Watch my Block: Dash

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Watch my Block: Dash

Dash ist ein alter Hase unter den Kryptowährungen und benutzt ein innovatives Model der Governance. In Dash existieren sogenannte Masternodes, welche unter anderem das private Senden von Transaktionen ermöglichen. Wie privat man in Dash wirklich ist und was die Privatsphäre eventuell kompromittieren kann, schauen wir uns in diesem Artikel genauer an.

Besonderheiten

>Besonderheiten

Wie bereits angesprochen ist die fundamentale Besonderheit von Dash das Netzwerk an Masternodes, die Level-2-Skalierungsmöglichkeiten schaffen. Die beiden wichtigsten Funktionen für das Dash-Netzwerk sind hier die Features “InstantSend” und “PrivateSend“. Um eine Masternode zu betreiben, müssen 1.000 Dash als Pfand eingefroren werden. Das entspricht aktuell knapp 800.000 US-Dollar. Als Gegenleistung für ihre Dienste erhalten die Masternodes 45 % des Block Rewards (ca. 7 Dash im Monat pro Masternode).

PrivateSend

Dash bietet dem Netzwerk einen nativen CoinJoin-Service an, mit dem Namen PrivateSend. CoinJoin bedeutet, dass eine Gruppe von Nutzern ihre Coins in einen Topf werfen und mischen. Für einen Dritten wird so die eindeutige Herkunft der einzelnen Coins verschleiert.

Das Prinzip des Mixing kann man sich so vorstellen: Man fliegt in einem Helikopter über eine Autobahn und verfolgt ein rotes Auto. Das Mixing ist in diesem Beispiel wie eine Brücke unter der man für einen Moment das Auto aus den Augen verliert. Auf der anderen Seite der Brücke, kommen nun auf einmal zwei (oder noch mehr) rote Autos zum Vorschein, sodass man sich nicht mehr sicher sein kann, welches Auto das ursprüngliche ist.

Der Prozess des Coin Mixing läuft bei Dash im Hintergrund und folgt diesen Schritten:

  1. Die PrivateSend-Transaktion wird in Standardwerte von (0,01 Dash, 0,1 Dash, 1 Dash, 10 Dash…) herunter gebrochen.
  2. Die Wallet sendet eine Coin-Mixing-Anfrage an das Masternode-Netzwerk.
  3. Wenn zwei Nutzer eine ähnliche Nachricht senden, bei denen die Standardwerte gleich sind, fängt eine Mixing Session an. Eine zufällig selektierte Masternode mixt alle Inputs und weist die jeweiligen Wallets dann an, sich das Geld selbst wieder zurückzuzahlen, allerdings an eine sogenannte Change Address.
  4. Um mehr Sicherheit zu haben, wird eine neue Mixing Session gestartet. Mit jeder Runde steigt die Anzahl der möglichen Coin-Mixing-Teilnehmer exponentiell und macht es daher schwieriger, die Herkunft eines Coins nachzuverfolgen.
  5. Dieser Prozess läuft im Hintergrund der Wallet ab, sodass die Bestände bereits anonymisiert sind, wenn ein Nutzer eine anonymisierte Transaktion tätigen möchte.

An einer Mixing-Runde nehmen maximal drei Personen teil. Die maximale Anzahl der Mixing-Runden beträgt acht. Die Anzahl der möglichen Teilnehmer ist in folgender Tabelle aufgelistet:

Anzahl der Runden Mögliche Teilnehmer
13
29
481
86561

 

Schwächen

In folgendem Abschnitt werden zwei der problematischsten Attacken genauer beleuchtet:

Masternode Snooping Attack

Um Dash zu anonymisieren, wird eine zufällige Masternode mit dem Prozess des CoinJoin bestimmt. Für diese Masternode ist der Vorgang komplett transparent, das heißt, die Input- und Output-Adressen der Teilnehmer sind ersichtlich. Wenn eine “bösartige” Masternode die PrivateSend-Transaktionen aufzeichnet, so wird die Privatsphäre kompromittiert. Dieser Angriff wird zum Teil dadurch mitigiert, dass man bis zu acht Runden mixen kann – also theoretisch acht verschiedenen Masternodes zugeordnet wird. Je mehr bösartige Masternodes im Netzwerk sind, desto geringer ist die erreichte Privatsphäre. Die Anzahl der Masternodes ist durch die benötigten 1.000 Dash limitiert. Bei der aktuellen Geldmenge von 7.836.000 Dash sind also maximal 7836 Masternodes möglich. Aktuell gibt es ca. 4.500. Eine Hochrechnung der Kosten für ungefähr die Hälfte aller Masternodes ergibt 1.687.500.000 US-Dollar. Das Netzwerk ernsthaft anzugreifen ist also zumindest nicht günstig.

Sybil Attack

Im Gegensatz zur Masternode Snooping Attack ist bei einer Sybil Attack nicht eine Masternode “bösartig”, sondern ein Peer der am CoinJoin teilnimmt. Ein bösartiger Teilnehmer eines CoinJoin hat priviligierte Informationen über die Quelle und das Ziel einer Transaktion und kann seine eigenen Coins ausschließen. Die Kosten für eine Sybil Attack betragen lediglich die Transaktionsgebühren für eine PrivateSend-Transaktion.

Aktueller Stand der Technik

Während Lösungen für die beiden genannten Probleme bekannt sind, wurden die Angriffsmöglichkeiten noch nicht eliminiert. Die Masternode Snooping Attack kann durch sogenanntes “Masternode Blinding” mitigiert werden. Dies bedeutet, dass die Masternodes selbst nichts über die Herkunft oder das Ziel einer PrivateSend-Transaktion wissen.

Die Sybil Attack könnte durch eine Runde des Mixens mit sich selbst umgangen werden. Dafür ist es allerdings nötig, dass die Transaktion nicht von tatsächlichen Multi-Parteien-Mixings zu unterscheiden sind. Aktuell ist auch dies noch nicht im Dash Protokoll integriert.

Für die eigene Privatsphäre empfiehlt es sich, die maximal mögliche Anzahl an Mixing-Runden zu nutzen. Allerdings kann dies im Vergleich zu anderen Transaktionen im Dash-Netzwerk teurer werden.

Blick in die Zukunft

Mit Dash Evolution soll das PrivateSend-Feature neu überarbeitet werden. Masternode Blinding soll implementiert werden. Der Release für die DashPay Evolution Wallet auf dem Livenet soll im Februar 2018 veröffentlicht werden.

Zusammenfassung

Dash ist eine Kryptowährung mit einem einzigartigen Governance Model der Masternodes. Die Masternodes ermöglichen das Feature “PrivateSend”, bei dem Teilnehmer ihre Dash in einem CoinJoin mischen und damit die Herkunft verschleiern. Die erreichte Anonymität basiert nicht auf Kryptographie (wie RingCT bei Monero oder Zero Knowledge Proofs bei Zcash) und kann momentan durch bösartige Teilnehmer im System kompromittiert werden. Für maximale Sicherheit empfehle ich immer, die maximale Anzahl an Mixing-Runden zu nutzen.

BTC-ECHO

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