Nationale Kryptowährung: Großbritannien und Russland preschen vor

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Die britische Zentralbank prüft die Einführung eines Krypto-Pfunds als nationale Kryptowährung. Zur gleichen Zeit wird die Option Krypto-Rubel in Russland vom Staatspräsidenten höchstpersönlich wieder auf den Tisch gelegt. Damit sind die beiden Länder nicht die einzigen, die den Plan einer nationalen, staatlich kontrollierten Kryptowährung verfolgen.

Die Bank of England (BoE) hat ein Forschungsteam ins Leben gerufen, das sich genauer mit der Möglichkeit befassen soll, eine nationale Kryptowährung mit Bindung an das britische Pfund Sterling herauszugeben. Laut der britischen Tageszeitung Telegraph könnte es bereits in diesem Jahr zu ersten Ergebnissen kommen. Das Zeitfenster, in dem das Team an die Zentralbank berichten soll, ist auf 12 Monate angesetzt.

Vorteile, die ein solcher Krypto-Pfund mit sich bringe, sind die Möglichkeit, sein digitales Geld direkt bei der Zentralbank einzulagern sowie die Durchführung größerer Transaktionen nahezu in Echtzeit. Für britische Bürger würde die Ergänzung der eigenen Fiatwährung durch eine an den Wert dieser gebundene Kryptowährung bedeuten, dass Zahlungsvorgänge deutlich einfacher vorgenommen werden könnten.

Diese Vorteile zunutze machen möchte sich auch Russland. Nach Berichterstattung durch die Financial Times hat Staatspräsident Wladimir Putin von oberster Stelle eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema nationale Kryptowährung angeordnet. Am Ende der Untersuchung könnte im Optimalfall die Entwicklung des Krypto-Rubel stehen.

Neben oben genannten Vorzügen einer eigenen, durch die Zentralbank kontrollierten Kryptowährung spielt vor allem die wirtschaftliche und geopolitische Lage Russlands in der Überlegung Putins eine Rolle. So kann die Kontrolle einer eigenen Kryptowährung dem Land dabei helfen, die vom Westen verhängten Sanktionen zu umgehen. Der Krypto-Rubel, der bereits in der Vergangenheit eingehend diskutiert wurde, wäre dem Fiat-Rubel gleichgestellt.

Die Nachrichten der beiden Länder, sich um die Entwicklung einer eigenen nationalen Kryptowährung zu bemühen, kommt zur gleichen Zeit wie die Ankündigung des Petro-Dollars, einer durch Rohöl gedeckten Kryptowährung für Venezuela. Mit der Einführung einer digitalen Währung für sein Land verfolgt Staatspräsident Maduro jedoch noch ein anderes Ziel: die Bekämpfung der Hyperinflation der landeseigenen Fiatwährung.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.