Krypto-Hacks: Lazarus Group soll 571 Mio. US-Dollar erbeutet haben

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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Nach Angaben der russischen IT Security-Firma Group-IB gelang es Hackern der Lazarus Group seit Anfang 2017, Vermögen aus Krypto-Börsen im Gesamtwert von 571 Millionen US-Dollar zu entwenden. Die Angriffe werden der nordkoreanischen Regierung zugeordnet.

Laut dem Jahresbericht  „Hi-Tech Crime Trends 2018“ des Moskauer IT-Security-Unternehmens Group-IB ist Lazarus offenbar die erfolgreichste Hackergruppierung, wenn es darum geht, die Krypto-Börsen in aller Welt anzugreifen, um deren digitale Guthaben anzuzapfen. Seit Anfang des Vorjahres sollen die von der nordkoreanischen Regierung gesteuerten Hacker Wallets von unterschiedlichen Kryptowährungen im Gesamtwert von 571 Millionen US-Dollar entwendet haben. Das sind umgerechnet rund 495,43 Millionen Euro. Die Cyberkriminellen haben es dabei vor allem auf die Online-Handelsplätze in Südkorea und Japan abgesehen. Der Report ist noch nicht öffentlich zugänglich. Das News-Portal TNW berichtete aber schon vorab, dass in 2017 und 2018 zusammen, insgesamt Vermögensanteile im Wert von 882 Millionen US-Dollar entwendet wurden. Die Lazarus Group soll für den Löwenanteil dieser virtuellen Diebstähle verantwortlich sein.

Phisher klauten 56 Prozent aller erbeuteten ICO-Wallets


Die Hacker setzen in diesem Sektor zumeist traditionelle Methoden wie Spear Phishing, Social Engineering und Schadsoftware ein. Beim Spear Phishing gehen bei den Angriffszielen E-Mails ein. Diese sehen so aus, als wenn sie von einer vertrauenswürdigen Quelle stammen würden. In Wahrheit lockt man die Opfer mit den E-Mails auf gefälschte (nachgemachte) Webseiten. Dort werden die Zielrechner mithilfe der in den Seiten implementierten Schadsoftware infiltriert und dann komplett übernommen. Um das zu erreichen, verschicken die Cyberkriminellen alternativ verseuchte PDF-Dokumente per E-Mail, wie Group-IB berichtet.

Nach der Übernahme der PCs versuchen die Hacker das komplette Netzwerk eines Unternehmens zu durchsuchen. Dabei werden die Computer und Server ausfindig gemacht, die die Daten der Kryptowährungswallets beinhalten. Die Täter, die Phishing einsetzen, sollen für 56 Prozent des gestohlenen ICO-Vermögens verantwortlich sein. Der Bericht spricht davon, dass innerhalb der letzten anderthalb Jahre etwa zehn Prozent aller ICO-Wallets entwendet wurden. Monatlich sollen die Phishing-Hacker dazu in der Lage sein, etwa eine Million US-Dollar einzunehmen. Ziel sind aber nicht nur die Betreiber von Krypto-Handelsplätzen, sondern auch vermehrt Personen und Unternehmen, die sich mit dem Thema Krypto-Mining beschäftigen. Auch dort ist viel Geld zu holen.

Besonders perfide: Social Engineering

Beim sogenannten Social Engineering wird das private und berufliche Umfeld eines Mitarbeiters erforscht, um diesen später in die Irre zu führen. Die Nachrichten des Täters, der sich als Kontaktperson ausgibt, sollen für Vertrauen sorgen. Die Person (häufig ein Kollege oder Vorgesetzter) bittet das Opfer dann um die Preisgabe von Passwörtern oder anderer sensibler Informationen. Der Hacker kann seine Täuschung aufrechterhalten, bis der Betroffene auf die Idee kommt, die Kontaktperson anderweitig (beispielsweise telefonisch) zu kontaktieren. In dem Fall fliegt der Betrug sofort auf. Bei vertrauensseligen oder autoritätshörigen Zielpersonen gelingt das Social Engineering natürlich deutlich häufiger, als bei skeptischen Menschen, die sich nicht scheuen, sich z. B. durch ihren Kontrollanruf bei ihrem Vorgesetzten unbeliebt zu machen.

Lazarus Group – oder verdeckte Operationen unter falscher Flagge?

Auch wenn es für ein russisches Unternehmen keinen erkennbaren Grund für falsche Verdächtigungen in Richtung Nordkorea gibt, so sind derartige Anschuldigungen stets mit Vorsicht zu genießen. Von Geheimdiensten oder führenden Konzernen, die in deren Auftrag agieren, werden häufig falsche Spuren gelegt. Man will damit von der eigenen Identität ablenken. In Fachkreisen spricht man von  „false flag operations“. Damit sind verdeckte Einsätze von militärischen oder geheimdienstlichen Organisationen unter falscher Flagge gemeint. Diese Vorgehensweise ist in der Informationstechnik seit jeher gang und gäbe.

Kein Aufwand ist zu groß

Doch zurück zu den Hacks und beweisbaren Daten. Fest steht, dass der anhaltende Krypto-Boom den Hackern aller Couleur in die Hände spielt. Und Tatsache ist auch, dass es sich lohnt, viele Monate Zeit und viel Geld in Angriffe zu investieren. Warum? Weil es entsprechend viel zu erbeuten gibt. Da können von der ersten Planung bis zur erfolgreichen Durchführung einer derart aufwändigen Operation schon mal gerne Monate, wenn nicht sogar Jahre ins Land gehen. Wie viel Aufwand mitunter betrieben wird, zeigt sehr deutlich die Infiltration mehrerer asiatischer Krypto-Börsen mithilfe einer eigens dafür entwickelten Trading-Software nebst der Gründung einer Tarnfirma. Damit wollten die Mitglieder der Lazarus Group den wahren Charakter ihrer Programme für Mac OS X und Windows verschleiern.

Fazit. So wie der heilige Lazarus von Bethanien von Jesus von den Toten auferweckt wurde, so werden online immer wieder neue Gerüchte über die angeglichen Aktivitäten der Lazarus Group oder über russische Hacker verbreitet. In den seltensten Fällen tauchen stichhaltige Beweise für einen Cyberangriff auf, denen man vertrauen kann. Auch was die Täter aus Pjöngjang getan haben, weiß letztlich niemand außer ihnen selbst.

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