Getreide-Quartett ABCD will Handel mit Blockchain digitalisieren

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Die vier Marktführer im weltweiten Getreidehandel wollen ihr Geschäft künftig digitalisieren und dabei auf Blockchain-Technologie setzen. Damit zielt das als ABCD bekannte Quartett vor allem auf Kosteneinsparungen sowie einen effizienteren und transparenteren Handelsfluss. Bei ihrem Vorstoß können sich die Getreidehändler auf beachtliche Vorarbeit stützen. Denn derzeit wenden sich immer mehr Unternehmen vor allem aus der Logistikbranche Blockchain-Technologien zu. Dabei geht es vor allem um das Management ihrer globalen Lieferketten.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Christopher Klee

Es wirkt wie ein Dominospiel. Nach und nach entdeckt ein um die andere Handelsbranche die Potentiale von Distributed-Ledger-Technologien (DLT) für ihr Supply Chain Management. Als jüngster Spielstein wenden sich nun die amerikanischen Getreidehändler der Blockchain zu.

Die Konzernriesen Archer Daniels Midland Co, Bunge Ltd, Cargill Inc und Louis Dreyfus Co – besser bekannt als ABCD – wollen künftig den internationalen Getreidehandel digitalisieren und dabei nebst künstlicher Intelligenz besonders Blockchain-Technologien zum Zuge kommen lassen.


Dies kündigten die vier Weltmarktführer in dieser Woche in einer gemeinsamen Presseerklärung an. Zusammen kontrollieren sie knapp 70 Prozent des weltweiten Getreidehandels.

Mithilfe der Technologien sollen die Handelsflüsse und Verwaltungsprozesse künftig effizienter, transparenter und kostengünstiger gestaltet werden. Denn derzeit sei man auf eine ineffiziente manuelle Verwaltung angewiesen.

„Viele Aspekte des landwirtschaftlichen Handels werden von Hand erledigt und sind kostspielig: Papier- und Faxdokumente, manuelles Abtippen von Datensätzen und so weiter“,

beschreiben die Firmen ihre Motivation gegenüber Reuters. Zudem würden jährlich allein bis zu 275 Millionen E-Mails versendet, um die 11.000 Containertransporte zu verwalten.

Um dem Papierchaos zu begegnen, wolle man deshalb nun zunächst die innere Verwaltung und in einem zweiten Schritt die internationale Geschäftsabwicklung mithilfe von Blockchain-Technologie digitalisieren. Dazu habe man bereits im Januar einen ersten Testlauf gewagt.

ABCD-Agenda: Expansion

Weitere Details wie etwa ein konkreter Zeitplan kommender Pilotprojekte liegen derzeit noch nicht vor. Fest steht jedoch bereits, dass das Getreide-Quartett seine Anstrengungen auf den Gesamtmarkt ausweiten will.

„Wir erwarten, dass die gesamte Industrie diesen Schritt mitgeht, um Fortschritte zu beschleunigen […]“,

so Soren Schroder, Geschäftsführer des auf den Bermuda-Inseln ansässigen Getreideriesens Bunge.

So hoffe man, dass weitere internationale Händler wie etwa Chinas Cofco und die Japaner Misue sich bei dem Vorstoß beteiligen.

Vor allem mit Blick auf die oftmals kritisch beäugte Marktmacht ABCDs scheint dies durchaus denkbar.

Die Blockchain in Lieferketten – bereits viel Vorarbeit

Gänzliches Brachland betreten die Getreidehändler mit ihrer kommenden Initiative nicht. Vielmehr kann sich das Quartett bereits auf beachtliche Vorarbeit stützen. Denn derzeit wenden sich immer mehr Unternehmen Blockchain-Technologien zum Management ihrer Lieferketten zu. Vor allem die Logistikbranche prescht voran und tut viel dafür, die globalen Handelswege künftig mithilfe von DLT abzusichern.

Als jüngstes Beispiel etwa verkündeten die Hafenstädte Antwerpen und Abu Dhabi Mitte Oktober eine gemeinsame Blockchain-Partnerschaft. Ihr Pilotprojekt soll künftig dabei helfen, Lieferketten im Containertransport zu überwachen und diesen so effizienter zu machen. Ähnliche Vorstöße wagen Unternehmen wie UPSMaersk, PIL, aber auch die australischen Zuckerhändler oder der luxemburgische Diamantenproduzent De Beers.

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