New Coins on the Block – Hshare (HSR)

Mit Hshare ist aus dem Nichts ein Asset in den Top 20 erschienen – Worum handelt es sich dabei?



Wie es sich in verschiedenen Artikeln dieser Reihe zeigte, muss es sich nicht immer um ein New Coin handeln – Coins wie Bytecoin waren recht alt, hatten jedoch viele nicht auf dem Radar.

Mit Hshare handelt es sich jedoch wieder um ein wirklich neues Asset, welches erst vor Kurzem seinen ICO hatte. Seit dem 28. August kann entsprechend von einem realen Marktkapital gesprochen werden: Mit über einer Miliarde US-Dollar hat sich Hshare fast einen Platz in den Top Ten sichern können.

Warum sind viele von dem Konzept Hshare, dessen Team im ICO innerhalb eines Monats 21.000 BTC einwerben konnte, begeistert?

Hcash – ein Layer für Distributed Ledgers

Um den Wert von Hshare zu verstehen, muss über Hyper Cash oder kurz Hcash, das eigentliche Projekt, mit welchem über den ICO Geld eingeworben wurde, diskutiert werden.

Ein aktueller Entwicklungstrend möchte eine zentrale Frage im Altcoin-Ökosystem beantworten: Wie soll man möglichst effizient mit der Menge an blockchain-basierten Systemen umgehen? Projekte wie TenX, Ripple oder auch OmiseGo arbeiten hier an Antworten. Diesen Projekten schließt sich Hcash an und möchte ein System sein, welches als eine Sidechain zwischen Blockchains arbeiten kann.

Eine Besonderheit ist, dass Hcash dabei nicht nur eine Brücke zwischen blockchain-basierten Systemen sein will, sondern auch zwischen direktionalen azyklischen Graphen, das heißt zu Systemen wie IOTA oder Byteball.

Unter dem Begriff “Hive” wird das Konzept zusammengefasst: Hcash ist als eine Side Chain gedacht, welche mit unterschiedlichen Blockchains und direktionalen azyklischen Graphen verbunden sein wird. Da direktionale azyklische Graphen über keine Confirmation Time verfügen, soll Hcash so ausgelegt sein, dass neue Blöcke quasi instantan der Blockchain hinzugefügt werden.

Neben diesen Features soll es ähnlich wie bei ZCash oder Byteball die Möglichkeit komplett anonymer Transaktionen geben. Diese Adressenpaare bestehend aus Public und Private Adress (nicht zu verwechseln mit dem Public und Private Key) sollen später zu den Systemen von Zcash und Byteball kompatibel sein, so dass direkt im Hcash-System Byteball und ZCash verwendet werden kann. Generell soll über einen Zero Knowledge Proof, auch bekannt als Zk-SNARK, eine anonyme Transaktion möglich sein.

Hcash ist von Beginn an quantum-safe angelegt. Die Sorge, dass aufkommende Quantencomputer Hackern das Auffinden von Private Keys ermöglichen, wurde öfter artikuliert. In dem Kontext wurde oft auch erwähnt, dass prinzipiell ein Update auf Verschlüsselungsalgorithmen, welche auch für Quantencomputer kaum zu entschlüsseln sind, möglich wäre.

HCash – Governance dank Proof of Work und Proof of Stake

Governance ist hinsichtlich Kryptowährungen ein wichtiges Thema. Es stellt sich die Frage, wie ein dezentral organisiertes Projekt vorangebracht werden soll, wie Entscheidungen über seine Zukunft gefällt werden. Die Skalierungsdebatte Bitcoins zeigt, dass hier Probleme aufkommen können. Systeme wie DASH haben hinsichtlich der dezentralen Governance deshalb ein System entwickelt, in dem wichtige Stakeholder des Netzwerks, genauer gesagt die Betreiber von Master Nodes, die Zukunft von DASH bestimmen können.

Hcash denkt diesen Ansatz weiter und lässt jeden Token Holder (das heisst nicht nur jene mit einem großen Deposit) am Governance-Prozess teilnehmen. Sobald in einer Wahl eine Entscheidung getroffen wird, soll sich das entsprechende Protokoll-Update instantan im Netzwerk durchsetzen – ohne dass es erst einer Zustimmung großer Mining Farmen bedarf.

Damit Investoren des ICO nicht zu viel Macht haben und sich nicht durch Staking Rewards (das Pendant zu Mining Rewards im Proof-of-Stake-Konsens) das Geld bei diesen frühzeitigen Investoren konzentriert wird, soll neben dem Proof-of-Stake-Konsens ein Proof-of-Work-Konsens etabliert werden.

Schließlich soll noch eine DAO im Hcash-System eingearbeitet werden, an die 5 % der Coins gehen sollen. Token Holder können über diese abstimmen, für welche Projekte das Geld verwendet werden soll.

Aktuell ist diese Blockchain noch nicht fertig, Nutzer können also noch kein Hcash besitzen. Als Garantie für einen bestimmten Betrag sind im Rahmen des ICOs Hshares verkauft worden. Diese Token stehen für Besitzansprüche in der kommenden Hcash-Blockchain, welche zu gegebener Zeit über verschiedene Quellen in Hcash getauscht werden können.

Einige kritische Anmerkungen

Die Idee und der Ansatz sind spannend. Doch es existieren einige Details, welche den Betrachter skeptisch zurücklassen. Ignorieren wir die Rechtschreibfehler im White Paper ist es doch schade, dass sich einige sachliche Fehler eingeschlichen haben. Anderes klingt als hätte man es aus einem Lehrbuch übernommen.

Außerdem verwundert es ein wenig, dass für das Announcement kein Thread auf Bitcointalk eröffnet wurde, sondern auf binance dazu kurz etwas veröffentlicht wurde. Binance ist auch der Exchange, über den fast 20 % des Trading Volumes realisiert werden.

Hcash beziehungsweise Hshare scheinen eher auf den kleineren Exchanges gehandelt zu werden – neben binance und CHBTC, zwei größeren Exchanges, ABWang, DABTC, Allcoin und TRadeSatoshi.

Wenn man zusätzlich im Hinterkopf hat, dass über das Team bisher wenig bekannt ist, bleibt insgesamt ein etwas mulmiges Gefühl übrig. Einige Dinge klingen nicht uninterressant, aber die Begleitumstände sind mysteriös. Lobenswert ist jedoch, dass schon jetzt der Sourcecode über github verfügbar ist.

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, sei auf ihre Webseite, ihr White Paper und ihr Github verwiesen.

BTC-ECHO

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Zudem engagiert er sich aktiv für die Krypto-Community – sowohl online als zentraler Ansprechpartner im Slack-Channel von BTC-ECHO als auch offline als Speaker und Interviewer pflegt er stets den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären. Der promovierte Physiker kann auf jahrelange Berufserfahrung als Projektleiter und technologischer Berater zurückgreifen. Philipp begeistert sich dabei seit vielen Jahren nicht nur für die technologische Dimension von Kryptowährungen, sondern auch für die dahinterliegende sozioökonomische Vision.

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