Pump and Dump Schlimmer als Bitconnect? 99,9 Prozent Wertverlust in fünf Minuten

Robin Wolf

von Robin Wolf

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Robin Wolf

Robin Wolf beendete 2017 sein Studium der Psychologie an der Universität Wien und begann noch im selben Jahr seine Arbeit als Schriftsteller für Kryptowährungen. Dort realisiert er die Verschmelzung seiner Faszination für Technologie, Finanzen, Marktpsychologie und Sprache.

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Ein kleines Flugzeug, das in einen See gestürzt ist

Quelle: Shutterstock

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Der Defi-Boom bringt Meme-Token wie Hotdog und Pizza auf den Schirm, doch der Preis-Crash dieser Token lässt Fragen nach der Seriösität vieler Defi-Projekte aufkommen.

Am Mittwoch, dem 2. September 2020, verlor der DeFi-Coin Hotdog Token zufolge in nur fünf Minuten 99,9 Prozent an Wert. Der Crash von 4.000 US-Dollar auf unter einen US-Dollar verdeutlicht die Kehrseite des Defi-Hypes. Denn auf der dezentralisierten Börse Uniswap kann jeder sein Projekt veröffentlichen. Ob es sich um ein ernstes Projekt oder Schwindel handelt, erschließt sich oft erst nach genaueren Nachforschungen.

Sie nennen sich Hotdog, Sushi, Kimchi und Pizza. Eine Welle von Meme-Tokens überrollte die letzten Wochen den Krypto-Markt. Diese benannte man bevorzugt nach Essen und versprach horrende Einkünfte. Dass diese nicht immer nachhaltig sind, zeigen Vorfälle wie der Crash Hotdogs.

Der Wertverlust des Token erfolgete nur Stunden nach seinem Launch. Doch Hotdog war nicht der einzige Token, der dieses Schicksal erlitt. Das gleiche Muster zeigte sich bei Pizza und Onlyup: Liquiditätsgeber treiben sofort nach Listing die Kurse in die Höhe. Das führt zu hohen Erträgen, welche Liquiditätsgeber sich schnell auszahlen lassen. Pech hat, wer zu langsam reagiert – und das ist aufgrund der kurzen Zeitspanne des Crashs oft die Mehrheit.

Haare in der Kimchi-Suppe – sind Projekte wie Hotdog seriös?


Der Defi-Hype ist nicht zu übersehen. Vor kurzem übertraf die dezentralisierte Börse Uniswap sogar Coinbase an täglichem Handelsvolumen. Miner freuen sich über den Boom, der auf dem Rücken Ethereums stattfindet. Die Aktivität auf der Blockchain führt zu hohen Transaktionsgebühren und damit hohen Erträgen durch Mining.

Der Meme-Token-Wahnsinn startete mit einem Klon des erfolgreichen Defi-Projekts YFI (Yearn Finance). Besagter Klon wurde unter dem Namen YAM (Yam Finance) veröffentlicht und lockte damit, dass alle Token der Community gehören. Auf diesen nicht-existenten Gründeranteil reagierte der YAM-Kurs sehr positiv. Der Vorfall führte zu einer großen Welle an Nachahmern, die ihre eigenen Meme-Token auf Uniswap anboten.

Der Crash einiger dieser Meme-Token sorgte auf Social Media nun für Furore. Äußerungen von größeren Twitter-Persönlichkeiten vergleichen die jungen Defi-Projekte mit Pump and Dumps, Schneeballsystemen und dem Krypto-Scam Bitconnect.

Mann, ich schwöre, dieser Zustand des Marktes ist schlimmer als Bitconnect. Das ist erst heute passiert, Dutzende weitere Beispiele gibt es im letzten Monat

Denn für Kursmanipulationen sind illiquide Defi-Token wie Hotdog besonders geeignet: Indem man durch einen Smart-Contract ETH für die Liquidität eines Projektes bereitstellt, wird man in Form dessen Token ausbezahlt. So ergattern Liquiditätsgeber Kontrolle über einen Großteil der verfügbaren Token. Diese Kontrolle ermöglicht nun eine einfache und lohnenswerte Manipulation der Kurse.


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