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Bald mit eigener Börse? Samsung stößt in den Krypto-Space vor

Seit einigen Jahren setzt der Elektronikhersteller auf Krypto-Anwendungen und kooperiert mit Blockchain-Projekten. Mittlerweile entwickelt man sogar Mining-Chips und will eine eigene Krypto-Börse gründen.

Dominic Döllel
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Samsung Mitarbeiter

Beitragsbild: Samsung Newsroom U.S.

| Neben Kryptoapps, arbeiten Samsung-Mitarbeiter an Nanochips, die das Mining verbessern sollen.

Um sich auf dem Krypto-Markt zu etablieren, setzt der südkoreanische Elektronikkonzern gleich auf mehrere Bereiche: Neben einer eigenen Krypto-Börse arbeitet Samsung an zahlreichen Blockchain Apps und entwickelt Mining-Chips.

Krypto-Apps in Hülle und Fülle

Nutzer von Geräten des Mega-Unternehmens können sich schon länger an Blockchain-Apps erfreuen. Beispielsweise verkörpert die Samsung Blockchain Wallet gleich mehrere wichtige Features auf einmal. Zum einen gibt es innerhalb der Anwendung einen eigenen “Blockchain-Newsfeed”, der User “über die Neuigkeiten der Blockchain-Welt auf dem Laufenden” halten soll. Eine Support-Funktion und die Möglichkeit, Kryptowährungen von A nach B zu senden, ist unter Krypto-Apps gewöhnlich. Daneben besteht die Möglichkeit, den eigenen Ledger Nano S oder Nano X zu verbinden, als kleines Extra.

Im Kontrast zu der Verwahrung auf der Ledger Cold Wallet steht das Angebot von Samsung, die privaten Schlüssel der Nutzer zu verwahren. Durch den Schutz von Samsung Knox und Trusted Execution Environment (TEE) sollen die Daten vor Angriffen sicher sein. Dennoch seien Risiken nicht ausgeschlossen, wie die Nachforschungen der University of Oxford belegen.

Benutzer bleiben jedoch weiterhin dem Risiko von Exploits durch verschiedene Arten von Software-Schwachstellen ausgesetzt – was darauf hindeutet, dass Unternehmen den erforderlichen Schutz trotz des Einsatzes vorhandener Isolationstechnologien nicht bereitgestellt haben.

University of Oxford

Da die privaten Schlüssel von essenzieller Wichtigkeit für das auf der Wallet gespeicherte Vermögen ist, sollte man gut überdenken, ob diese online verwahrt werden sollten. Daneben bietet Samsung dem Kunden die Möglichkeit, die dezentrale Welt zu “erkunden, erforschen und Teil eines wachsenden Ökosystems” zu werden. Mehr dazu hier.

Vorreiter in der Mining-Branche

Neben Apps entwickelt der Elektronik-Gigant Nanochips, die das Bitcoin-Mining erheblich kosteneffizienter und weniger stromintensiv machen würden. Einer Mitteilung Ende Juni zufolge arbeitet man an hochmodernen 3-Nanometer-Chips.

Ein erster Abnehmer soll der AISCs-Hersteller PanSemi sein. Die Chips könnten dann in die Bitcoin Mining Hardware verbaut werden. Samsung gibt an, dass der optimierte “3-nm-Prozess” den Stromverbrauch um 45 Prozent reduzieren würde. Die Leistung sei 23 Prozent effektiver als beim “5-nm-Prozess”. Ein Nanometer verhält sich übrigens zu einem Meter wie der Durchmesser einer 1-Cent-Münze zu dem des Erdballs. Wie genau sich in diesem Zuge die Hashrate und der tatsächliche Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks verändern wird, lässt sich allerdings noch nicht feststellen.

Eigene Krypto-Börse in Arbeit

Die Meldung, dass Samsung Securities unter Zusammenarbeit mit sechs weiteren südkoreanischen Kapitalgesellschaften eine Krypto-Börse in der ersten Hälfte des nächsten Jahres gründen möchte, bringt uns wieder auf den Stand der Dinge. Dem koreanischen Medienunternehmen News Pim zufolge würden gegenwärtig die für die Gründung notwendigen Gespräche abgeschlossen werden.

Bereits 2021 hatte Samsung die Gründung einer Krypto-Börse angeleiert. “Ende letzten Jahres versuchten sie, Arbeitskräfte zu finden, die die Entwicklung und den Betrieb der Sicherheitstoken-Handelsplattform und die Entwicklung von Blockchain-Smart-Contracts übernehmen könnten, konnten aber keine Anstellung finden”, so das Nachrichtenmedium.

Podcast

Wenn die Börse tatsächlich publik geht, könnte sie unter den Argusaugen der südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörde (FSS) streng überwacht werden. Nach dem filmreifen Terra-Debakel nahmen die lokalen Behörden die Ermittlungen gegen den Geschäftsführer auf. BTC-ECHO berichtete.

Kommt bald der “Samsung Coin”?

Schon seit Jahren ist Samsung im Krypto-Space unterwegs. Die Forschung und Entwicklung, die das Unternehmen zur Krypto-Technologie betreibt, scheint zunächst kein Ende zu finden. Auch auf der Investorenseite schlägt der in Seoul beheimatete Konzern sich gut. Eine kürzlich veröffentlichte Studie belegt die Teilhabe an 13 verschiedenen Krypto-Unternehmen. Hier erfahrt ihr mehr.

Schon 2019 gab es Gerüchte, dass der Elektronikhersteller an einer eigenen Blockchain arbeiten könnte. Anfang dieses Jahres kooperierte man mit einem Cardano-Projekt, um zwei Millionen Mangrovenbäume in Madagaskar zu pflanzen. Egal ob nun aus finanziellen oder doch eher ideologischen Gründen: Samsung zeigt sich bullish.

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