Trotz Verbot: Chinas Börsen handeln nun in Hongkong



Chinas führende Kryptobörsen, OKCoin und Huobi, heißen jetzt OKEx und Huobi Pro und sind nun in Hongkong ansässig. Als Alternative für chinesische Investoren wollen sie nun auf peer-to-peer-basierende Handelsformen anbieten. Außerdem wird der Handel auf Fiatwährungen wie den chinesischen Yuan ausgeweitet.

Zuvor boten die Börsen ausschließlich den Handel von Kryptowährung zu Kryptowährung an. Zudem ist die Zentrale der Kryptowährungen nun in Hongkong statt in Beijing. Der Plan ist es nun, zwischen dem vorhandenen System und einem Peer-to-Peer-Model zu wechseln. Außerdem will man die Reichweite auch international zu erweitern. Momentan eröffnet man zum Beispiel eine Plattform in Südkorea in Zusammenarbeit mit Bithumb. Auch planen die Betreiber der Börsen Kooperationen mit Singapur.

Hongkong hat Sonderrechte

Durch die Verschiebung des Standortes können sich die Börsen den Rechten der chinesischen Aufsichtsbehörden entziehen. Hongkong stellt eine Sonderverwaltungsregion der Volksrepublik dar. Daher gelten dort andere Rechte, das Verbot wird clever umschifft. Auch handelt es sich nicht mehr um reine Krypto-Börsen, da inzwischen auch Fiatwährungen gehandelt werden können.

Der Standort- und Systemwechsel sind eine Reaktion auf die im letzten Monat ausgesprochenen Verbote der Volksrepublik. So wurden Initial Coin Offerings weitläufig verboten und die Krypto-Börsen dazu gezwungen, zu schließen. Viele Händler reagierten, indem sie auf ausländische Krypto-Börsen auswichen.

Laut OKEx ist der Yuan momentan die einzige Währung, die man auf der P2P-Plattform handeln kann. Lennix Lai, Finanzmarktdirektor von OKEx, hat angegeben, dass die Plattform bereits kurz nach Launch 8000 Anmeldungsanfragen bekommen hat.

Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr, dass Verbote nicht ausreichen, um den Vormarsch der Kryptowährungen einzudämmen. Gerade aufgrund der schweren Nachverfolgbarkeit in den Weiten des Netzes ist es staatlichen Behörden kaum möglich, den Handel einzudämmen. Regulierungsversuche wie in der Ukraine scheinen da sehr viel sinnvoller zu sein, als die aktuellen Verbote, wie aktuell in der Volksrepublik China oder in Vietnam.

BTC-ECHO

Über Phillip Horch

Phillip HorchPhillip Horch hat im Oktober 2017 sein Masterstudium in Literatur-Kunst-Medien an der Uni Konstanz abgeschlossen und arbeitet seitdem als freier Journalist. Bereits während seinem Studium hat er für verschiedene Magazine geschrieben und fasst nun in Berlin Fuß. Im Fokus seines journalistischen Schaffens stehen vor allem die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, sodass er sich seit einiger Zeit auch mit dem Themenkomplex Blockchain und Kryptowährungen befasst.

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