dass sein Wert zwischen Juli 2020 und Juni 2021 um mehr als 1.200 Prozent gestiegen ist. Dazu trägt insbesondere eine hohe Akzeptanz in Kenia, Südafrika, Nigeria und Tansania bei. Chainalysis fügte hinzu, dass die Popularität von P2P-Plattformen einer der treibenden Faktoren für eine größere Krypto-Akzeptanz in der Region gewesen sein könnte. Der Hintergrund dafür ist, dass einige Länder das Senden von Geld an Börsen durch lokale Banken eingeschränkt oder verboten haben.

In vielen dieser Märkte in Afrika können die Menschen kein Geld von ihren Bankkonten an eine zentrale Börse senden. Sie sind daher auf P2P angewiesen. Zudem werden Krypto-Produkte immer benutzerfreundlicher, sodass sie mehr Menschen in die Krypto-Wirtschaft einführen können. Sie zeigen ihnen, dass Krypto schneller, billiger und bequemer ist

, zitiert der Report Artur Schaback, COO und Mitbegründer der beliebten P2P-Börse Paxful.

Einer der wichtigsten Anwendungsfälle von Kryptowährungen in Afrika sind Überweisungen. Im Jahr 2019 erhielt Subsahara-Afrika geschätzte Überweisungen im Wert von mindestens 48 Milliarden US-Dollar. Von diesen ging etwa die Hälfte nach Nigeria, so eine Studie des Brookings Institute. Das meiste Geld fließt aus Europa und Nordamerika nach Afrika, aber auch zwischen den afrikanischen Ländern gibt es ein großes Volumen an Rücküberweisungen. Viele afrikanische Nutzer verlassen sich auch auf Kryptowährungs-Transaktionen für internationale Handelsgeschäfte. Schaback weiß von mehreren Beispielen afrikanischer Geschäftsinhaber, die Kryptowährung nutzen, um Waren für den Import und den Verkauf im Inland zu bezahlen.

Dient El Salvador als Vorlage für afrikanischen Kryptomarkt?

Bekanntlich ist eines der Hauptargumente, mit denen El Salvadors Präsident Bukele Bitcoin zu einer offiziellen Landeswährung machte, das Einsparen von Transaktionskosten. Nicht nur andere Länder Mittel- und Südamerikas achten nun mit Argusaugen darauf, ob das Vorhaben von Erfolg gekrönt ist. Auch in Afrika denkt man über die Vorzüge der Blockchain-Technologie und den Fortschritt der Bitcoin-Adaption nach. Das beweist ein aktueller Tweet von Simbabwes Finanzminister. 

Weitere Vorhaben in Afrika betreffen unter anderem Nigeria. Das Land plant, seine digitale Zentralbankwährung (CBDC) namens eNaira ab dem 1. Oktober zu testen. Südafrika beteiligt sich ebenfalls an einer gemeinsamen Initiative mit Australien, Singapur und Malaysia zur Einführung einer an die Fiat-Währung gekoppelten digitalen Währung. Ein mögliches Startdatum für die Erprobung der CBDC gibt es gleichwohl noch nicht. 

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