Wallet: Bitcoins sicher aufbewahren

Ein Bitcoin-Wallet verwahrt die privaten Schlüssel, die ein jeder Nutzer benötigt, um Zugriff auf eine Bitcoin-Adresse zu erhalten und Guthaben zu empfangen oder zu versenden. Es gibt verschiedenen Wege Bitcoins sicher aufzubewahren und gleichzeitig eine Adresse zu erhalten. Folgende Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Bitcoin bieten sich dem Nutzer:

  • Desktop-Wallet (lokal)
  • Mobile-Wallet (App-basiert)
  • Online-Wallet (online)
  • Hardware-Wallet (auf einem Stick)
  • Paper-Wallet (auf Papier)

Bitcoins sind ein hochmodernes Äquivalent zu Bargeld. Täglich steigt die Anzahl der Unternehmen, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Neben dem Wissen darum, wie Bitcoins gemined werden und wie eine Bitcoin-Transaktion durchgeführt wird, ist es essentiell, sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Aufbewahrung von Bitcoin auseinanderzusetzen.

Aus technischer Perspektive bewahrt man streng genommen eigentlich keine Bitcoins auf, sondern man bewahrt vielmehr die digitalen Schlüssel (Keys) auf, mit denen man auf eine öffentliche Bitcoin-Adresse zugreifen und eine Transaktion autorisieren kann. Diese Informationen über die digitalen Schlüssel werden in einem Bitcoin-Wallet aufbewahrt. Dabei lassen sich Bitcoin-Wallets wie oben aufgezeigt in fünf verschiedene Kategorien einteilen, deren Eigenschaften im Folgenden näher beleuchtet werden.

Desktop-Wallet

Wer bereits einen originalen Bitcoin-Klienten (Bitcoin-Core-Wallet) installiert hat, der verwendet bereits ein Wallet – vielleicht gar ohne dies zu wissen. Neben der Weiterleitung von Transaktionen im Netzwerk kann die Software eine Bitcoin-Adresse generieren, um Bitcoin-Guthaben zu empfangen und zu versenden sowie um die dazugehörigen Keys aufzubewahren.

Es gibt jedoch auch eine Fülle anderer Desktop-Wallets, die unterschiedliche Features anbieten. MultiBit läuft unter Windows, Mac OS X und Linux. Hive ist ein auf Mac OS X basierendes Wallet mit ein paar einzigartigen Features inklusive eines App-Stores mit Zugriff auf verschiedene Bitcoin-Services. Manche Desktop-Wallets hingegen zielen einzig auf die Sicherheit ab: der Anbieter Armory etwa fällt in genau diese Kategorie. Andere Wallets wie beispielsweise DarkWallet setzen auf Anonymität. Dieses Wallet ist ein Browser Plugin, das mithilfe eines sogenannten Coin-Mixers die Guthaben der Nutzer untereinander austauscht und dadurch das Tracking erschwert und die Identität verschleiert.

Mobile-Wallet

Desktop-Wallets sind sehr unpraktisch, wenn es darum geht in Shops oder auf der Straße mit Bitcoin zu bezahlen. Hier kommen die mobilen Wallets ins Spiel. Mobile-Wallets werden als App auf dem Smartphone installiert und verwahren die privaten Schlüssel direkt auf dem mobilen Endgerät. Somit können mit dem Handy in Sekundenschnelle Bitcoins empfangen und versendet werden.

Manche mobilen Bitcoin-Wallets unterstützen sogar die Near-Field-Communication Technologie (NFC). Hierbei muss das Smartphone lediglich an das Terminal gehalten werden und es bedarf keines gescannten QR-Codes oder einer Bitcoin-Adresse.

Eine Eigenschaft haben alle mobilen Wallets jedoch gemein: sie sind keine vollwertigen Bitcoin-Klienten, denn dazu müssten sie sich die stetig wachsende und mittlerweile mehrere Gigabyte große Blockchain downloaden. Dies würde vermutlich das Datenvolumen vieler Handynutzer sprengen und ist somit nicht markttauglich. Deshalb nutzen nahezu alle mobilen Wallets die Simplified Payment Verification (SPV), die lediglich einen kleinen Teil der Blockchain herunterlädt, der jedoch für eine sichere Transaktion vollkommen ausreicht.

Zu den Anbietern von Android- und iOS-Wallets gehören Jaxx, Bread Wallet, Bitcoin Wallet, Mycelium, Xapo und Blockchain. Sie verwahren die Schlüssel verschlüsselt auf dem Mobiltelefon und erstellen zudem eine webbasierte Sicherheitskopie.

