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Indikatoren, Fundamentaldaten und Co. Ist der Boden am Krypto-Markt erreicht? Das spricht dafür

Erholt sich der Krypto-Markt vom jüngsten Crash oder geht es noch weiter bergab? 6 Gründe, die dafür sprechen, dass der Boden erreicht ist.

Leon Waidmann
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Krypto

Beitragsbild: Shutterstock

Der tiefe Fall der Krypto-Börse FTX könnte den Wendepunkt eines ohnehin schon gebeutelten Krypto-Marktes markiert haben. Denn ein Markt, der seit vielen Monaten seitwärts beziehungsweise leicht negativ tendiert und schon diverse Krisen hinter sich gebracht hat, könnte nun nur noch eine Richtung kennen: nach oben. Im Folgenden daher sechs Indikatoren im Überblick, die vermuten lassen, dass wir das Schlimmste des Bärenmarktes überstanden haben und es wahrscheinlich ist, dass wir in den nächsten Monaten höhere Kurse bei Bitcoin und Co. sehen werden.

1. Verkaufsdruck am Krypto-Markt lässt nach

Einer der Hauptgründe, warum wir den Boden am Krypto-Markt eventuell bereits gesehen haben, ist, dass der größte Teil der Deleveraging-Phase nun hinter uns liegen dürfte. Denn riesige Krypto-Unternehmen wie Three Arrows Capital, Celsius, FTX und BlockFi sind allesamt pleite.

Natürlich ist es schwer zu sagen, ob das Debakel um FTX nicht noch weitere Firmen mit in den Abgrund reißt. Derzeit sieht es jedoch nicht danach aus, dass dem Krypto-Markt noch eine weitere Insolvenz eines vergleichbar großen Unternehmen wie FTX droht.

Zwar haben andere Krypto-Unternehmen, wie beispielsweise Genesis, Grayscale und Gemini, infolge des FTX-Debakels ebenfalls mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen, diese scheinen nach neuesten Erkenntnissen jedoch nicht dasselbe Ausmaß zu haben. Der größte Teil des Verkaufsdrucks der laufenden oder bevorstehenden Insolvenzverfahren dürfte daher von Investoren bereits erwartet werden und schon am Markt eingepreist sein.

2. Zinsen im DeFi-Bereich steigen wieder

Im Gegensatz zu den traditionellen Finanzmärkten, bei denen die Zinsen auf bestimmte Vermögenswerte in erster Linie von den makroökonomischen Zinsbedingungen der Zentralbanken abhängig sind, werden Zinsen im DeFi-Space vor allem durch die Höhe der Nachfrage nach Krypto-Assets generiert. Seit dem Tiefpunkt der durchschnittlichen Zinsen auf Krypto-Assets im DeFi-Sektor am 9. Juni 2022 befindet sich die Höhe der durchschnittlichen Zinsen in einem Aufwärtstrend.

DeFi Yield
Durchschnittliche Zinsen auf Krypto-Assets im DeFi-Space. Quelle: defilama.com

Höhere DeFi-Renditen sind in der Regel mit höheren Kursen von Kryptowährungen verbunden. Denn Kleininvestoren und Institutionen nehmen in erster Linie Kredite im DeFi-Space auf, um sich Fremdkapital zu beschaffen oder um Renditestrategien zu verfolgen. Höhere Renditen bedeuten, dass die Kreditnehmer bereit sind, höhere Kapitalkosten zu zahlen, was auf eine bessere Kapitalisierung der Kreditnehmer insgesamt hindeutet. Darüber hinaus signalisieren steigende Renditen für die Kreditaufnahme, dass die Kreditnehmer zu risikoreicheren Investitionsstrategien übergehen, was sich insgesamt positiv auf Anlageklassen wie Kryptowährungen auswirkt.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wäre das ein bullishes Signal für den gesamten Krypto-Markt.

3. Smart Money schichtet Stablecoin-Vermögen um

Ein weiterer bullisher Indikator der Krypto-Analysefirma Nansen deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren derzeit ihre Stablecoin-Bestände umschichten. Anhand von On-Chain-Daten verfolgt Nansen die Krypto-Allokationen professioneller Investoren. Die Daten zeigen, dass als “Smart Money” bezeichnete Investoren am 9. November rund 38 Prozent ihrer Krypto-Investitionen in Stablecoins gehalten haben.

Seit diesem Höchststand ist dieser Prozentsatz jedoch rückläufig. Derzeit machen Stablecoins nur noch 27 Prozent des Portfolios von Profi-Investoren aus. Es ist jedoch schwer zu beurteilen, ob diese Entwicklung darauf zurückzuführen ist, dass das Smart Money seine Stablecoins aktuell in andere Krypto-Token tauscht. Fakt ist aber, dass während früherer Krypto-Bullenmärkte der Anteil an Stablecoins in den Portfolios des Smart Money deutlich niedriger gewesen ist.

