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HSBC spart ein Viertel ihrer Devisenkosten – dank Blockchain

Der Blockchain-Einsatz macht sich für den britischen Bankengiganten HSBC bezahlt. Durch die Nutzung von Distributed-Ledger-Technologien im Devisenhandel gelangen der Bank im vergangenen Jahr Einsparungen von rund einem Viertel der Verwaltungskosten.

David Barkhausen
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

Stetig schwankende Wechselkurse, grenzübergreifender Zahlungsströme, eine Flut von Transaktionen – der Devisenhandel gehört zu den wohl aufwändigsten Verwaltungsprozessen im Tagesgeschäft von Banken.

Angestellte, die dies tagtäglich zu spüren bekommen, sind die Mitarbeiter des britischen Bankenriesen HSBC, der größten internationalen Bank Europas. Jeden Tag wickeln die Londoner Devisengeschäfte in Milliardenhöhe ab – und dies seit einem Jahr effizienter und günstiger als die Konkurrenz.

Denn seit Februar 2018 setzt HSBC bei der Bewältigung der Mammutaufgabe Devisengeschäft wie keine andere Bank auf Blockchain-Technologien: ein Schritt, der sich entgegen mancher Skepsis bezahlt macht.

So berichtet der zuständige Manager Mark Williamson gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, HSBC sei durch den Technologieeinsatz entscheidende Einsparungen gelungen. Dank der Blockchain-Technologie habe die Bank ihre Verwaltungskosten seit dem vergangenen Jahr um ein Viertel zurückgeschraubt.

Blockchain-Einsatz spart Kosten

Seit Februar 2018 nutzt die HSBC die Vorzüge dezentraler Handelsregister auf ihrer Zahlungsplattform „FX Everywhere“. Mithilfe der Software werden täglich bis zu 5.000 Transaktionen abgewickelt, ein „signifikanter“ Teil davon durch Blockchain-Technologie. Insgesamt entspricht dies bislang nicht weniger als 350 Milliarden US-Dollar, so die neusten Zahlen der Großbank aus London.

Unter Einsatz von Distributed-Ledger-Technologie ermöglicht die Plattform den Londonern automatisierte Überweisungen „über mehrere Bilanzen hinweg, in Dutzenden von Ländern“, beschreibt etwa Richard Bibbey, Leiter der Abteilung globale Märkte, im Januar gegenüber der britischen Financial Times die Vorzüge der Software. Mithilfe der dezentralen Vernetzung können so etwa sämtliche Bilanzen der im Währungshandel beteiligten Banken in Echtzeit eingesehen und kontrolliert werden.

Dass dies nicht nur Zeit, sondern dabei vor allem auch Kosten spart, zeigt nun der Blick auf das vergangene Jahr. Mark Williamson ist sich sicher, dass die Entwicklung zukunftweisend ist:

Es geht rasant voran. Wir können zeigen, dass es sich bei „FX Everywhere“ nicht bloß um ein einmaliges Proof of Concept oder ein oder zwei Trades handelt […]. Das läuft jetzt,

so die Prognose des Managers gegenüber Reuters.

Künftig wolle man die Plattform noch weiter vorantreiben und weltweit mehr Banken mit ins Boot holen.

Je mehr Teilnehmer dem gemeinsamen Netzwerk und damit dem Ökosystem mit HSBC beitreten, desto effizienter werden wir für unsere Kunden.

HSBC als Blockchain-Vorreiter

Bereits seit Längerem gilt HSBC als Vorreiter der Blockchain-Nutzung im Bankensektor. Zwar richten neben BBVA, BNP Paribas oder Barclays derzeit viele der traditionellen Geldhäuser, Börsen und Fonds ihre Augen fest auf die Geschäftsmöglichkeiten mit den neuen Technologien. So kündigte etwa auch JPMorgan Chase erst in dieser Woche an, seine eigene Kryptowährung herausgeben zu wollen. Als fester Bestandteil im Tagesgeschäft wie bei HSBC ist die Blockchain bei ihnen jedoch längst nicht angekommen.

Die Londoner wiederum machen nicht Halt und bauen ihr Blockchain-Engagement stetig weiter aus. So beteiligt sich Europas größte Geschäftsbank derzeit neben „FX Everywhere“ auch an der Entwicklung der Handelssoftware eTrade Connect. Die Kooperation mit zehn weiteren Banken soll künftig Schnittstellen in der Finanzierung internationaler Warenströme effektiver gestalten. Im Mai 2018 wiederum war HSBC der Abschluss des ersten kommerziellen Handelsgeschäfts über die Blockchain gelungen. Genutzt hatte der Bankenriese hierfür die DLT-Plattform Corda des Konsortiums R3.

Mit dem Erfolg von „FX-Everywhere“ werden sich Blockchain-Begeisterte nun bestätigt fühlen. Sie dürften vermuten, dass der Enthusiasmus von HSBC für die neuen Technologien auch der DLT-Nutzung anderer Großbanken den Weg ebnet.

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