"Krypto und Banken gemeinsam besser" 

Ripple baut Stablecoin-Geschäft aus: Wird RLUSD zur Gefahr für XRP?

Ripple darf künftig eine eigene Treuhandbank in den USA betreiben und stärkt damit seinen Stablecoin RLUSD. Doch was bedeutet der Ausbau des Geschäfts für XRP und dessen Rolle im Zahlungsverkehr?

Dominic Döllel
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Ripple-CEO Brad Garlinghouse

Beitragsbild: picture alliance

| Brad Garlinghouse sieht Ripples Strategie bestätigt

Ripple hat von der US-Bankenaufsicht Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die endgültige Genehmigung für seine Ripple National Trust Bank (RNTB) erhalten. Das Unternehmen hatte die Lizenz im Juli 2025 beantragt und im Dezember eine vorläufige Zusage bekommen. Mit der nun erteilten Genehmigung ist das Zulassungsverfahren abgeschlossen.

Die neue Treuhandbank unterliegt der US-Bundesaufsicht und soll insbesondere die Infrastruktur rund um Ripples Stablecoin RLUSD stärken. Sie darf dessen Reserven verwalten, als Treuhänder für die Sicherheiten der RLUSD-Inhaber auftreten und Verwahrdienstleistungen für digitale Vermögenswerte anbieten.

An der Ausgabe des Stablecoins ändert sich nichts. Dafür bleibt die Standard Custody & Trust Company zuständig, die von der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS reguliert wird.

Ripple baut regulierte Stablecoin-Infrastruktur aus

Ripple-CEO Brad Garlinghouse bezeichnete die Zulassung als Bestätigung der Unternehmensstrategie. “Wir haben immer gesagt, dass Krypto und Banken gemeinsam besser funktionieren”, erklärte er in der entsprechenden Pressemitteilung. Ripple habe mehr als ein Jahrzehnt daran gearbeitet, regulierte Finanzinfrastruktur für institutionelle Kunden aufzubauen.

RLUSD wurde im Dezember 2024 eingeführt und kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Der Stablecoin wird unter anderem im Zahlungsverkehr von Ripple und als Sicherheit bei Ripple Prime eingesetzt. Die Deckung besteht aus US-Dollar-Einlagen, US-Staatsanleihen und weiteren liquiden Vermögenswerten. Den Großteil der Reserven verwahrt BNY.

Mit der endgültigen OCC-Zulassung folgt Ripple dem Stablecoin-Anbieter Circle, der bereits im Juli grünes Licht erhielt. Coinbase, Crypto.com und die zu Stripe gehörende Firma Bridge verfügen bislang lediglich über vorläufige Genehmigungen.

Und XRP?

Der wachsende Fokus auf RLUSD wirft auch Fragen zur künftigen Rolle von XRP auf. Beide digitalen Vermögenswerte werden für internationale Zahlungen eingesetzt, erfüllen dabei aber unterschiedliche Funktionen. RLUSD bietet durch seine Bindung an den US-Dollar Preisstabilität, XRP dient hingegen als Brückenwährung zwischen verschiedenen Währungen.

Gegenüber BTC-ECHO betonte RippleX-Manager Markus Infanger bereits im Mai, dass sich beide Lösungen ergänzen. Sollte der direkte Austausch zwischen Stablecoins künftig jedoch einfacher werden, könnte XRP einen Teil seines bisherigen Nutzens im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr verlieren. Mehr dazu hier: Zerstört Ripple mit dem eigenen Stablecoin den Nutzen von XRP?


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