New Coins on the Block – Byteball (GBYTE)

Byteball verspricht für das Verlinken des Bitcoin-Wallets Geld zu verschenken. Doch was kann die Währung noch?

In der Reihe New Coins on the Block gehe ich normalerweise nach der Marktkapitalisierung. Im Slack von BTC-ECHO war jetzt vermehrt Byteball ein Thema, weshalb diese Kryptowährung vorgezogen wird. Das bedeutet jedoch natürlich nicht, dass Währungen wie Omise Go, Tether oder Iconomi ignoriert werden.

Byteball ist vergleichsweise wirklich ein New Coin on the Block: Das Announcement auf Bitcoin Talk ist vom September letzten Jahres, coinmarketcap verfügt über Daten seit Ende Dezember 2016.

Seitdem ist der Kurs zwischenzeitlich um fast 36.000% gestiegen. Zwar hat der Byteball – auch durch das Geldausschüttungssystem, was später diskutiert wird – dramatisch an Wert verloren, aber immer noch hätte der Hodler (d.h. jene, die Byteball nicht verkauft haben) einen Gewinn von 13.000% erwirtschaftet.

Byteball – ein Tangle mit vielen Schmankerln

Was ist nun das besondere an Byteball? Vor einiger Zeit hat BTC-ECHO über IOTA berichtet. In dem Zusammenhang wurde der Tangle vorgestellt: Eine blockchain-ähnliche Datenstruktur ohne Blöcke und ohne Chain. Im weiteren Verlauf werden weitere Parallelen zu IOTA auffallen.

Konkret handelt es sich bei der Datenstruktur um einen direktionalen azyklischen Graphen (DAG). Die Blockchain selbst ist ebenso direktional und azyklisch, dass bedeutet, dass auf einen Block ein weiterer, der keiner der Vorgängerblöcke ist, folgt.  Jedoch ist ein DAG deutlich allgemeiner ausgelegt; ein Element desselben kann mehrere Nachfolger besitzen und mehrere Vorgänger besitzen.

Die Transaktion enthält, die für eine Versendung vorgesehenen Daten, die Signaturen der Transaktionsinitiatoren sowie Hashes von den vorherigen Transaktionen. Damit übt, analog zu IOTA, jeder Nutzer quasi die Rolle der Miner aus, indem sie in ihren neuen Transaktionen die alten bestätigen und so unveränderlich machen.

Byteball unterstützt auch Smart Contracts, so dass Transaktionen an festgelegte Bedingungen geknüpft werden können. Über Oracles, Smart Contracts mit Verbindung zur realen Welt, können andere Assets wie Fiat- oder Kryptowährungen oder auch reale und digitale Rohstoffe wie Strom gehandelt werden. Außerdem ist es über dieses Oracles möglich, verschiedene Formen von Prediction Markets oder auch Sportwetten zu realisieren.

Byteball selbst ist pseudonym; über einen Explorer lassen sich alle Transaktionen einsehen. Sollte es einen Use Case geben, welcher eine wirkliche Anonymität erfordert, ist mit sogenannten Blackbytes eine anonyme Transaktionsmöglichkeit geschaffen.

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Die Oberfläche des Byteball-Wallets erinnert an Messaging-Services wie Whatsapp oder Telegram. Das ist bewusst gewählt, ist doch ein weiterer Schwerpunkt von Byteball die Implementation und Nutzung von Chatbots, beispielsweise im Bereich der E-Commerce-Anwendungen.

GBYTE – das Gas von Byteball

Den Entwicklern von Byteball ist, ähnlich wie IOTA, eine Schwierigkeit hinsichtlich der Gebühren im Netzwerk aufgefallen. Wie jedes andere Netzwerk einer Kryptowährungen sind Maßnahmen gegen Spamattacken zu treffen. Ein übliches Mittel sind dabei Gebühren. In vielen Kryptowährungen wird dies in der respektiven Kryptowährung vorgenommen.

Nun ist ein Problem, dass mit einem Wertanstieg einer Kryptowährung sich ebenso die Gebühren erhöhen. IOTA hat deshalb Strom als eine Art Währung: Jemand, der eine Transaktion bestätigt haben möchte, bestätigt dafür zwei andere.

Byteball wählen hier einen etwas anderen Ansatz: die GBYTES entsprechen der Menge an Daten, die man dem Netzwerk anvertrauen will, und damit, grob ausgedrückt, der Größe der Transaktion.

Hier ist ein Wettbewerb zu erwähnen, welcher ein wenig an Proof of Work erinnert: Das Byteball-Netzwerk belohnt jene, die möglichst früh möglichst viele neue Transaktionen als Vorgänger ihrer Transaktion berücksichtigen, mit einer Senkung der an sich anstehenden Gebühren.

GBYTE gegen Bitcoin-Stake

Byteball schüttet in regelmäßigen Abständen (wie Cameron in den Kommentaren korrekt sagte zu Vollmond) GBYTE an Bitcoin-Holder aus. Der Gedanke dahinter ist, dass es für eine breite Akzeptanz viele Token Holder braucht. Deshalb können am 6. September zum neunten Mal jene, die einem Chatbot in Byteball die Summe ihrer Bitcoin-Funds nachweisen, für 1 BTC 0,00625 GBYTE erhalten. Der Prozess ist genauer auf der Webseite beschrieben.

