Krypto und traditionelle Märkte KW45 – Wenn Bitcoin auf Öl stößt

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Bitcoin macht seinem Ruf als unkorelliertes Asset alle Ehre. Seine Kursentwicklung ist von klassischen Märkten fast so unabhängig wie die von Gold. Auch bezüglich der Volatilität macht Bitcoin traditionellen Anlagen Konkurrenz. 

 

Wenn man die großen Heilsversprechen von Tim Draper und anderen Permabullen hört, gibt es einen gemeinsamen roten Faden: Mit den institutionellen Investoren soll das große Geld in Bitcoin und die Kryptowährungen kommen. Kein Wunder also, dass nicht wenige das Hin und Her der SEC bezüglich des ETF aufmerksam verfolgen. Tatsächlich ist es so, dass seit einigen Jahren der Krypto-Markt um ein neues Narrativ bereichert wurde: Bitcoin ist nicht nur Zahlungsmittel oder Wertspeicher, sondern auch ein unkorreliertes Asset. Diese niedrige Korrelation mit traditionellen Märkten wie dem S&P 500, dem DAX oder dem Dow Jones sprechen dafür, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen ein gutes Tool zur Diversifizierung darstellen. Der Nutzen bezüglich Diversifizierung steht und fällt mit der niedrigen Korrelation.

Eine weitere Größe verdient Beachtung mit Blick auf institutionelle Investoren: die Volatilität der Kryptowährungen. Die hohen Wertschwankungen Ende 2017, Anfang 2018 waren ein Zeichen für einen hochspekulativen Markt. Für Trader war und ist das sehr interessant, jedoch eignet sich eine derartige Anlage weniger für ein langfristiges institutionelles Investment. Die sinkende Volatilität, insbesondere von Bitcoin, ist deshalb ein zweiter Monitor, der sich zu verfolgen lohnt.

In dieser neuen Kolumne möchten wir deshalb wöchentlich diese beiden Größen verfolgen. Wir schauen auf die Korrelation im letzten Monat, auf eine gleitende Korrelation und eine gleitende Volatilität. Die beiden letzten Werte werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage ausgerechnet.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt


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Die Korrelationsmatrix zeigt: Bitcoin, Ethereum und XRP wiesen im Oktober eine geringe Korrelation mit dem klassischen Markt auf, wobei die von Ripples Kryptowährung noch am stärksten ist. Die Top-3-Kryptowährungen ähneln Gold, das sogar leicht antikorreliert zu allen betrachteten Assets ist:

Da sich Bitcoin, Ethereum und XRP sehr ähnlich verhalten und aktuell BTC für institutionelle Investoren am interessantesten ist, fokussieren wir uns auf die erste aller Kryptowährungen.

Ein Blick auf die laufenden monatlichen Korrelationen zwischen Bitcoin und den traditionellen Märkten zeigt, dass die Korrelation der Kryptowährung mit den Indizes S&P 500, DAX und Dow Jones fällt und mit Gold und Öl ansteigt.  Bisher sind die Werte jedoch zu gering um einen wirklichen Trend auszumachen:

Adaption oder Desinteresse? Volatilität von Bitcoin auf Tiefstand

Die sinkende Volatilität Bitcoins war schon mehrfach Thema auf BTC-ECHO. Konkret hat sie im Oktober einen Tiefststand erreicht und liegt nur leicht über der von Öl:

Zwar liegt damit Bitcoin noch deutlich über der von Gold, fiel jedoch Ende November fast unter die von Öl. Ebenso stieg die Volatilität der Indizes S&P 500, DAX und Dow Jones fast auf das Level von Bitcoin. Ist dies nur dem Bärenmarkt zuzuschreiben oder definieren sich Kryptowährungen als institutionelle Anlageklasse? Das wird die Zukunft zeigen, Interesse ist jedenfalls vorhanden. Und wenn der Kryptosektor weiterhin so unkorreliert bleibt, wird dieses Interesse weiter steigen.

 

BTC-ECHO

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