Jahresendrally: Ripple setzt sich auf Platz zwei der Kryptowährungen

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In einer Rally zwischen den Jahren konnte Ripple nicht nur einen Wert deutlich über einem Euro einnehmen, sondern Ethereum vom Platz zwei der Kryptowährungen verdrängen.

Seit Anfang Dezember ist mit Ripple ein Gigant aus dem Schlaf erwacht. Aus einem Kurs von 20 Cent wurde aktuell einer von fast 1,40 Euro – wir sprechen also ungefähr von einer versiebenfachung des Wertes. Mit einem Supply von 38 Milliarden XRP konnte das Marktkapital entsprechend ansteigen, sodass Ripple zumindest zeitweilig Ethereum vom Thron stoßen konnte. Aktuell ist der Unterschied im Marktkapital jedoch marginal; beide bewegen sich um die 60 Milliarden Euro.

Wie ist dieser Zuwachs zu verstehen? Sicherlich spielt hier auch Hedging seitens Tradern im Kryptobereich eine Rolle. Im Jahr 2017 konnte regelmäßig nach einem großen Zuwachs von Bitcoin ein Erstarken der Altcoins und von XRP beobachtet werden.

Doch spielt noch etwas anderes aktuell eine große Rolle: Die jüngsten politischen Entwicklungen in Südkorea führten zu einer gewissen Verunsicherung am Kryptomarkt. Da Ripple im Gegensatz zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen gerade in der japanischen und südkoreanischen Bankenwelt auf reges Interesse stößt, scheint vielen dieser “Bitcoin der Banken” ein sicheres Investment zu sein.

Bleibt die Frage, ob der Preis weiter ansteigen wird. Auch wenn in manchen Kreisen des Internets schon ein Flippening prognostiziert wird – dass Ripple bald Bitcoin vom Thron stößt – ist hier zu betonen, dass aktuell die Diskrepanz im Marktkapital weiterhin signifikant ist: Bitcoin kann ein Marktkapital von 200 Milliarden Euro für sich beanspruchen, während Ripple aktuell über ein Marktkapital von 60 Milliarden Euro verfügt. Auch das Handelsvolumen unterscheidet sich noch fast um einen Faktor drei.

Schließlich ist die Frage zu stellen, ab wann ein Preisanstieg von XRP dem eigentlichen Sinn dieser Kryptowährung im Weg steht. Es ist zu betonen, dass XRP selbst primär eine Währung zur Abwicklung der Transaktionsgebühren im Ripple-Netzwerk ist. Zwar bewegt sich die durchschnittliche Transaktionsgebühr nur bei 0,008 XRP, hatte im Dezember allein jedoch auch Werte wie 0,026 XRP erreicht. Außerdem sind selbst 0,008 XRP bei aktuellem Kurs immerhin schon 1 Cent. Das ist im Vergleich zu anderen Kryptowährungen zwar wenig, jedoch müssen sich die Transaktionskosten des Ripple-Netzwerks nicht mit denen von Bitcoin oder einem anderen Netzwerk messen, sondern signifikant preiswerter als die bisherigen Zahlungsnetzwerke wie VISA oder MasterCard sein. Ein Großteil der XRP sind deshalb in einem Escrow gesichert, um so den vorhandenen Supply unter Kontrolle zu haben.

BTC-ECHO wird die Entwicklung von Ripple weiter beobachten, aktuell sollte man jedoch – wie so oft bei dramatischen Preisanstiegen – nicht unbesonnen sein und schnell viel Geld investieren.

BTC-ECHO

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Zudem engagiert er sich aktiv für die Krypto-Community – sowohl online als zentraler Ansprechpartner im Slack-Channel von BTC-ECHO als auch offline als Speaker und Interviewer pflegt er stets den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären. Der promovierte Physiker kann auf jahrelange Berufserfahrung als Projektleiter und technologischer Berater zurückgreifen. Philipp begeistert sich dabei seit vielen Jahren nicht nur für die technologische Dimension von Kryptowährungen, sondern auch für die dahinterliegende sozioökonomische Vision.

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