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Von der Krise profitieren, dann kurz die Welt retten Sam Bankman-Fried, der neue König von Krypto?

Nur Mark Zuckerberg wurde schneller reich als der 30-jährige Gründer von FTX. In der Krise baut er sein Finanzimperium aus. Ein Porträt.

Giacomo Maihofer
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Sam Bankman-Fried

Beitragsbild: Shutterstock

| Er schlägt sie alle reihum. Sam Bankman-Fried baut in der Krise seine Macht aus.

Einige sehen in ihm bereits den J.P. Morgan der Krypto-Ära. Andere gleich: den Retter der Krypto-Branche, ihren Robin Hood. Mit einem Vermögen von über 11 Milliarden US-Dollar ist Sam Bankman-Fried aktuell der zweitreichste Krypto-Unternehmer der Welt, direkt nach Binance-CEO Changpeng Zhao. Nur Mark Zuckerberg wurde laut Forbes schneller reicher als der heute 30-Jährige. Sein selbsterklärtes Ziel: So viel Reichtum anhäufen, wie er kann. Und diesen dann an wohltätige Organisationen spenden. Er nennt es, “effektiven Altruismus”. Durch die Krise könnte der 30-Jährige der neue Krypto-König werden.

Vor rund fünf Jahren besitzt er nicht einmal einen Bitcoin. Dann kommt Sam Bankman-Fried als Krypto-Trader zu Millionen – durch das Ausnutzen eines Schlupflochs, einer beachtlichen Preisdifferenz des Bitcoin-Preises zwischen Japan und den USA. Am Ende macht er 25 Millionen US-Dollar Gewinn mit einem Trade. Mit dem Geld und großzügigen Finanzierungen durch Fonds gründet er 2019 FTX. Nach nur drei Jahren ist es eine der wertvollsten und größten US-Krypto-Börsen, mit gigantischer Kriegskasse.

Laut eigenen Angaben hat er einen Rettungsfonds von über zwei Milliarden US-Dollar eingerichtet. Im Juni 2022 leiht Sam Bankman-Fried dem mittlerweile insolventen Krypto-Broker Voyager Digital über 250 Millionen US-Dollar, dann kauft er den angeschlagenen Krypto-Lender BlockFi zu einem Schnäppchenpreis (25 Millionen statt 4 Milliarden), vorher Anteile am Broker Robinhood. Sein neuestes Objekt der Begierde: Bithumb, eine der führenden südkoreanischen Krypto-Börsen. Eine Übernahme ist laut Bloomberg im Gespräch.

Auf Luxus verzichtender Veganer mit Zockerherz

Sam Bankman-Fried wird 1992 auf dem Campus von Stanford geboren, als Sohn zweier Rechtsprofessoren der Elite-Uni. Nach Abschluss einer privaten High School in der Bay Area studiert er vier Jahre Physik am MIT. Die meiste Zeit verbringt er allerdings mit Videospielen wie “Starcraft” und “League of Legends”. Er liebt den Rausch, schnelle Entscheidungen unter Zeitdruck zu treffen: “Beim Schach oder anderen Spielen bestand er immer darauf, mit einem Timer zu spielen”, sagt ein Studienkollege über ihn einmal im Interview.

Trotz seines Milliarden-Vermögens verzichtet Bankman-Fried auf Luxus. Er ist Veganer aus Überzeugung, trägt Schlabberklamotten und fährt einen Toyota Corolla über die Straßen der Bahamas, auf denen er seit 2021 lebt. Nachts schläft er im Büro, auf einem Sitzsack. Weniger als fünf Stunden pro Nacht. Die Mitarbeiter können ihn jederzeit wecken, wenn sie Rat suchen. An der Universität entdeckt er die Lehre des “effektiven Altruismus”. Und richtet sein Leben danach aus.

Bisher spendet Sam Bankman-Fried kaum an wohltätige Zwecke

Die Bewegung wird 2011 von zwei Oxford-Philosophen gegründet. Ihre Maxime: die eigene Zeit und Ressourcen so einsetzen, das man das größtmögliche Wohl für die größtmögliche Zahl von Menschen bewirken kann. Sam Bankman-Fried will 99 Prozent seines Vermögens spenden, wenn die Zeit gekommen ist. Nur 100.000 US-Dollar pro Jahr behalten. Praktisch umgesetzt hat er davon noch nichts. Laut Forbes spendete er bisher nur 25 Millionen US-Dollar, rund 0,1 Prozent seines Vermögens. Weniger als jeder andere Milliardär der reichsten 400 Menschen der Welt. Anders gesagt: Sam Bankman-Fried muss erst noch ein wenig von der Krise profitieren, bevor er dann kurz die Welt retten kann.

Wofür er aktuell viel Geld ausgibt: Marketing, Investmentdeals und Lobbying. 2020 wird Bankman-Fried mit über fünf Millionen US-Dollar der zweitgrößte Spender der Biden-Kampagne, direkt nach Michael Bloomberg. Für die Wahl 2024 kündigte er an, die Demokraten mit bis zu einer Milliarde US-Dollar zu unterstützen, um einen Sieg von Donald Trump zu verhindern. Er wäre damit der größte Spender der Geschichte der USA.

Für die Sponsoring-Rechte der Basketballarena von Miami Heat investiert er 135 Millionen US-Dollar, hunderte Millionen buttert er in e-Sports Deals und das Formel-1-Team von Mercedes. Der Großteil seines Reichtums liegt in Anteilen an FTX – und diversen Kryptowährungen, wie etwa Solana (SOL). Die Wette des 31-jährigen Starunternehmers: Wenn er die Krypto-Welle weiterreitet, kann er sein Vermögen um das 900-Fache steigern. Und damit später auch seine Spenden.

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