4. Ethereum-Fundamentaldaten sind bullish

Im Gegensatz zu Bitcoin hat Ethereum am 11. November infolge des FTX-Crashs keinen neuen Kurstiefpunkt erreicht. Während Bitcoin unter die Marke von 16.000 US-Dollar gefallen ist, konnte sich Ethereum trotz des Crashs knapp über dem im Juli erreichten Tiefstand bei rund 1.000 US-Dollar halten.

Zurückzuführen sein dürfte das hauptsächlich auf die veränderten Fundamentaldaten von Ethereum. Infolge des Ethereum Merges ist die Inflationsrate von Ethereum erstmals deutlich unter die von Bitcoin gefallen.

Ethereum Inflationsrate

Krypto
Ethereum (PoS) vs. Bitcoin vs. Ethereum (PoW). Quelle: Ultra Sound Money.

Konkret bedeutet das, dass Ethereum seit dem Merge einem geringeren Verkaufsdruck ausgesetzt gewesen ist als Bitcoin. Darüber hinaus hat auch der DeFi-Sektor auf Ethereum durch die zunehmende Adoption von Layer-2-Netzwerken wie Arbitrum, Polygon oder Optimism profitiert.

Trotz der Katastrophe bei FTX haben die größten DeFi-Protokolle einwandfrei funktioniert. Dezentrale Börsen haben Handelsvolumina in Milliardenhöhe abgewickelt und Liquidierungen wurden problemlos von Protokollen verarbeitet, wobei DeFi-Kreditmärkte im Gegensatz zu ihren zentralen Pendants trotz der enormen Kursschwankungen der vergangenen Wochen voll zahlungsfähig blieben. Das DeFi-Ökosystem rund um Ethereum scheint daher robuster zu sein als je zuvor. Die fortschreitende DeFi-Adoption dürfte Ethereum weiterhin Aufwind verschaffen.

5. Bitcoin-Indikator sendet bullishes Signal

Auch bei Bitcoin deuten On-Chain-Daten darauf hin, dass der Tiefpunkt bereits erreicht wurde. Die Adjusted Spent Output Profit Ratio (aSOPR), ein Indikator, der anzeigt, ob Bitcoin-Investoren mit Gewinn oder Verlust verkaufen, verzeichnet einen extremen Ausschlag nach unter.

Glassnode Bitcoin
Adjusted Spent Output Profit Ratio (aSOPR). Quelle: glassnode.com

In den vergangenen fünf Jahren haben derartige Ausschläge immer den Tiefpunkt bei Bitcoin und dem restlichen Krypto-Markt markiert. Derzeit bewegt sich der aSOPR auf historische Tiefststände zu, die zuletzt vor dem Übergang des Bärenmarktes 2018 zu einem Aufwärtstrend zu beobachten waren.

Außerdem haben Investoren seit dem FTX-Debakel allein in den letzten 30 Tagen Bitcoin im Wert von rund 1,8 Milliarden US-Dollar von Krypto-Börsen abgehoben.

Bitcoin auf Krypto-Börsen
Anzahl an Bitcoin auf Krypto-Börsen. Quelle: glassnode.com

Der Bitcoin-Bestand an den Börsen ist damit so niedrig wie seit über drei Jahren nicht mehr. Sollte die Nachfrage nach BTC in den kommenden Monaten gleich bleiben oder steigen, bedeutet das, dass mit einem Anstieg des Bitcoin-Kurses zu rechnen ist.

6. Wirtschaftliches Umfeld für Krypto-Investitionen verbessert sich

Einer der Hauptgründe, warum der Krypto-Markt in diesem Jahr so stark unter die Räder gekommen ist, ist insbesondere auf den Kampf der Zentralbanken gegen die Inflation und die damit verbundenen Zinserhöhungen zurückführen. Denn durch den Entzug des billigen Geldes brachen die Kurse für riskantere Anlageklassen nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch am Krypto-Markt ein.

Nun scheint sich jedoch ein Ende oder zumindest eine Drosselung der Zinserhöhungen vieler Zentralbanken abzuzeichnen. Das makroökonomische Umfeld für den Krypto-Markt dürfte sich daher spätestens im Verlauf des nächsten Jahres deutlich verbessern, da die meisten Anleger davon ausgehen, dass im Hinblick auf Zinserhöhungen das Schlimmste überstanden ist. Infolgedessen dürfte auch der Risikoappetit vieler Anleger wieder zunehmen, wodurch der Krypto-Markt profitieren dürfte.

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