HSBC: Erstes kommerzielles Handelsgeschäft über Blockchain abgeschlossen

Europas größte Bank, die HSBC, hat das erste kommerzielle Handelsgeschäft über die Blockchain abgeschlossen. Dabei handelte es sich um ein Akkreditiv für Cargill, das an den niederländischen Kreditgeber ING ausgegeben wurde. Was sonst Tage dauert, war mithilfe der Blockchain innerhalb von 24 Stunden abgewickelt.



Wie CNBC am 14. Mai berichtete, hat die HSBC (Hongkong & Shanghai Banking Corporation Holdings PLC) wohl die erste kommerzielle Handelsfinanzierungstransaktion der Welt mithilfe der Blockchain-Technologie durchgeführt. Die HSBC ist in London ansässig und die größte international agierende Bank in Europa. Bei der Transaktion handelte es sich um ein Akkreditiv für das amerikanische Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsunternehmen Cargill, das an die Bank ING ausgegeben wurde. Bestandteil war eine Massenlieferung von Sojabohnen von Argentinien nach Malaysia.

Akkreditive kommen meistens im internationalen Handel zum Einsatz. Sie sind vertragliche Verpflichtungen der Bank des Käufers, die Zahlung an den Verkäufer zu leisten, wenn dieser bestimmte Dokumente vorlegt. Dadurch erhalten Käufer wie Verkäufer die größtmögliche Sicherheit über ihr Handelsgeschäft.

HSBC nutzte Corda

Bisher hatte eine solche Transaktion fünf bis zehn Tage sowie eine Menge Papierarbeit gekostet. Mit dem Einsatz der Blockchain-Technologie konnte der Handel innerhalb von 24 Stunden abgewickelt werden. HSBC nutzte hierfür die Plattform Corda des Blockchain-Start-ups R3. BTC-ECHO hatte schon mehrfach über das R3-Konsortium berichtet.

Der Leiter für Wachstum und Innovation bei HSBC, Vivek Ramachandran, erklärt die Vorteile des Einsatzes der Blockchain:

„Die Notwendigkeit der Papierabstimmung wird beseitigt, da alle Parteien auf der Plattform verlinkt sind und Aktualisierungen sofort erfolgen. Der schnelle Turnaround könnte die Freisetzung von Liquidität für Unternehmen bedeuten.“

Ein weiterer Sprecher des Unternehmens betonte, dass zwar bereits Proof of Concept-Transaktionen mit der Blockchain-Technologie durchgeführt wurden, HBSC diese aber als erste kommerziell genutzt haben. Die Blockchain bietet hierfür enormes Potential, da sie große Datenmengen innerhalb eines Netzwerks verarbeiten kann und das nicht nur transparent, sondern auch unveränderlich. Dass allmählich auch die Banken diese Eigenschaften zu schätzen lernen, zeigte erst kürzlich die Ankündigung der Santander Bank. BTC-ECHO berichtete, dass eine britische Niederlassung der Bank mithilfe des Zahlungsnetzwerkes Ripple internationale Transfers realisieren will.

BTC-ECHO

Über Tanja Giese

Tanja GieseTanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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