Spieß umgedreht: Deutlich mehr Spekulanten als Kriminelle nutzen Bitcoin

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: shutterstock

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Bitcoin wird mittlerweile deutlich mehr für legale als für kriminelle Geschäfte verwendet. Zu dieser Einschätzung kommt eine Agentin der US-Behörde für Drogendelikte Drug Enforcement Administration (DEA).

Bitcoin war als Mutter der Kryptowährungen lange Zeit verschrien als das Bezahlmittel der Wahl für kriminelle Machenschaften. Gerade im Darkweb dominierte das digitale Geld den Schwarzmarkt als vermeintlich anonyme Währung. Als „Dealergeld“ gelangte Bitcoin so zu erster, fragwürdiger Prominenz bei den Mainstream-Medien und den Strafverfolgungsbehörden.

Fünf Jahre ist es her, seit DEA-Agentin Lilita Infante im Rahmen von Ermittlungen erstmals über Kryptowährungen stolperte, erzählte sie der US-Nachrichtenagentur Bloomberg am 7. August. Als Infante daraufhin Blockchain-Daten analysierte, kam sie zu dem Ergebnis, dass hinter rund 90 Prozent der Transaktionen mit Kryptowährungen illegale Machenschaften standen. Das war im Jahr 2013.

Neunzig zu Zehn

Dass sich innerhalb von fünf Jahren, vor allem im rastlosen Kryptospace, einiges ändern kann, beweist die neue Einschätzung der DEA-Beamtin:

„Das [absolute] Transaktionsvolumen für kriminelle Aktivitäten ist […] im Laufe der Jahre zwar enorm gewachsen, aber im Verhältnis gesunken. Der Großteil der Transaktionen dient der Preisspekulation.“

Dabei habe sich das damalige Verhältnis von legalen und illegalen Aktivitäten mit Kryptowährungen in den letzten Jahren umgekehrt. Lediglich zehn Prozent des Transaktionsvolumens von Bitcoin & Co. gehen (buchstäblich) auf das Konto von Kriminellen, mit dem Rest wird gehandelt und gehodlt.

Lilita Infante ist innerhalb der DEA Teil eines zehnköpfigen Teams von Sonderermittlern, der Cyber Investigative Task Force. In Zusammenarbeit mit anderen Behörden, allen voran dem FBI, haben die Ermittler besonders das Darkweb ins Fadenkreuz genommen. Dort sind Kryptowährungen nach wie vor als vermeintlich anonymes Geld beliebt. Doch das mit der Anonymität hat sich weitestgehend erledigt, meint Infante. Selbst Kriminelle, die auf Datenschutz gemünzte Währungen wie Zcash und Monero setzen, können sich nach Infante dem starken Arm des Gesetzes nicht entziehen:

„Wir haben immer noch die Möglichkeit der Rückverfolgung“,

sagt Infante verschwörerisch.

Deshalb sei es auch kein Problem, dass Verbrecher weiterhin auf das digitale Geld setzten. Im Gegenteil:

„Tatsächlich gibt uns die Blockchain eine ganze Reihe von Werkzeugen in die Hand, die uns befähigen, Verbrecher zu identifizieren. Ich hoffe sogar, dass sie sie weiter benutzen.“

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