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Terra (LUNA) Droht Do Kwon die Beschlagnahmung seiner Immobilien?

Geschädigte Terra-Investoren, Anwälte, die Staatsanwaltschaft: Alle Augen sind derzeit auf Do Kwon gerichtet. Vor allem Südkoreaner hatten viel Geld in die Kryptowährung des Terra-Netzwerks gesteckt. Nun wollen sie rechtliche Schritte einleiten.

Jonas Oppermann
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Terra Luna

Beitragsbild: picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY | Yonhap

| Anwaltskanzlei LKB & Partners reichen Klage gegen Do Kwon ein.

Südkoreanische Investoren, die durch das Fiasko von TerraUSD (UST) und LUNA finanziell geschädigt wurden, wollen rechtliche Schritte gegen den CEO von Terraform Labs, Kwon Do-hyung, einleiten und die Beschlagnahmung seines Eigentums beantragen. Terras Legal Team steht dem CEO bereits seit letzter Woche nicht mehr zur Verfügung. Außerdem erhebt die Steuerbehörde Vorwürfe wegen Steuerhinterziehung gegen den Terra-Kopf.

Online Community: Terra Luna Coin Victims reicht Sammelklage ein

Der Vorsitzende der südkoreanischen Finanzdienstleistungskommission (FSC), Koh Seung-beom, teilte Anfang dieser Woche in der Nationalversammlung mit, dass allein in Südkorea rund 280.000 Anleger etwa 70 Milliarden LUNA halten, berichtet der Blog Forkast. Einige Investoren steckten enorme Summen in das Projekt, da sie an den Erfolg der Firma glaubten. Nun haben sie alles verloren und mussten Verluste in Millionenhöhe hinnehmen. Die von Do Kwon vorgeschlagene Hardfork wurde von der Community nicht angenommen. Ganz im Gegenteil.

Am 13. Mai hatten Geschädigte auf der Online-Plattform Cafe Naver einen Chatroom für Terra-LUNA-Anleger eröffnet, die Verluste erlitten hatten. Über 2.100 Anleger haben sich bei der südkoreanischen Online-Community mit dem Namen Terra Luna Coin Victims angemeldet, um über möglichen Schadensersatz und sogar Rache zu diskutieren.

Ein Administrator der Online-Community begann dann damit, Investoren zu rekrutieren, die sich einer Sammelklage gegen die beiden Mitbegründer von Terra anschließen wollen. Sie sind sich sicher, dass es sich bei LUNA um einen Betrug handle und dass Kwon seit 2021 eine Liquidation geplant habe.

Anwälte prüfen den Vorfall

Die lokale Anwaltskanzlei LKB & Partners, deren Mitarbeiter offenbar auch in Terra investiert waren, haben daraufhin die Entscheidung getroffen, Klage und den Antrag auf Beschlagnahmung von Eigentum einzureichen. Die Anträge möchte die Kanzlei bei der Sonderkommission für Finanzkriminalität der Seoul Metropolitan Police Agency und bei der Staatsanwaltschaft von Seoul vorlegen.

Die Frage ist nur, ob es überhaupt eine rechtliche Grundlage für die Klage gibt. Doch Stimmen aus der Krypto-Community sprechen von Betrug und fahrlässigem Handeln. Jeremy Allaire, CEO von Circle, der den zweitgrößten Stablecoin USDC herausgibt, behauptet, den Zusammenbruch von Terra und dem algorithmischen Stablecoin UST bereits vor vier Monaten vorausgesehen zu haben. In einem Gespräch mit Bloomberg Crypto sagte er:

Wir haben uns das Terra-Ökosystem sehr genau angeschaut und waren in den letzten sechs Monaten der Meinung, dass es sich um ein Kartenhaus handelt, das ein sehr hohes Risiko darstellt. Es gab mehrere Szenarien, in denen wir sehen konnten, dass es in eine Todesspirale geraten würde. Genau das ist passiert.

Jeremy Allaire, CEO von Circle

Auch Mitgründer von Terra Labs im Visier

Die Anwaltskanzlei prüft ebenfalls Klagen gegen Shin Hyun-seung, Mitbegründer von Terraform Labs, der bekräftigt, das Projekt im Jahr 2020 verlassen zu haben.

Die Chai Corporation, ein südkoreanisches Zahlungsunternehmen, bei dem Shin als CEO fungiert, teilte den Nutzern auf ihrer Website mit, dass sie nicht mit Terraform Labs und verwandten Kryptowährungen verbunden ist.

Kwon auch wegen Steuerbetrug unter Verdacht

Lokalen Medienberichten zufolge soll Terra-Gründer Do Kwon auch in den Fokus von südkoreanischen Steuerbehörden geraten sein. Das Nachrichtenmedium Edaily schreibt, dass Kwon mit einer Strafe in Höhe von 100 Milliarden Won (etwa 78 Millionen US-Dollar) aufgrund angeblicher Steuerhinterziehung rechnen muss.

Südkoreanische Behörden sollen festgestellt haben, dass es sich bei Terraform Labs um ein “lokales Unternehmen” in Südkorea handele. Das Unternehmen sei jedoch in Singapur und den Virgin Islands registriert. Für die Besteuerung soll es jedoch ausschlaggebend sein, wo eine Unternehmung ihre Entscheidungen trifft, und nicht, wo der formale Firmensitz liegt.

Kurz vor dem Absturz von Luna wurde bestätigt, dass [Do Kwon] versuchte, ein inländisches Unternehmen zu liquidieren und seinen Wohnsitz ins Ausland zu verlegen, was den Verdacht aufkommen ließ, dass er versuchte, Steuern zu vermeiden.

Edaily

Die Handlungen von Do Kwon sprechen für betrügerische Absichten. Doch welche Anschuldigungen wirklich zutreffen, lässt sich derzeit noch nicht nachprüfen.

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