Eine neue Altcoin-Season könnte den Markt erneut kräftig durchmischen. Entscheidend dürfte sein, welche Projekte mehr bieten als nur Hoffnung auf steigende Kurse.
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XRP ist die native Kryptowährung des XRP Ledger (XRPL), einer öffentlichen Blockchain für schnelle und kostengünstige Transaktionen. XRP wurde als Brücken-Asset für internationale Zahlungsabwicklung konzipiert und nutzt kein Mining, sondern ein eigenes Validatoren-basiertes Konsensverfahren.
| Erstellt | 2012 |
| Entwickler | David Schwartz, Jed McCaleb, Arthur Britto (u.a.); Ripple Labs |
| Konsensmechanismus | XRP Ledger Consensus Protocol |
| Max. Angebot | 100 Mrd. XRP (alle vorgeminted) |
| Transaktionszeit | 3–5 Sekunden |
| Mindestgebühr (Standard) | 0,00001 XRP; tatsächliche Gebühr wird verbrannt |
| SEC-Fall | beigelegt August 2025 (Strafe: ~125 Mio. USD) |
XRP ist die native digitale Währung des XRP Ledger (XRPL), einer öffentlichen Blockchain, die 2012 von David Schwartz, Jed McCaleb und Arthur Britto entwickelt und gemeinsam mit Chris Larsen veröffentlicht wurde. Das Unternehmen Ripple Labs hat die Technologie seitdem weiterentwickelt, ist jedoch vom XRP Ledger selbst zu unterscheiden: Der XRPL ist ein quelloffenes Protokoll, das unabhängig von Ripple existiert. Primäres Einsatzgebiet ist die schnelle, günstige Abwicklung internationaler Zahlungen.
XRP unterscheidet sich in mehreren wesentlichen Punkten von Bitcoin und Ethereum. Es gibt kein Mining: Alle 100 Milliarden XRP wurden bei der Entstehung des Netzwerks vorgeminted. Der Konsensmechanismus ist kein Proof of Work und kein klassisches Proof of Stake, sondern ein eigenes Verfahren namens XRP Ledger Consensus Protocol. Transaktionen werden in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Sekunden abgeschlossen.
Die häufigste Verwechslung im XRP-Umfeld betrifft das Verhältnis zwischen XRP und Ripple. Ripple ist ein US-amerikanisches Finanztechnologieunternehmen mit Sitz in San Francisco, das Zahlungsprodukte für Banken und Finanzdienstleister entwickelt. XRP ist die Kryptowährung des XRP Ledger – eines offenen Netzwerks, das nicht im Besitz von Ripple steht und nicht von Ripple kontrolliert wird.
Ripple hält jedoch einen erheblichen Teil der XRP-Bestände. Bei der Gründung wurden 80 Milliarden XRP an Ripple Labs zugeteilt; das Unternehmen hält einen Großteil davon in Escrow-Konten und gibt monatlich bis zu 1 Milliarde XRP frei. Diese Konzentration ist ein häufig diskutiertes Thema in der Debatte über die Dezentralisierung des Netzwerks.
Der XRP Ledger nutzt das XRP Ledger Consensus Protocol (historisch auch als Ripple Protocol Consensus Algorithm bekannt). Anders als beim Bitcoin Mining konkurrieren hier keine Miner um Rechenaufgaben. Stattdessen schlägt jeder Validator-Server den Transaktionsstatus vor, den er für korrekt hält, und orientiert sich dabei an den Validatoren seiner konfigurierten Unique Node List (UNL). Durch wiederholte Abstimmungsrunden bildet sich eine qualifizierte Mehrheit heraus, bis ein gemeinsamer Ledger-Abschluss erreicht wird. Dieser Prozess dauert in der Regel 3 bis 5 Sekunden.
Die Mindestgebühr für eine Standardtransaktion liegt derzeit bei 0,00001 XRP. Die tatsächlich erforderliche Gebühr kann je nach Transaktionstyp und Netzwerklast höher liegen; sie wird vollständig verbrannt, was das Gesamtangebot schrittweise reduziert. Welche Validatoren als vertrauenswürdig gelten, richtet sich nach der konfigurierten UNL. Sowohl Ripple Labs als auch die XRP Ledger Foundation veröffentlichen empfohlene Validatorlisten; Nutzer können eigene Listen konfigurieren.
