China: Shenzhen bringt Rechnungen auf die Blockchain

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Die chinesische Sonderwirtschaftszone Shenzhen setzt schon seit geraumer Zeit auf eine digitalisierte Abrechnung per Blockchain. Ein derartiges Rechnungswesen könnte jedoch schon bald auch jenseits von China zum Einsatz kommen. Verschiedene Organisationen aus dem Reich der Mitte basteln momentan an einem internationalen Standard.

Bereits im August 2018 hat das chinesische Technologiezentrum Shenzhen damit begonnen, ein Blockchain-basiertes System für Rechnungen zu verwenden. Die Anzahl der darauf ausgestellten Rechnungen hat nun nach Angaben der örtlichen Steuerbehörde die Marke von zehn Millionen  überschritten. Das Rechnungssystem einer der am schnellsten wachsenden Städte Chinas verarbeitete dabei einen Gesamtbetrag von über einer Milliarde US-Dollar.

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Wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhau am 1. November berichtet, nahmen über 7600 Unternehmen den Blockchain-basierten Service in Anspruch. Demnach kommt das digitalisierte Rechnungswesen in den verschiedensten Bereichen innerhalb der Sonderwirtschaftszone Shenzhen zum Einsatz. Seine Anwendungsmöglichkeiten reichen vom Finanz- und Versicherungswesen bis zur Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ein derartiger Einsatz der Blockchain-Technologie bringt für alle beteiligten Parteien Vorteile. Für Verbraucher und Unternehmen bedeutet er eine automatisierte und dadurch beschleunigte Abrechnung. Doch auch für Chinas Machthaber ist eine Rechungsstellung per Blockchain attraktiv. Schließlich gewährt ein digitalisiertes System nicht nur mehr Übersicht über wirtschaftliche Abläufe, zudem verringert es das Risiko betrügerischer oder schlichtweg fehlerhafter Rechnungen. Das kommt wiederum der Steuerabrechnung zu Gute. Shenzhen entwickelte die Blockchain-Plattform  mit Hilfe des Technikriesen Tencent.

China entwickelt internationalen Standard für Blockchain-Rechnungen

Vom Erfolg des Modellprojekts in Shenzhen beflügelt, arbeitet Tencent gemeinsam mit der Chinesischen Akademie für Informations- und Kommunikationstechnologie und dem Steuerbüro von Shenzhen an einem internationalen Standard für die blockchainbasierte Rechnungsstellung.

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Das chinesische Nachrichtenportal Globaltimes berichtete, dass das Projekt bereits auf länderübergreifende Unterstützung stieß. Nachdem es im Rahmen eines Treffens der internationalen Fernmeldeunion präsentiert wurde, brachten Vertreter verschiedener Staaten wie Großbritannien oder der Schweiz ihre Zustimmung zum Ausdruck.  Die Mitglieder dieser UN-Sonderorganisation kamen darin überein, dass auf der Blockchain ablegbare Rechnungen einen wichtigen Bestandteil der digitalen Wirtschaft der Zukunft darstellen werden. Folglich sei bei der Entwicklung eines internationalen Standards Eile geboten. Auch Chinas Steuerministerium äußerte seine Zustimmung zu dem Projekt.

Die Meldung von Tencent kam erst wenige Tage, nachdem Chinas Staatschef Xi Jingping öffentlich die Bedeutung der Blockchain für die Entwicklung seines Landes betont hatte. Das Reich der Mitte verfolgt indessen schon seit geraumer Zeit eine umfangreiche Blockchain-Strategie.


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