Twitter löscht massenhaft Scam-Accounts

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Twitter hat ein Problem mit Fake-Accounts, die betrügerische Ziele verfolgen. Gerade innerhalb der Krypto-Community ist das längst bekannt. Nun geht der Kurznachrichtendienst allerdings im großen Stil gegen diese Scams vor und löscht massenhaft Twitter-Konten.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von David Scheider

Bereits im September berichtete BTC-ECHO, dass sich Twitter-CEO Jack Dorsey vor den Mitgliedern des United States House Committee on Energy and Commerce (E&C) zu zahlreichen betrügerischen Twitter-Accounts äußern musste. Insbesondere die sogenannten Giveaway-Scams sind mittlerweile über die Grenzen der Kryptoszene berüchtigt. Zu oft fallen leider noch Nutzer auf die Versprechen der Scammer herein, für einen kleinen Krypto-Betrag ein Vielfaches zurückzuerhalten. Die Möglichkeit, diese kriminellen Konten zu melden, kann gegen die Schnelligkeit der Eröffnung eines neuen Accounts nicht mithalten. Nun hat Twitter offensichtlich selbst zu einem Rundumschlag ausgeholt und zahlreiche verdächtige Konten gelöscht.

Krypto-Börsen büßen Follower ein

Schaut man sich die Follower-Zahlen der großen Krypto-Börsen an, fällt auf, dass diese in kurzer Zeit rapide abgenommen haben. So berichtete ihodl.com am 8. November, dass in der Zeit vom 29. Oktober bis zum 1. November die großen Krypto-Börsen Binance und OKEx jeweils fast 3.000 Abonnenten verloren haben. Coinbase muss knapp 2.000 Follower einbüßen, Bitfinex verlor 1.473, Bitstamp 1.247 und OKCoin 511. Zum einen lässt dies darauf schließen, dass viele der nun gelöschten Konten nur für die Teilnahme an Airdrops erstellt worden waren. Diese Masche lässt sich leicht nachvollziehen. Je mehr Twitter-Accounts man eröffnet, desto mehr free money kann man absahnen. Zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die gelöschten Konten mit Giveaway-Scams in Verbindung gebracht wurden. Erst am 5. November war Elon Musk Opfer eines solchen Betrugs geworden.

Aufklärung statt Löschung


Die Forscher des amerikanischen Unternehmens Duo Security nutzten im August dieses Jahres maschinelle Algorithmen, um Bot-Konten zu identifizieren. Dazu sammelten und analysierten sie von Mai bis Juli 88 Millionen öffentliche Konten mit insgesamt über einer halben Million Tweets. Dabei konnte Duo Security ein komplexes, umfangreiches Netzwerk von mindestens 15.000 mit Krypto-Betrug in Verbindung stehenden Bots auf Twitter aufdecken.

Diese Größenordnung verdeutlicht, dass das großflächige Löschen von betrügerischen Twitter-Konten zwar ein erster Ansatz ist, um die ehrlichen Nutzer zu schützen. Allerdings ist es naiv, anzunehmen, betrügerische Konten komplett eliminieren zu können. Dafür werden neue Scam-Accounts zu schnell wiedereröffnet und erinnern ein wenig an die Hydra, der an der Stelle des abgeschlagenen Kopfes zwei neue wachsen. Entsprechend würde sich empfehlen, statt auf die Löschung von Betrügerkonten mehr in die Aufklärung der Nutzer zu setzen. Denn wenn niemand darauf hereinfällt, lohnt sich der Scam auch nicht mehr.

BTC-ECHO


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