Twenty One Capital verbuchte im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 413,5 Millionen US-Dollar, mehr als 97 Prozent davon entfallen auf Wertänderungen der eigenen Bitcoin-Bestände. Das Unternehmen hält aktuell 43.514 BTC im Wert von rund 2,78 Milliarden US-Dollar, damit den zweitgrößten öffentlich gehandelten Bitcoin-Bestand, knapp vor dem japanischen Konkurrenten Metaplanet mit 43.000 BTC. Daneben verfügt Twenty One über liquide Mittel von 106,1 Millionen US-Dollar sowie ausstehende Wandelschuldverschreibungen im Wert von rund 484,5 Millionen US-Dollar.
Der Chartverlauf zeigt ein klares Bild, wie tief der Fall seit dem Börsenstart im April 2025 tatsächlich war: Von einem Hoch bei fast 60 US-Dollar rutschte die Aktie in stetigem Abwärtstrend bis auf aktuell 4,55 US-Dollar ab, ohne dass sich in den vergangenen Monaten eine nachhaltige Bodenbildung abzeichnete.
Neuer CEO will mehr als nur Bitcoin halten
Die Zahlen sind der erste Quartalsbericht unter dem neuen CEO Raphael Zagury, der vor rund drei Wochen Gründer Jack Mallers ablöste. Mallers’ Abgang war dabei alles andere als reibungslos. Mehrheitseigner Tether hatte im Mai die verbliebenen Anteile von SoftBank übernommen und damit die volle Kontrolle über das Unternehmen erlangt. Kurz darauf wollte Tether Twenty One, den Bitcoin-Miner Elektron Energy und Mallers’ Zahlungsunternehmen Strike in einem gemeinsamen Merger zusammenführen, ein Plan, den Mallers offenbar nicht mittrug. Strike ist inzwischen aus dem Deal raus, die Fusion mit Elektron Energy wird laut Tether aber weiterhin geprüft. Zaguri, zuvor CEO von Elektron Energy, übernimmt nun Twenty One.
In seinem ersten Aktionärsbrief räumte Zagury ein, das Unternehmen müsse über das reine Halten von Bitcoin hinaus Wert schaffen. Er nannte fünf Prioritäten für das kommende Jahr, im Zentrum stehen der Aufbau eigener operativer Geschäftsbereiche und der Ausbau der Kapitalmarktkompetenz. Als Vorbild diene Berkshire Hathaway, eine solide Bilanz umgeben von unabhängig geführten, cashflow-starken Unternehmen. Twenty One habe “bisher noch nichts verdient”, räumte Zagury ein. Den Kursabschlag zur eigenen Bitcoin-Bilanz, den sogenannten mNAV von aktuell 0,7, bezeichnete Zagury offen als Fehlallokation von Kapital.
