Bitcoin FUD – 5 Vorwürfe, die ein Bitcoin-Hodler nicht mehr hören kann

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Bitcoin FUD – 5 Vorwürfe, die ein Bitcoin-Hodler nicht mehr hören kann

Man kennt das. Bei einem gemütlichen Pils in der Eckkneipe des Vertrauens fällt plötzlich das eine Wort, das man während des Krypto-Winters so gerne vermeiden wollte: Bitcoin. Und sogleich bricht es nur so über einen hinein. Sätze wie „Bitcoin ist tot oder?“, „Ich habe neulich gehört, dass Bitcoin total viel Strom verbraucht“ oder „Ist das nicht diese Darknet-Währung?“ richten sich sogleich anklagend an dich.

Wir möchten aufräumen mit Fear, Uncertainty and Doubt (FUD) und liefern euch passende Antworten, zum lässigen parieren aller haltlosen Vorwürfe gegen das Ökosystem.

1. Energieverbrauch

Bitcoin ist schlecht, weil der Stromverbrauch zu hoch ist.

Das BTC-Netzwerk verbraucht in der Tat recht viel Strom. Der jährliche Verbrauch bewegt sich in Sphären ganzer Nationalstaaten. So verbraucht die Kryptowährung Nr. 1 etwa so viel Strom wie Portugal. In Zahlen ausgedrückt: Der akkumulierte Stromverbrauch entspricht über 49 Terawattstunden bzw. 49 Milliarden Kilowattstunden. Das sind sage und schreibe 0,22 Prozent des alljährlichen Gesamtstromverbrauchs auf dem Planeten Erde.

Klingt viel, ist es auch. Allerdings – und diesen Teil der Gleichung darf man nicht außer Acht lassen – ist der Stromverbrauch Mittel zum Zweck. Der Proof-of-Work-Algorithmus meißelt Wert – denn nichts anderes sind Bitcoin-Transaktionen – sprichwörtlich in (digitalen) Stein. Mit jedem neuen Block steigt die Netzwerkintegrität an; Protokolländerungen von in der Vergangenheit durchgeführten Transaktionen lassen sich nur mit derart hohen Kosten durchführen, dass sich diese Art von Angriff nicht lohnt. Je größer das Netzwerk ist, desto energieaufwändiger ist dessen Sicherung.

Die Frage, ob Bitcoin zu viel Strom verbraucht, lässt sich allerdings nur anhand einer Kosten-Nutzen-Rechnung beantworten. Für die Sicherung einer globalen, zensurresistenten Währung, so würden Bitcoiner argumentieren, darf man ruhig Energie verbrauchen. Zumal ein Großteil dafür aus erneuerbaren Energien stammt.

Allerdings, das darf man wohl nicht außer Acht lassen: Es gibt ein Energieproblem. Und das ist global. Dafür braucht man komplexe Lösungsansätze und eine bestmögliche Auseinandersetzung mit dem Thema. (Einen Ansatz dazu gibt es hier.)

2. Darknet

Ist Bitcoin nicht diese Darknet-Währung?

Ja, mit Bitcoin kann man illegale Dinge im Darknet kaufen. In Wahrheit ist das Bitcoin-Handelsvolumen auf Darknet-Marktplätzen jedoch fast zu vernachlässigen. Zwar setzen Darknet-Händler täglich etwa zwei Millionen US-Dollar in Bitcoin um, das entspricht aber lediglich 0,35 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens im Bitcoin-Netzwerk. Dies geht aus einem aktuellen Bericht von Chainalysis hervor.

3. Geldwäsche

Bitcoin ist anonym, also lässt sich doch super einfach Geld damit waschen.

Es gibt kaum ein Medium, dass zur Geldwäsche derart ungeeignet ist wie Bitcoin. Schließlich ist Bitcoin nicht anonym, sondern pseudonym. Zwar stehen Sender und Empfänger von Transaktionen nicht mit ihrem Klarnamen auf der Blockchain, es gibt aber immer wieder Beispiele, bei denen Behörden die Verbindung zwischen realer Person und Bitcoin-Adresse herstellen konnten. Sobald das geschehen ist, kann man jede Transaktion auf alle Ewigkeit zurückverfolgen.

Straftaten wie Geldwäsche und Steuerhinterziehung lassen sich kinderleicht aufklären. Daher verspricht selbst Bargeld ein höheres Maß an Anonymität als die Kryptowährung Nr. 1. Übrigens: Das Gros der Geldwäsche wickelt der traditionelle Finanzsektor ab. Meldungen wie die mutmaßlichen Geldwäscheaktivitäten der Deutschen Bank sind nur die Spitze des Eisbergs.

Es ist wahr, dass die Polizei derzeit eine Untersuchung in einer Reihe unserer Büros in Deutschland durchführt. Die Untersuchung hat mit den Panama Papers zu tun. Weitere Einzelheiten werden mitgeteilt, sobald sie bekannt werden. Wir arbeiten uneingeschränkt mit den Behörden zusammen.

4. Die Todesspirale

Wenn der Kurs immer weiter sinkt, gehen die Miner bankrott. Dann sichert niemand mehr das Netzwerk. Und Bitcoin? Geht zugrunde.

Zum Glück gibt es das difficulty retargeting adjustment alle zwei Wochen. Dieses verhindert, dass Miner über einen langen Zeitraum nicht mehr profitabel wirtschaften können. Zwar nehmen Bitcoin Miner während des aktuellen Krypto-Winters eine Reihe von Geräten tatsächlich vom Netz. Dabei handelt es sich aber in aller Regel um ASICs älterer Generationen. Folglich sinkt die Gesamtrechenleistung im Netzwerk und – schwupps – geht die Difficulty südwärts.

Derzeit zeichnet sich indes sogar wieder ein Anstieg der Hash Rate ab. Es besteht also kein Grund zur Panik. Für eine ausführlichere Erklärung, wieso die Death Spiral Bitcoin nicht töten wird, bitte hier entlang.

5. Volatilität

Bitcoin ist als Zahlungsmittel völlig ungeeignet, da der Kurs viel zu volatil ist.

Dieser Vorwurf ist nicht ganz so leicht von der Hand zu weisen. Man kann schließlich argumentieren, dass es für ein Zahlungsmittel nicht unbedingt förderlich ist, dass sein Wert während der Transaktionen teils signifikanten Schwankungen ausgesetzt ist. Die Volatilität rührt indes von Bitcoins „harter“ Geldpolitik. Schwankungen in der Geldnachfrage lassen sich nicht durch eine flexible Zinspolitik wie bei Fiatwährungen ausgleichen. Technisch gesprochen ist das Geldmengenangebot bei der Königin der Kryptowährungen vollkommen unelastisch – eine höhere Nachfrage kann kein Mehr an Produktion triggern. Schwankungen in der Nachfrage wirken sich also umso stärker auf den Preis aus.

Doch es besteht Hoffnung. Steigt die Adaption, sollte die Volatilität sinken. Denn größere Märkte sind insofern effizienter, als dass sie die „wahren“ Preise besser abbilden können. Dadurch, so argumentiert Bitcoin Researcher Hasu, dürften Akteure in den Markt eintreten, die aufgrund der vormaligen Volatilität fernblieben. Was entsteht, ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

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