 

bitcoin smartwatch
Das Aegis Bitcoin Wallet läuft sogar auf der Android Smartwatch

Online-Wallet

Webbasierte Wallets verwahren die privaten Schlüssel online auf einem Server, der von einer externen Partei verwaltet wird. Ein großer Vorteil der Online-Wallets ist ihre Verfügbarkeit. Es bedarf lediglich eines Internetzugangs auf einem mobilen Endgerät. Ein Nachteil von Online-Wallets hingegen ist, dass die Keys von externen Unternehmen verwaltet werden. Entsprechend kann der Nutzer nicht selbst überprüfen, ob die Server der Anbieter ausreichend abgesichert sind. Zudem hat der externe Anbieter theoretisch volle Kontrolle über die Bitcoin-Bestände der Nutzer.

Coinbase ist eine weltweite Bitcoin-Börse und ein Bitcoin-Wallet zugleich. Nutzer aus den USA und Europa können hier Bitcoin kaufen und verwahren. Circle bietet seinen Nutzern ebenfalls die Möglichkeit weltweit Bitcoins zu kaufen und zu verwahren. In den USA können Nutzer ihr Bankkonto zum Kauf von Bitcoin direkt mit der Plattform verbinden. Nutzer aus Europa können Bitcoins mit Kreditkarte erwerben. Blockchain ist mit mehreren Millionen Nutzern ebenfalls ein sehr bekannter Anbieter.

Videotutorial (Bitcoin-Online-Wallet erstellen):

Strongcoin bietet sogar eine Hybridlösung. Hier werden die Schlüssel zunächst über den Browser verschlüsselt, bevor sie im Online-Wallet abgelegt werden.

Hardware-Wallet

Hardware-Wallets sind bislang noch sehr limitiert. Sie bieten die Möglichkeit, die privaten Schlüssel elektronisch zu verwahren und Zahlungen zu tätigen.

Trezor Hardware-Wallet

Bitcoin-TrezorDas Trezor Hardware Wallet kann auf der Unternehmensseite  (Satoshi Labs, 99 USD) oder über Amazon erworben werden.

Ledger USB-Wallet

ledger wallet small
Ledger Wallet HW.1
ledger wallet
Ledger Nano

Das Ledger Wallet kann für 39,90 € (Ledger Nano) bzw. 23,90 € (Ledger HW.1) über Amazon erworben werden.

Ledger Wallet protects your bitcoins

Paper-Wallet

Eine der bekanntesten und günstigsten Methoden für die sichere Verwahrung von Bitcoins sind sogenannte Paper-Wallets. Es gibt viele verschiedene Anbieter für Paper-Wallets, die eine Bitcoin-Adresse für die Nutzer erstellen und mit zwei QR-Codes auf Papier drucken: Ein QR-Code beinhaltet eine öffentliche Adresse, um Bitcoins zu empfangen, und der andere QR-Code beinhaltet den privaten Schlüssel für das Verwahren und Versenden von Bitcoins.

Tutorial – so erstellt man ein Paper-Wallet

Paper Bitcoin Wallet

Ein großer Vorteil der Bitcoin Paper-Wallets ist, dass die privaten Schlüssel zu 100% offline aufbewahrt werden und somit kein Ziel für Cyberattacken darstellen.

Sind Bitcoin-Wallets sicher?

Die Sicherheit von Bitcoin-Wallets ist eng verbunden mit der Vorsicht des Nutzers. Der private Schlüssel ist der einzige Weg, um auf Bitcoins in einem Wallet zugreifen zu können. Verliert der Nutzer den Schlüssel zu seinem Wallet, verliert er auch die Bitcoins in dem betroffenen Wallet. Wallets sind daher nur in dem Maße sicher, in dem die Schlüssel zu ihnen sicher verwahrt werden. Solange niemand Zugriff auf die Schlüssel erlangt, kommt auch niemand an die Bitcoins im Wallet.

Sind Bitcoin-Wallets anonym?

Auf der einen Seite ist das ganze Bitcoin-Netzwerk anonym. Auf der anderen Seite sind alle Transaktionen mit ihren dazugehörigen Bitcoin-Adressen transparent und nachvollziehbar in der Blockchain dokumentiert. Entsprechend ist es korrekter Bitcoin als pseudoanonym anstatt als anonym zu bezeichnen.

Während manchen Unternehmen und Behörden daran gelegen ist, Transaktionen nachverfolgen zu können, machen es sich andere Unternehmen zur Aufgabe, Transaktionen mittels Stealth-Adressen und Coin-Mixing nahezu unverfolgbar zu machen

BTC-ECHO

Paper wallet image via zcopley / Flickr (CC)

Bildquellen

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