Die französische Bankengruppe Crédit Agricole hat über ihr Tochterunternehmen CACEIS einen eigenen Euro-Stablecoin auf den Markt gebracht. Unter dem Namen EURXT läuft dieser auf der Ethereum Blockchain und ist im Verhältnis 1:1 an den Euro gekoppelt. Private Anleger werden jedoch vorerst keinen Zugriff auf diesen haben. Der neue Stablecoin ist für den institutionellen Einsatz konzipiert und wurde bereits für die Abwicklung eines Investments in einen tokenisierten Amundi-Geldmarktfond genutzt.
MiCA-regulierter Bank-Stablecoin
Nach Angaben von CACEIS ist EURXT dabei als MiCA konformer E-Geld Token konzipiert worden. Zum Einführungsstart gibt es eine Umlaufmenge von 20 Millionen EURXT. Bei zunehmender institutioneller Nachfrage kann diese Menge aber auch noch weiter erhöht werden. Jeder zusätzlich ausgegebene Token muss dabei ebenfalls vollständig durch liquide Euro-Reserven gedeckt sein, die auf der Bilanz von CACEIS gehalten werden. Spekulative Vermögenswerte der Bank dürfen deshalb auch nicht zur Deckung des Stablecoins eingesetzt werden.
Euro-Stablecoins bleiben ein Nischenmarkt
Trotz des neu etablierten EURXT bleibt der Markt von Euro-Stablecoins insgesamt eher klein. Insgesamt liegt die gesamte Marktkapitalisierung aller Euro-Stablecoins Anfang bei gerade einmal 780 Millionen Euro. Der Markt für das amerikanische Pendant ist mit dem Dollar-Stablecoin um ein Vielfaches größer und beläuft sich auf eine Marktkapitalisierung von insgesamt mehr als 300 Milliarden US-Dollar.
Aus strategischer Sicht ist für die Europäer eine eigene Positionierung im Stablecoin-Markt dennoch wichtig, um mit der eigenen Währung nicht ins Hintertreffen zu geraten. Zudem können Euro-basierte Finanzprodukte nicht ohne Weiteres über Dollar-Stablecoins abgewickelt werden.

