Kampf der Bitcoins: Miner versammeln sich hinter Bitcoin Cash

Kampf der Bitcoins: Miner versammeln sich hinter Bitcoin Cash

In den letzten Tagen konnte Bitcoin Cash nicht nur auf ein Marktkapital von inzwischen 31 Milliarden Euro wachsen, sondern auch mehr Hashrate als Bitcoin für sich gewinnen.

Nach der Absage an 2X kam der Höhenflug von Bitcoin zum Erliegen: In den letzten Tagen ist Bitcoin auf aktuell 4.800 Euro gefallen und musste damit inzwischen 27 % seines Allzeithochs einbüßen. Fast parallel hierzu, genauer gesagt seit dem 9. November, legt Bitcoin Cash eine Rally hin, die man selbst in der Welt der Kryptowährungen selten sieht: Innerhalb von drei Tagen ist der Kurs von 553 Euro auf über 2.000 Euro gestiegen – fast eine Vervierfachung des Wertes!

Eine wirkliche Stabilisierung ist jedoch noch nicht zu sehen, momentan wird auf den Märkten gekämpft: Aktuell ist der Kurs von Bitcoin Cash wieder dramatisch gefallen, wodurch Bitcoin wieder auf über 5.000 Euro steigen konnte.

Zudem scheint, auch wenn der Großteil des Zuwachses von Bitcoin Cash durch den Aderlass Bitcoins erklärt werden kann, ohnehin viel auf den Cash-Zug aufzuspringen: In den letzten 24 Stunden mussten 92 der Top 100 Kryptowährungen Kurseinbußen hinnehmen. Einzig Ethereum Classic kann neben Bitcoin Cash mit 20-%-Profiten einen signifikanten Kursanstieg über 10 % vorweisen.

Viele Fragen kommen einem auf: Woher kommt die Entwicklung? Was kann sie für Bitcoin bedeuten? Sollte man nun sein Bitcoin in Bitcoin Cash umwandeln?

Bitcoin Cash – dank größeren Blöcken geringere Transaktionsgebühr


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Nach der Absage an SegWit2x haben viele Bitcoin hinsichtlich der begrenzten Blöcke und der hohen Transaktionsgebühren kritisiert. Da die Blockgröße weiterhin nicht vergrößert wurde und Segregated Witness durch noch ausstehende Implementierung bei Wallet Providern nicht die erhoffte Verbesserung der Skalierungsdramatik für Bitcoin brachte, sind viele Leute von Bitcoin frustriert.

Tatsächlich ist der Mempool von Bitcoin dramatisch angewachsen: Aktuell warten 137.000 Transaktionen auf eine Bestätigung. Das führt natürlich auch zu einem Wettbewerb hinsichtlich der Transaktionsgebühren: Wer möglichst schnell seine eigene Transaktion in einem Block gesichert haben will, muss dafür viel zahlen. Da zusätzlich längst nicht alle Wallets dem Nutzer eine Wahl hinsichtlich der Transaktionsgebühr lassen, entsteht bei vielen der Eindruck, dass “die Miner ihre Gebühren erhöht haben”. Auch wenn das technisch betrachtet so nicht stimmt, führen die Automatisierung der Gebührenfestlegung in einigen Wallets und der Wettbewerb um einen Platz im nächsten Block zu den gewaltigen Preisen pro Transaktion.

Bitcoin Cash wirbt mit großen Blöcken: Aktuell sind diese 8MB groß, technisch gesehen spricht nichts gegen noch größere Blöcke. Damit kann Bitcoin Cash aktuell deutlich kleinere Transaktionsgebühren zulassen: Während Bitcoin aktuell eine durchschnittliche Transaktionsgebühr von über zehn US-Dollar vorweisen kann, ist diese bei Bitcoin Cash nur bei 20 Cent.

Miner wechseln zu Bitcoin Cash – was bedeutet das für Bitcoin?

Ein weiterer Trend, der auffällt und auf den ersten Blick besorgniserregend ist, betrifft die Miner: Seit gestern ist die Hash Rate auf ungefähr 5.400 PH/s gefallen – eine Hash Rate, die Bitcoin das letzte Mal Ende August vorweisen konnte. Da die Mining Difficulty von Bitcoin alle zwei Wochen neu eingestellt wird, trägt das natürlich seinen Teil zum angesprochenen Mempool bei. Bitcoin Cash hat dagegen deutlich an Mining Power gewonnen: In den letzten Tagen stieg die Hash Rate von 800 PH/s auf ungefähr4.600 PH/s. Der Preisanstieg von Bitcoin Cash macht das Mining dieses kleinen Bruders von Bitcoin für Miner lukrativer.

