Konsens vs. Regierung – Warum Bitcoin keine Demokratie ist
Demokratie, Konsens vs. Regierung – Warum Bitcoin keine Demokratie ist

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Konsens vs. Regierung – Warum Bitcoin keine Demokratie ist

Mit Bitcoin wurde nicht nur ein digitales Zahlungsmittel erfunden, auch ein neuer Mechanismus zur Führung der Gesellschaft manifestiert sich in dem Protokoll: der Konsens. Was ist der Unterschied zwischen Konsens und Demokratie? Was sind die Auswirkungen auf Regierung und Gesellschaft?

Das Ideal der Demokratie rückte über die vergangenen 200 Jahre in die Mitte der Gesellschaft – die Demokratie als die Apotheose der Gesellschaft. Demnach müssen Entscheidungen demokratisch getroffen werden, um Legitimität zu beanspruchen. Abstrakt gesprochen, unterwirft die Mehrheit die Minderheit bei einer demokratischen Entscheidung. Die Demokratie ist eine Form der Regierung.

Bitcoin stellt das System auf den Kopf

Auf Krypto-Konferenzen hört man immer wieder “Demokratisierung von X”, als Ziel der digitalen Revolution 2.0. Doch erinnern wir uns zurück: Los getreten wurde diese Revolution 2.0 von Bitcoin – dem dezentralen Peer-to-Peer-Electronic-Cash-System. Die fundamentale Besonderheit in Bitcoin liegt in der Führung.

An dieser Stelle verdeutlicht sich der Unterschied zwischen Regierung (engl. Government) und Führung (engl. Governance): Die Regierung ist die Instanz, die über den Kurs bestimmt; im Gegenzug dazu ist die Führung der Prozess, mit dem etwas entschieden wird.


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Wir wissen bereits: In Bitcoin existiert keine zentrale Autorität, keine Regierung, die Entscheidungen trifft. Das ist kein Bug – es ist ein Feature. Das Fehlen einer regierenden Instanz führt zu einem einzigartigen Führungsmechanismus: dem Konsens.

Während in einer Demokratie die Mehrheit über die Minderheit bestimmt, bestimmt in einem Konsens jeder über sich selbst. Teilnehmer haben ausschließlich die Entscheidungsgewalt über sich und ihr Eigentum. Das heißt, in Bitcoin entscheidet nicht die Mehrheit – sondern alle, jeder über sich. Wer am Netzwerk teilnimmt, stimmt implizit den Regeln zu. Alle sind sich über diese Regeln einig. Jegliche Interaktion basiert auf einer freiwilligen Basis.

Entscheidungen im Konsens-Modell

Das Beispiel der Block-Skalierung demonstriert das Konsens-Prinzip:

In den Jahren 2016 und 2017 dominierte eine Frage die Bitcoin-Welt: Wie soll Bitcoin zu einem globalen Zahlungsmittel skalieren? Die Antworten waren so mannigfaltig wie widersprüchlich. Zwei Lager, die in entgegengesetzte Richtungen ziehen – „Größere Blocke!“ – „Nein, SegWit!“. Ein auswegloses Dilemma? Schließlich gibt es keine Instanz, die sagt, wo es langgeht. Der Status quo bleibt erhalten. Doch das war nicht das Ende der Geschichte.

Nach mehreren Jahren der Debatte zeigte das Bitcoin-Protokoll seine wahre Stärke. Anstatt dem einen oder anderen Lager etwas aufzuzwingen, gibt es im Bitcoin-Land noch eine dritte Option. Mit den Worten von Dora the Explorer: „Por que no los dos? (dt. „Warum nicht einfach beides?“). Tatsächlich war dies die Lösung des Konflikts. Das Bitcoin-Unlimited-Team forkte das Bitcoin-Netzwerk. Bitcoin Cash realisiert die vorgeschlagenen, größeren Blöcke. Bitcoin hingegen aktivierte SegWit und realisiert eine andere Herangehensweise an die Lösung der Skalierungsfrage.

Alle Nutzer konnten und können für sich selbst entscheiden. Möchte man größere Blöcke, verkauft man sein Bitcoin für Bitcoin Cash; möchte man SegWit, veräußert man seine Bitcoin Cash für Bitcoin; Unentschlossene müssen gar nichts machen. Ob man Bitcoin oder Bitcoin Cash (oder keins der beiden) benutzen möchte, ist jedem selbst überlassen. Essentiell: Alle Entscheidungen passieren freiwillig.

Hard Forks statt Mehrheitsentscheid

In einer Demokratie muss sich die Mehrheit einig sein, um eine legitime Entscheidung zu treffen. Im Konsens ist diese Bedingung drastisch verschärft: Hier müssen sich alle einig sein. Gibt es Meinungsverschiedenheiten, gabeln sich die Wege. Das nennt man eine Hard Fork. Anschließend bestehen zwei, miteinander inkompatible Netzwerke. Innerhalb der Systeme herrscht allerdings nach wie vor ein Konsens.

Hier zeigt sich die Macht des Konsens. Er duldet eine Pluralität an Meinungen und alle können diese ausleben. Wo in einer Demokratie nur eine Variante gewinnen kann und umgesetzt wird (Trump oder Clinton? Deutsche Mark oder Euro?), erlaubt das Konsens-Modell jedem seine ideale Welt. Ob größere Blöcke oder Lightning der richtige Weg zur Skalierung sind oder nicht, zeigt uns die Zeit. Wir werden es sehen, da beide Ansätze existieren.

Bitcoin ist also keine Demokratie. Obwohl es keine Regierung gibt, gibt es dennoch Führung. Per Teilnahme stimmen alle implizit den Konsens-Regeln zu. Entscheidungen werden von allen Teilnehmern getroffen. Jeder entscheidet für sich selbst. Verbesserungsvorschläge werden in der Community diskutiert. Letztendlich kann jeder das Ruder in die eigene Hand nehmen und den Computercode „forken“ – das heißt, seine eigenen Ideale realisieren. Wie viele Menschen auf die Hard Fork aufspringen, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

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