Mut zum Risiko – Junge Trader haben mehr Vertrauen in Bitcoin-Börsen als in den Aktienmarkt

Brigitte Bernhardt

von Brigitte Bernhardt

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Brigitte Bernhardt

Brigitte Bernhardt hat Architektur studiert, PR und Redaktion gelernt und arbeitet als Fachautorin für verschiedene Medien. In die Kryptowelt ist sie 2017 eingetaucht und war vom ersten Moment fasziniert – von der Technik, von der Idee, den Menschen die Kontrolle über das eigene Geld zu geben und von den Möglichkeiten, die Kryptowährungen und Blockchain für unsere Welt bedeuten.

Quelle: Shutterstock

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Fast die Hälfte der Online-Trader in der Altersgruppe der Millennials hat mehr Vertrauen in Krypto-Börsen als in klassische Börsen. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage, die eToro in Auftrag gegeben hatte. Die älteren Jahrgänge wären ebenfalls interessiert am Handel mit Kryptowährungen, wenn es Angebote traditioneller Finanzunternehmen gäbe.

Laut der Studie, die das Marktforschungsunternehmen Provoke Insights in den USA durchgeführt hat, ziehen 43 Prozent der Millennials Börsen für Kryptowährungen den klassischen Aktienmärkten vor. Dies wurde am 19. Februar 2019 bekannt gegeben.


Auftraggeber der im Herbst 2018 durchgeführten Studie ist eToro, eine Onlineplattform für Investments. Anleger können dort sowohl in die traditionellen Märkte als auch in Kryptowährungen investieren. Das Unternehmen ist also in beiden Welten zu Hause, was als gute Voraussetzung für die Seriosität der Studie gedeutet werden kann.

Leider ist nicht bekannt, wie die Studie „Millennials“ definiert. Hierzulande ist eine gängige Auffassung, dass die „Generation X“ die geburtenschwachen Jahrgänge ab der späten 1960er bis zum Anfang der 1980er bezeichnet. Danach folgen die Millennials, auch „Generation Y“ genannt. Dies sind alle, die im Zeitraum der frühen 1980er- bis zu den späten 1990er-Jahren geboren wurden, also die Altersgruppe der heute 20- bis 36-Jährigen.

Vertrauen in die Blockhain

Guy Hirsch, Geschäftsführer bei eToro U.S. erklärte:


Wir erleben den Beginn einer Vertrauensverschiebung von der traditionellen Börse hin zu den Krypto-Börsen. Im Mittelpunkt dieser Veränderung stehen die Anlageklassen selbst. Die jüngeren Anleger haben am Aktienmarkt einen großen Vertrauensverlust erlebt, als die Lehman Brothers aufgrund unverantwortlicher Praktiken untergingen und danach die schlimmste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise eintrat.

Von den Millennials, die bereits mit Kryptowährungen handeln, hielten sogar zwei Drittel den Krypto-Markt für vertrauenswürdiger als den Aktienmarkt. Selbst unter den Millennials, die nicht mit Kryptowährungen handeln, sei ein Drittel der Meinung, dass sie in Krypto-Börsen mehr Vertrauen hätten als in traditionelle Aktienbörsen, so die Studie.

Hirschs Einschätzung dazu:

Millennials und die Generation X halten es für weniger wahrscheinlich, dass an Krypto-Börsen manipuliert wird und dass dort dunkle Machenschaften mit Steuergeldern belohnt werden. Wenn sich mehr Anleger über die Vorteile der Blockchain informieren, wird sich dieser Trend weiterfortsetzen.

Interesse an institutionellen Krypto-Angeboten

Besonders attraktiv wäre für die Befragten die Möglichkeit, Kryptowährungen über traditionelle Finanzinstitute zu erwerben. 93 Prozent der Krypto-Händler gaben an, dass sie mehr in Krypto investieren würden, wenn dies von traditionellen Finanzinstituten angeboten würde. Unter den Millennials, die nicht mit Krypto handeln, beträgt dieser Anteil 71 Prozent. Insgesamt gaben 59 Prozent der „Nocoiner“ an, dass sie investieren würden, wenn es die Möglichkeit bei traditionellen Finanzinstituten geben würde.

Etwa die Hälfte der befragten Online-Investoren äußerte außerdem Interesse daran, Krypto-Assets in ihre 401k-Pläne einfließen zu lassen. Damit sind steuerlich begünstigte Rentensparpläne in den USA gemeint, die viele Arbeitgeber unterstützen.

Auch in dieser Gruppe zeigten sich selbst unter denjenigen, die nicht mit Krypto handeln, 45 Prozent interessiert, einen Teil ihres Rentensparplans in Krypto anzulegen. Unter den Krypto-Händlern sprachen sich sogar 74 Prozent für diese Option aus.

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