Die aktuelle Entwicklung scheint eine Verschwörungstheorie, die in der Bitcoin-Community Verbreitung findet, zumindest auf den ersten Blick zu bestätigen: Ende Juli ging ein Gerücht um, dass mit Bitcoin Cash ein Angriff auf Bitcoin geplant ist, der den Kurs von Bitcoin ähnlich dramatisch wie seinerzeit MTGox herunterreißen würde. Laut diesem war die Absage an den 2X-Part von SegWit schon lange geplante Sache. Nicht einfach von Leuten um das Coreteam, sondern gerade um Bitcoin Cash. Der Gedanke ist, dass diese Absage an eine leichte Erhöhung der Blockgröße genutzt wird, um Bitcoin Cash als das “wahre Bitcoin” zu verkaufen und so allmählich die Rhetorik zugunsten von Bitcoin Cash geändert wird.

Ob diese Verschwörungstheorie stimmt, sei dahin gestellt, fest steht, dass diese in aktuellen Zeiten wieder große Verbreitung findet. Ebenso sicher ist, dass Segregated Witness und vor allem das Lightning Network nun endlich angewandt werden müssen. Es tut sich auf der Entwicklerseite zwar auf jeden Fall schon einiges, aber wenn Nutzer weiterhin riesige Transaktionsgebühren zahlen müssen, um hoffen zu können, dass ihre Transaktion endlich mal bestätigt und damit gültig wird, kann die Rhetorik seitens Bitcoin Cash nicht widerlegt werden.

Bei Transaktionen, welche nicht schnell gehen müssen, kann der einzelne Nutzer, sofern seine Wallet das zulässt, niedrigere Transaktionsgebühren wählen. Damit mag zwar die Transaktion nicht schnell in einem der ersten Blöcke bestätigt sein, aber für verschiedene Anwendungen früh genug. Ich persönlich mache von der Option Gebrauch, wenn ich kleine Beträge in bitcoin-akzeptierenden Bars mit Bitcoin zahle. Für einen Burger, ein Bier oder einen Kaffee lohnt sich weder für den Kellner das zehnminütige Warten auf eine Transaktionsbestätigung noch für den Gast, einen Double-Spending-Betrag mit einer mobilen Wallet zu planen, welches Replace by Fee zulässt.

Selbiges gilt bei Online-Bestellungen: Wenn ich mir Ware bestelle, die mehrere Tage bis Wochen Lieferzeit hat, muss weder ich noch der Lieferant in den ersten zehn Minuten eine Transaktionsbestätigung haben. Entsprechend muss ich nicht die größte Transaktionsgebühr wählen. Zu “Be Your Own Bank” zählen auch derartige Fragestellungen: Wie dringlich ist für mich die Transaktion?

Bitcoin Cash – sollte ich investieren oder nicht?

Da die letzte Frage für viele die wichtigste ist: Turbulenzen im Kurs gab es schon immer und es ist sehr unklug, während einer derartigen Turbulenz einen kompletten Währungsshift zu machen. Die Situation ist zur Zeit äußerst unruhig, so dass ein neues Anlegen von Geld in Bitcoin Cash oder Bitcoin aktuell nicht ratsam ist.

Zusätzlich kommt hinzu, dass einige Jung-Investoren in Bitcoin Cash wegen der morgen anstehenden Hard Fork investiert haben. Leider haben die Hard Forks zwischen Ethereum Classic und Ethereum sowie zwischen Bitcoin Cash und Bitcoin bei manchen Leuten den Eindruck erweckt, als wäre Hard Fork ein Synonym für “free money”. Da es nicht wenige Leute gibt, die mit dieser Fehleinschätzung in Bitcoin Cash investiert haben, kann es sein, dass einige enttäuschte Investoren nach dem 13. wieder abspringen. Deshalb würde ich bis morgen eher in lukrative Altcoins investieren.

Wenn wieder etwas Ruhe in die Märkte eingekehrt ist, kann man sicher als Hedge etwas in Bitcoin Cash legen, wenn man es nicht ohnehin besitzt. Ich habe nach der Hard Fork nicht verkauft, so dass für mich das Kopf-an-Kopf-Rennen insgesamt weniger dramatisch ist.

BTC-ECHO

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