Sam Bankman-Fried versucht, seine Verurteilung im FTX-Prozess doch noch zu Fall zu bringen. Der frühere Chef der kollabierten Krypto-Börse hat beim Obersten Gerichtshof der USA eine Petition eingereicht, mit der sowohl das Betrugsurteil als auch die angeordnete Einziehung von elf Milliarden US-Dollar aufgehoben werden sollen. Bankman-Fried verbüßt derzeit eine 25-jährige Haftstrafe, nachdem ihn eine Jury in sieben Anklagepunkten wegen Betrugs, Verschwörung und Geldwäsche schuldig gesprochen hatte.
Seine Anwälte greifen vor allem einen Punkt des damaligen Verfahrens an: Ihrer Ansicht nach durfte die Verteidigung nicht ausreichend darlegen, dass FTX und Alameda zwar zeitweise nicht liquide waren, grundsätzlich aber über genügend Vermögenswerte verfügten, um Kunden und Investoren später vollständig zu entschädigen. Dass frühere FTX-Kunden inzwischen Rückzahlungen erhalten haben, soll diese Argumentation stützen.
Sam Bankman-Fried greift Milliardenstrafe an
Ein weiterer Streitpunkt betrifft die oben genannten elf Milliarden US-Dollar. Bankman-Fried argumentiert, dass diese Summe gegen den 8. Zusatzartikel der US-Verfassung verstoße, der übermäßige Geldstrafen verbietet. Damit versucht seine Verteidigung neben dem Schuldspruch auch einen zentralen Teil der finanziellen Folgen des Urteils anzugreifen.
Vor einem Berufungsgericht war er mit seiner Argumentation bereits gescheitert. Ein Richtergremium bestätigte das Urteil im Juni und verwies dabei auf eine Entscheidung des Supreme Court aus dem Jahr 2025. Demnach kann eine Täuschung auch dann als Betrug gelten, wenn nicht nachgewiesen wird, dass von Anfang an ein wirtschaftlicher Schaden beabsichtigt war.
An diesem Punkt setzt die neue Petition an: Die Verteidigung hält es für problematisch, dass die Staatsanwaltschaft auf hohe Kundenverluste verweisen durfte, während Bankman-Fried nach eigener Darstellung nicht ausreichend zeigen konnte, dass Vermögenswerte für spätere Rückzahlungen vorhanden waren.
Eine Wiederaufnahme des Verfahrens ist damit jedoch keineswegs sicher, denn zunächst muss der Supreme Court entscheiden, ob er sich überhaupt mit dem Fall beschäftigt. Laut CNN soll diese Entscheidung noch im Laufe des Jahres fallen.