| Merkmal | Bitcoin (BTC) | Ethereum (ETH) | XRP |
|---|---|---|---|
| Konsens | Proof of Work | Proof of Stake | XRP Ledger Consensus Protocol |
| Block-/Ledger-Intervall* | ~10 Minuten | ~12 Sekunden (Slot) | 3–5 Sekunden (Ledger) |
| Transaktionsgebühr | variabel | variabel (Gas) | mind. 0,00001 XRP; wird verbrannt |
| Max. Angebot | knapp unter 21 Mio. BTC | kein fixes Maximum | 100 Mrd. XRP (vorgeminted) |
| Ursprünglicher Einsatzzweck | Dezentrales Zahlungsmittel | Dezentrale Anwendungsplattform | Brücken-Asset für internationale Zahlungen |
| Mining | Ja | Nein (seit 2022) | Nein |
* Die Zeitangaben sind nicht direkt vergleichbar: Bei Bitcoin bezeichnet die Angabe das durchschnittliche Blockintervall, bei Ethereum die Slot-Zeit, beim XRPL den Abschluss eines Ledger-Zustands.
Ripple Labs bewirbt XRP vor allem als Brücken-Asset für internationale Überweisungen. Das Produkt On-Demand Liquidity (ODL) nutzt XRP, um Liquiditätskosten bei grenzüberschreitenden Zahlungen zu reduzieren: Statt Vorfinanzierungskonten in lokaler Währung zu unterhalten, konvertieren Banken und Zahlungsdienstleister in Echtzeit über XRP. Der Sender wandelt Landeswährung in XRP um, überträgt es innerhalb von Sekunden und der Empfänger konvertiert zurück in die Zielwährung.
Im Dezember 2024 brachte Ripple Labs mit Ripple USD (RLUSD) einen eigenen US-Dollar-Stablecoin auf den Markt, der nativ auf dem XRP Ledger sowie auf Ethereum ausgegeben wird. RLUSD ist vollständig reservegedeckt und ergänzt die Zahlungsinfrastruktur von Ripple um ein stabiles Tauschmittel innerhalb des XRPL-Ökosystems.
Der XRP Ledger selbst hat sich über die reine Zahlungsabwicklung hinaus weiterentwickelt. Seit März 2024 verfügt der XRPL über einen protokolleigenen Automated Market Maker (AMM), der mit dem nativen Orderbuch-DEX integriert ist und dezentralen Tokenhandel direkt auf dem Ledger ermöglicht. Seit dem 30. Juni 2025 ist außerdem eine EVM-kompatible Sidechain im Mainnet live: Die XRPL EVM Sidechain ist technisch eine separate Blockchain – nicht das XRPL-Mainnet selbst –, bringt aber EVM-kompatible Smart-Contract-Funktionalität in das Ökosystem und ermöglicht die Portierung von Ethereum-Anwendungen.
Im Dezember 2020 klagte die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC gegen Ripple Labs, XRP als nicht registriertes Wertpapier verkauft zu haben. Der Fall prägte die Kryptobranche in den USA grundlegend, da er erstmals gerichtlich klärte, unter welchen Umständen ein Token als Wertpapier gilt. Das Gericht entschied im Juli 2023, dass Ripples programmatische XRP-Verkäufe über Handelsplattformen unter den konkreten Umständen keine Verkäufe von Investmentverträgen darstellten, während bestimmte institutionelle Direktverkäufe als nicht registrierte Wertpapierangebote behandelt wurden.
Im August 2024 verhängte das Gericht eine Strafe von rund 125 Millionen US-Dollar sowie eine Unterlassungsverfügung. SEC und Ripple legten zunächst jeweils Berufung ein. Am 7. August 2025 zogen beide Seiten ihre Berufungen zurück; damit blieb das Urteil von 2024 bestehen – eine zuvor diskutierte Reduzierung der Strafe kam nicht zustande. Der mehrjährige Rechtsstreit hat den XRP-Kurs und die Branchendebatte über Krypto-Regulierung in den USA erheblich geprägt.
Seit November 2025 sind in den USA mehrere XRP-Produkte mit direktem Exposure erhältlich, darunter der Canary XRP ETF und der zur ETF-Struktur umgewandelte Grayscale XRP Trust. Damit wurde XRP institutionellen Anlegern über regulierte Vehikel zugänglich, ähnlich wie bei Bitcoin und Ethereum ETFs zuvor. In Europa sind Exchange Traded Products (ETPs) auf XRP seit Längerem erhältlich, unter anderem über Emittenten wie Valour oder WisdomTree.
Die Zulassung von XRP ETFs in den USA hat die Sichtbarkeit der Anlageklasse bei institutionellen Investoren erhöht. Für Privatanleger in der EU gelten dabei je nach Ausgestaltung des Produkts unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen.