Da ist was faul bei der Kryptobörse WEX – User können ihr Geld nicht abheben

Peter Hermann

von Peter Hermann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Peter Hermann

Peter Hermann ist langjähriger Wirtschaftsjournalist für internationale Finanzen und Geldanlage. Zudem besitzt er die Zertifizierung zum Anlageberater nach § 34f.

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User der Kryptobörse WEX, dem Nachfolgeunternehmen der russischen Plattform BTC-e, berichten von Problemen bei der Entnahme ihres Geldes. Das wirft erneut Fragen auf. Langsam wird es ungemütlich, denn die User wollen – natürlich zu Recht – wissen, wann alles wieder okay ist.  

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Die Probleme der User traten auf, nachdem einige ungewöhnliche Phänomene auf der Plattform beobachtet worden waren. Anfang der Woche war der Preis für Bitcoin gegenüber dem US-Dollar auf WEX plötzlich auf 9.000 angestiegen. Beobachter der Szene erklären, diese Anomalie könnten eine Reihe von Gründen haben: von kurzfristig gestiegenen Abhebegebühren auf der Plattform bis hin zum Verdacht der Insolvenz.


Wie BTC-ECHO berichtete, wurde Btc-e am 15. September 2017 in WEX umbenannt, nachdem bei der Kryptobörse wegen zahlreicher Vorfälle im Zusammenhang mit Hackerangriffen und Eingriffen von Behörden ein Relaunch durchgeführt werden musste. Auch zum damaligen Zeitpunkt waren im Vorfeld Schwierigkeiten der User mit der Auszahlungsoption festgestellt worden.

Zahlreiche offene Fragen in Bezug auf WEX

Wie die russische Nachrichtenagentur RBK meldet, bringt der Eigentümer von WEX, Dmitry Vassiliev, die Preisdifferenzen mit Aktivitäten von Dmitry Sutormin, einem früheren WEX-Manager, in Verbindung. Vassiliev erklärte, dass Sutormin, Vizepräsident der Russian Association for Cryptocurrencies and Blockchain und russischer Venture-Investor, eine große Anzahl von „WEX-Codes“ verkauft habe.

Sutormin habe den Kauf und Verkauf von WEX-Codes in beliebigen Mengen durchgeführt. Vassiliev erklärt, „dass dies bedeutet, dass nun eine Menge dieser Codes auf dem Markt sind. Alle, die diese Codes gekauft hätten, wollen nun Bitcoin erwerben. Da die Kurse nach oben gingen, sind nur wenige bereit, zu verkaufen.“ Über Facebook hatte Vassiliev verlauten lassen, er sei sich nicht sicher, welche Rolle Sutormin derzeit spiele. Zu weiteren Details wollte er sich nicht äußern.

Sutormin erklärte dagegen, er habe keine Verbindung zu WEX und habe auch nie dort gearbeitet. „Ich habe meine eigenen Codes gekauft und verkauft, tatsächlich war ich ein Kunde der Börse“, meinte er. Als er gefragt wurde, warum er seine Codes verkaufen wolle, sagte er, er sei durch den Hype um Kryptowährungen beeinflusst, und fügte hinzu, dass dies ein beliebtes Geschäft in Moskau sei.

Wer leitet WEX denn nun?

Äußerungen von Vassiliev lassen Zweifel darüber entstehen, wer denn WEX zurzeit leitet. RBK hatte berichtet, dass Vassiliev beabsichtige, die Börse an Dmitry Khavchenko zu verkaufen. Khavchenko ist ein ehemaliger freiwilliger Kämpfer im Krieg in der Ukraine und Teilnehmer an den militärischen Auseinandersetzungen auf der Krim. Dort hatte er die russische Annexion im Jahr 2014 unterstützt.

Khavchenko äußerte sich RBK gegenüber, er würde das Büro von WEX auf die Krim verlegen und das Unternehmen in der vom Krieg gebeutelten Region Donbas in der Ukraine registrieren lassen. Auf Twitter hat WEX indes bestritten, dass man plane, die Gesellschaft zu verkaufen. Außerdem beantworte man keine Fragen zu dem Thema, wer derzeit verantwortlich sei oder warum bzw. wie es zu dem Anstieg der Preise zu Beginn der Woche gekommen sei.

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