Stable Coins einfach erklärt: Was ist ein Stable Coin?

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Die Verbreitung von Stable Coins nimmt zu, als Trading-Vehikel werden sie immer bedeutender. Doch was ist ein Stable Coin? Wozu braucht man Stable Coins? Welche verschiedenen Arten gibt es? 

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Was ist ein Stable Coin? Stable Coins versprechen – so die deutsche Übersetzung – einen stabilen Wert in digitaler Form. So kann ein Stable Coin je nach Ausrichtung entweder für eine bestimmte Menge an Fiatwährungen (US-Dollar, Euro, Japanischer Yen etc.) oder auch für die entsprechende Menge an Rohstoffen (eine Unze Gold, ein Fass Öl etc.) stehen. Damit wird es letztlich unkomplizierter, Kursschwankungen bei Kryptowährungen zu umgehen.

Stable Coins einfach erklärt: Ein Stable Coin ermöglicht den schnellen Tausch von einem Krypto-Asset (z. B. Bitcoin) in ein traditionelles Asset (z. B. US-Dollar oder Gold), ohne dass man das Krypto-Ökosystem bzw. die Krypto-Börse verlassen muss. Ein Stable Coin ist ein Krypto-Derivat, also die Abbildung von einem Basiswert, wie beispielsweise US-Dollar oder Gold in Form eines Token. Möchte ich also beispielsweise meine Kursgewinne vom schwankungsanfälligen Krypto-Markt in ein weniger volatiles Asset parken, dann kann ich einen Stable Coin erwerben, der beispielsweise den US-Dollar-Kurs abbildet. Es braucht also kein Tausch von Kryptowährung zu Fiatwährung vorgenommen werden, da der Stable Coin die Fiatwährung nachbilden kann. 

Zwar ist die Volatilität, also die Kursschwankungen, von Kryptowährungen wie Bitcoin für Trader eine gern gesehene Eigenschaft. Für viele Anwendungsbereiche sind kurzfristige Wertschwankungen jedoch von Nachteil.

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Als Recheneinheit beispielsweise sind hoch volatile Kryptowährungen ungeeignet; auch im Einzelhandel ergeben sich durch starke Wertschwankungen Risiken. Schließlich möchte weder Verkäufer noch Käufer, dass sich kurz nach Vertragsabschluss der reale Wert des eingesetzten Geldmittels erhöht oder verringert.

Abhilfe schaffen also Stable Coins. Sie sind Kryptowährungen, die durch spezielle Mechanismen Wertparität zu einem Basiswert wie dem US-Dollar halten sollen und somit eine geringere Volatilität als Kryptowährungen wie etwa Bitcoin aufweisen.

Wieso braucht man das?

Einführung – Wofür man sie benötigt

Der Schritt von Krypto zu Fiat und Fiat zu Krypto ist mit Regularien und Kosten verbunden. Investoren müssen bei Krypto-Exchanges in aller Regel zunächst ein KYC (Know Your Customer) durchlaufen, bevor sie Euro oder US-Dollar gegen Kryptowährungen tauschen dürfen. Viele Exchanges verzichten aufgrund dieser regulatorischen Hürde gänzlich auf den Fiat-Krypto-Tausch und bieten nur Trades zwischen verschiedenen Kryptowährungen.

Bietet eine Exchange Fiat-Krypto-Tauschpaare an, fallen in der Regel höhere Gebühren an als bei Krypto-Krypto-Paaren.

Hier kommen Stable Coins ins Spiel. Denn im Prinzip imitieren Stable Coins Fiatwährungen wie den US-Dollar und ermöglichen Anlegern so, in der „Krypto-Welt“ zu verbleiben, ohne auf die vorteilhaften Eigenschaften von Fiatgeld oder andere traditionelle Basiswerte wie Gold verzichten zu müssen.

Absicherung gegen Krypto-Kursverluste

Angenommen, ein Trader erwartet einen Kursverlust von Bitcoin gegenüber dem US-Dollar und möchte sich mit Fiatgeld dagegen absichern, also sein Krypto-Vermögen gegen US-Dollar tauschen bzw. in US-Dollar parken. Mithilfe von Stable Coins wie Tether oder dem Gemini Dollar kann der Investor sein Krypto-Guthaben in US-Dollar umschichten und verbleibt trotzdem in der Krypto-Welt. Auf diese Weise können sich Investoren gegen Kursverluste absichern, ohne jemals Fiatgeld halten zu müssen.

Das Beste aus zwei Welten?

Viele sehen in der hohen Volatilität von Proof-of-Work-Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. Probleme für eine verbreitete Nutzung im Einzelhandel. Geldmittel sollten hinlänglich wertstabil sein, damit sie sich für einen universellen Gebrauch eignen. Bitcoin leistet das (noch) nicht.

Hier könnten die stabilen Kryptowährungen als dezentrale Alternative die Vorteile von Fiat- und Kryptogeld zusammenbringen und so für „das Beste aus zwei Welten“ sorgen.

Befürwortern von deflationär gestalteten Kryptowährungen dürfte allerdings die inflationäre Natur von Zentralbankgeld wie dem US-Dollar ein Dorn im Auge sein. Da die Coins häufig Fiatwährungen als Bezugswert haben, sind sie allein aus diesem Grund für diese Nutzergruppe nur eingeschränkt attraktiv.

Mehr dazu in unserem Tutorial.

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