Mit Ausnahme der Dezentralität des Netzwerkes dürfte nichts Bitcoin so stark prägen wie die absolute Knappheit. Es gibt nur 21 Millionen BTC – ein Gesetz, dass für viele Hodler in Stein gemeißelt ist. Doch mitten im Bärenmarkt kommen plötzlich neue Vorschläge auf, wie man die Kryptowährung verbessern könne. Eine besonders kreative Idee hat StarkWare-CEO Eli Ben-Sasson, der die Limitierung für ein Problem hält: “Die Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin macht keinen Sinn. Denn im Laufe der Zeit gehen Schlüssel verloren.” Früher oder später müssten alle Private Keys verloren gehen, schließlich tendiere die Zeit gegen unendlich.
Zwar sei auch er ein “entschiedener Befürworter einer klaren Geldpolitik” mit einer Obergrenze für die Anzahl der Bitcoin in der Zukunft. So könnte man eine maximale Emissionsrate festlegen, um dies zu erreichen. Laut Ben-Sasson “wären 4 Prozent pro Jahr eine gute Wahl”, denn dies entspreche zugleich einer angemessenen Obergrenze für das Bevölkerungswachstum. Zum Vergleich: Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent für den Euroraum an – wegen der potenziellen Schlüsselverluste will der StarkWare-CEO für Bitcoin also eine doppelt so hohe Inflationsrate. Dadurch würde man sicherstellen, dass “genug BTC für alle” bereitstünden.
Innerhalb der Bitcoin-Community stößt sein Vorschlag auf wenig Gegenliebe. Ein X-Nutzer kommentiert: “Was meinst du mit ‘genug für alle’? Bitcoin ist genau aus diesem Grund teilbar. Es gibt 2,1 Billiarden Basiseinheiten – das ist mehr als genug für alle.” Dabei verweist er auf den Umstand, dass sich 1 Bitcoin in 100.000.000 Satoshis (Sats) aufteilen lässt.
Andere betrachten die langfristig sinkende Anzahl zugänglicher BTC als Vorteil, der das Netzwerk stärken könnte. Strategy-Gründer Michael Saylor will sein privates Bitcoin-Vermögen von schätzungsweise 18.000 BTC mit ins Grab nehmen, um dadurch den Wert aller restlichen Coins zu erhöhen und so indirekt einen letzten freundlichen Gruß an die Community zu senden. Ohnehin müssten sich zunächst Entwickler, Miner und Node-Betreiber auf eine Änderung der Obergrenze einigen. Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte wohl höchstens im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen.