Da es mit gewisser Regelmäßigkeit die Möglichkeit gibt, kostenlos GBYTE zu erhalten ist selbstverständlich die Frage, ob sich ein Kaufen von Byteball-Tokens aktuell lohnt. Wie weiter oben dargestellt ist der Kurs inzwischen dramatisch eingebrochen, die Frage ist also weniger, ob man kauft oder nicht als vielmehr, ob man die Byteball-Token, die man bei derartigen Ausschüttungen erhält, gleich verkauft oder erstmal hält.

Insgesamt ist Byteball dennoch eine sehr interessante Währung, die eine Menge unterschiedlicher Funktionen unter der Haube hat. Für jene, die sich weiter über die Kryptowährung informieren wollen, sei auf die Webseite und das umfangreiche Whitepaper verwiesen.

BTC-ECHO


Bildquellen

13 thoughts on “New Coins on the Block – Byteball (GBYTE)

  1. Hab mir die Software mal geladen und das ganze Whitepaper durch gelesen während ich auf den download vom DAG gewartet habe.
    Ich finde es doch sehr merkwürdig das alle Transaktionen ausschließlich vom Entwickler des Coins signiert werden. Um das zu ändern muss jemand manuell seine Zeugenliste anpassen. Das wird natürlich keiner, oder zumindest nur wenige, machen, und so ist dieser Coin von 99% der user nicht dezentral einsetzbar. Eine einzelne Person kontrolliert das Netzwerk und erhält die Transaktionsgebühren… Hat einen seltsamen Beigeschmack finde ich.
    Im Bitcoin Talk hab ich das angesprochen und hab ein paar Sprüche kassiert, aber niemand kann mir sagen ob, wann und wie das mal geändert werden könnte.
    Die Leute sind lieber begeistert das sie Geld geschenkt bekommen. Ziemlich schlaues System eigentlich: verschenke eine selbst erstellte digitale Währung und bekomme ein paar Einheiten mit jeder Transaktion in Form von Transaktionsgebühren zurück.
    Hoffe mal das sich das ändert, denn das Konzept hinter Byteball hat imho sehr viel Potential. Schade nur das es derzeit offenbar zu 100% mit dem Vertrauen an eine einzige Person verbunden ist. Ich würde niemandem raten dort Geld zu investieren. Nehmt die Air-drops mit und freut euch wenn der Kurs steigt, werde ich auch so machen. Doch richtig was investieren scheint mir keine gute Idee zu sein.

  2. Wenn man Byteballs kauft und die hält bekommt man auch Ausschüttungen und mehr, als einfach Bitcoins zu halten. z.B. das wäre ein Grund um GBYTE zu kaufen.

  3. Ja, Recherche ist schon anstrengend.

    Die Ausschüttungen sind nicht “mehr oder weniger regelmäßig”, sondern aüßerst exakt immer zu Vollmond. Das nenne ich regelmäßig.

    Bei der nächsten Ausschüttung werden nicht 0,0625 GBYTE pro Bitcoin ausgeschüttet, sondern 0,00625 GBYTE.

    Und noch was zu Olaf Bartel und seine hodl-Kritik: Wer sich die Zeit nimmt, einen inzwischen zur Normalität gewordenen Spaß – ob es nun lächerlich ist oder nicht – auf einer relativ verbreiteten Website zum Thema Cryptowährungen zu kritisieren ändert an der Praxis nichts. Das Wort ist in der Welt, wird überall benutzt, und man kann es gut finden oder schlecht. Dein Name soll auch mal auf so einer Seite zu finden sein, oder? Glückwunsch. Lächerlich.

    1. Es geht auch um Verständnis. Ein Leser, der das erste Mal mit dem Thema konfrontiert wird, kann mit diesem Begriff nichts anfangen.
      “Bei der nächsten Ausschüttung werden nicht 0,0625 GBYTE pro Bitcoin ausgeschüttet, sondern 0,00625 GBYTE.”
      Wo haben Sie diese Information her?

    2. Hi Cameron,

      vielen Dank für die Infos. Ja, da sind mir Fehler unterlaufen, ich werde sie gleich einarbeiten.

      Viele Grüße

      Philipp

  4. Ich frage mich, was in einem ernst gemeinten Artikel der alberne Begriff “Hodler” zu suchen hat. Das ist schon in den Foren mehr als lächerlich. Im letzten Absatz ist dann plötzlich von “Bitcoin-Holder” die Rede. Vielleicht sollte man sich mal entscheiden. Aber bitte für das Richtige! Das soll ja hier so etwas wie seriöser Journalismus sein, oder nicht?

    1. Da muss ich Olaf schon recht geben. Ich habe nichts gegen den Begriff hodl wenn ich auf reddit oder anderen Foren unterwegs bin, aber doch bitte nicht bei seriösen Artikeln.

      1. Was ist schon seriös? Eine Website, die nicht recherchiert, bevor Artikel veröffentlicht werden? Die ganz tolle Anleitungen zur Hardfork und wie man seine Coins splittet schreibt, nach deren Lektüre man mehr Zweifel hat als zuvor? Die immer “Winkelvoss” statt Winklevoss schreibt? Die darf auch hodln schreiben.

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