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Made in Germany Daimler, Bosch und Börse Stuttgart starten Blockchain-Projekt

Treffen sich zwei Industriekonzerne, eine Finanzinstitution und ein Software-Unternehmen. Was dabei rauskommt: Ein neue Finanzierungsmethode auf Blockchain-Basis!

Anton Livshits
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Nahaufnahme einer Reihe von Autos der Marke Mercedes Benz

Beitragsbild: Shutterstock

Deutsche Unternehmen haben in einem branchenübergreifenden Forschungsprojekt eine Blockchain-basierte Finanzierungsmethode für industrielle Investitionsgüter entwickelt. Das Projekt läuft seit Mai 2019. Daran beteiligt sind die Börse Stuttgart, Daimler Mobility, das Bosch-Forschungsteam Economy of Things sowie das Stuttgarter Blockchain-Unternehmen 51nodes.

Laut einer Pressemitteilung der Börse Stuttgart, die BTC-ECHO vorliegt, ging es den Kooperationspartnern neben Fragen der technischen Machbarkeit auch um regulatorische und rechtliche Aspekte. Die Token-basierte Finanzierungsmethode greift auf die Ethereum Blockchain zurück.

Pay-per-Use-Modell auf Blockchain-Basis

Dank der Finanzierungsmethode können Investoren über digitale Token in Industriegüter wie etwa Fahrzeuge, Maschinen oder Energieinfrastrutkur investieren. Zum Einsatz kommt dabei ein Pay-per-Use-Modell. Dies gestattet es den Herausgebern der Token, die entfallenden Finanzierungskosten an die tatsächliche Nutzung der Maschinen zu koppeln. Investoren sind dadurch variabel auszahlbar.

Innovativ daran sei, dass die Nutzungsdaten mit den Token selbst verknüpft sind. Die Projektpartner haben ein Patent für dieses Verfahren angemeldet. Die Pressemitteilung geht hierzu nicht weiter ins Detail. Aus einem Statement von Jochen Kaßberger, Geschäftsführer bei 51 Nodes, geht jedoch hervor, dass die maschinellen Investitionsgüter über eine Internet-of-Things-Lösung an Smart Contracts und die Blockchain angebunden sind.

Die Kooperationspartner zeigten sich im Übrigen optimistisch. Laut Werner Folkendt vom Economy-of-Things-Projekt bei Bosch mache der Blockchain-basierte Ansatz „die Finanzierung und den Betrieb von Industriemaschinen flexibilisieren und dadurch deutlich attraktiver.“ Dr. Ulli Spankowski,  Chief Digital Officer der Börse Stuttgart, verspricht Unternehmen ebenfalls einen größeren „Gestaltungsspielraum“ bei Finanzierungsfragen. Laut ihm schaffen die Projektpartner zudem „ein durchgehendes Ökosystem für die Emission, den Handel und die Verwahrung von digitalen Assets.“

Harry Behrens, Leiter der Blockchain Factory bei Daimler Mobility, hob in seinem Statement schließlich den Nutzen für das eigene Unternehmen hervor:

Mit Hilfe sogenannter Security Token bieten wir bei Daimler Mobility neue Angebote beispielsweise im Bereich der Elektromobilität zur Finanzierung von Ladeinfrastruktur oder Flotten an. Die Tatsache, dass notwendige Mechanismen im Design der Software bereits vorgesehen sind und vollautomatisch ablaufen, verspricht hohe Effizienzgewinne, bessere Skalierung und damit eine gesteigerte Kosteneffizienz bei der Finanzierung von Infrastruktur und Flotten.

Projektpartner sind Krypto-Veteranen

Jedes der beteiligten Unternehmen hat bereits Erfahrungen in der Blockchain-Welt gemacht. Die Börse Stuttgart eröffnete beispielsweise im Jahr 2019 einen Handelsplatz für digitale Assets und bietet über eine Unternehmenstocher ebenfalls Verwahrdienste für Bitcoin und Co.

Daimler und 51nodes kooperieren unterdessen für die als Uber-Konkurent ausgelegte Mobility-Blockchain-Plattform. Bosch arbeitet derweil seit geraumer Zeit mit der IOTA-Foundation zusammen.

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