Blutdiamanten, Blockchain gegen Blutdiamanten

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Blockchain gegen Blutdiamanten

Der südafrikanische Diamantenriese De Beers will künftig die Herkunft seiner Diamanten mithilfe einer Blockchain sichern und damit sogenannten Blutdiamanten den Marktzugang versperren. Dies kündigte Konzernchef Bruce Cleaver vergangene Woche gegenüber dem englischsprachigen Nachrichtendienst Reuters an. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch bereits das Unternehmen Everledger.

Die erste Blockchain in der Diamantenindustrie – und das entlang der gesamten Wertstoffkette. Dies ist das ehrgeizige Ziel, das sich der Diamantenriese De Beers gesetzt hat, um die Herkunft seiner Diamanten zu garantieren. Das Anlagegeschäft um Diamanten erfreut sich derzeit großen Interesses. Aus Kriegsgebieten stammende Blutdiamanten finden in diesem Zuge immer noch ihren Weg in die Schmuckgeschäfte und Börsen dieser Welt und befeuern dabei zumeist afrikanische Gewaltkonflikte. Mithilfe der Blockchain soll künftig jeder Edelstein verfolgt werden können, von der Schürfung bis zum Endkäufer.

„Es ist eine riesige Public-Ledger-Technologie, unveränderlicher, als alles, das bisher erfunden worden ist. Es ist unhackbarer als alles, das auf einem einzigen Server liegt“,

schwärmt Geschäftsführer Bruce Cleaver von den Vorteilen der Blockchain.

„Die Technologie hat die Möglichkeit, wegweisend für die Industrie zu werden“,

so Cleaver weiter. Sie schaffe neue Transparenz und würde so etwa über die Rückversicherung an Banken die Finanzierung der Industrie absichern.

Die Blockchain soll helfen

Besonderen Erfolg verspricht er sich jedoch vor allem daher, dass die Technologie der gesamten Industrie zur Nutzung und Beteiligung offenstehen soll. Denn das übergeordnete Ziel der Diamanten-Blockchain soll sein, den sogenannten Kimberley-Prozess zu stützen:

 „Es ist ein mutiger Schritt mit einem Pilot an die Öffentlichkeit zu treten. Aber wir tun es, weil wir daran interessiert sind, dass sich die gesamte Industrie beteiligt.“


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Die 2003 gestartete Initiative der Vereinten Nationen soll verhindern, dass Blutdiamanten Zugang zum Markt finden. Derzeit geben 81 Länder ihr Versprechen, den Diamanthandel mit KP-Herkunftszertifikaten zu sichern. Dessen Effektivität lässt dennoch manchen zweifeln, die Initiative sieht sich immer wieder mit Kritik konfrontiert.

Wie BTC-ECHO berichtet, hatte es bereits 2016 erste Versuche der Blockchain-Implementierung im Rahmen des Kimberley-Prozesses gegeben. De Beers als weltweit größter Diamantenproduzent will mit seiner öffentlichen Blockchain nun den Unterschied schaffen. Ähnliche Bemühungen existieren jedoch bereits. So hat das Start-up Everledger eine Blockchain-Lösung kreiert, die einen Shared Digital Global Ledger zum Markieren und Nachverfolgen von Diamanten bereitstellt. Mit einem einzigartigen Fingerabdruck werden Diamanten so versehen, dass die Echtheit, der Wert und die Herkunft nachvollziehbar sind.

Interesse an Diamanten nimmt zu

Derweil steigt die Nachfrage nach Diamanten als Anlagewerte in den vergangenen Jahren weiter. So hat das Interesse an Diamanten im Zuge von politischen und finanzwirtschaftlichen Zerwürfnissen und Krisen großen Zulauf gefunden, berichten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten.

Schätzungen von Statista zufolge, wurden im Jahr 2016 rund 128 Millionen Karat Diamanten aus Minen weltweit gefördert. Australien, die Demokratische Republik Kongo, Botswana, Südafrika und Russland zählen dabei zu den wichtigsten Produzenten. Australien verfügt zudem über die größten Diamantenreserven der Welt.

Diskussion um Blutdiamanten ebbt nicht ab

Abseits der großen Förderländer finden jedoch weiterhin sogenannte aus Kriegsgebieten stammende Blutdiamanten ihren Weg in die weltweiten Schmuckgeschäfte. Nach der Definition des Kimberley-Abkommens sind solche Edelsteine Blutdiamanten, deren Verkauf gewalttätige Konflikte finanziert. Sie werden meist illegal geschürft und über Mittelsmänner auf den Weltmarkt gebracht. Besonders in den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er-Jahre stellten sie die wichtigste Finanzquelle für afrikanische Bürgerkriege wie in Liberia dar.

Während derzeit zunehmend entwarnende Signale laut werden, die Ära der Blutdiamanten sei vorbei, kritisieren Menschenrechtsorganisationen weiterhin die aktuelle Situation. So gibt es immer wieder Berichte, dass aus Simbabwe oder aus der Zentralafrikanischen Republik weiter Rohdiamanten auf den Markt fließen und die dortigen Konflikte mit Finanzkraft befeuern.

Neben aller Blockchain-Mode offenbart die Initiative von Weltmarktführer De Beers dabei: Der Kampf gegen Blutdiamanten ist lange nicht gewonnen.

BTC-ECHO

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