Die Lage am Mittwoch: Der Geist Satoshis und die Gespenster der Dezentralisierung

Quelle: shutterstock (2)

Die Lage am Mittwoch: Der Geist Satoshis und die Gespenster der Dezentralisierung

Die Grundidee, die Satoshi Nakamoto im legendären White Paper für Bitcoin festhielt, hatte die Struktur der Dezentralität. Ein Blick auf die vergangenen Tage zeigt: Der Geist Satoshis tanzt mit den Gespenstern der Dezentralisierung. Bitcoin, Binance und Venezuela – die Lage am Mittwoch.

Während die Regulierungsbehörden von allen Ecken und Enden der Welt mit neuen Bestrebungen feuern, vergeht kaum ein Tag ohne Ankündigungen neuer Partnerschaften in der oft zitierten aufstrebenden Blockchain-Industrie. Die SEC zerbricht sich die Bürokratenköpfe über dutzende von Anträgen zu Bitcoin-ETF. Derweil versucht sich Ripple verbissen von den (eigenen) XRP-Token loszureißen. Auf den Straßen Venezuelas tobt das finanzielle Chaos, während der höchst umstrittene Petro die Industrie retten soll. Und Binance bezahlt inzwischen 90 Prozent ihrer Mitarbeiter mit einem eigenen Token. Dazwischen tanzt der Geist des Satoshi Nakamoto mit den Gespenstern der Dezentralisierung.

Denn so war das alles eigentlich nicht gedacht. Aus den Trümmern der Bankenkrise erschien im Jahr 2009 ein ominöses White Paper. Es sprach von einem elektronischen Peer-to-Peer-Bezahlsystem. Ohne Banken, ohne Staat. Ohne Kryptogurus und Orakel, einzig und allein aufbauend auf dem Vertrauen in die Technik (bzw. dem Misstrauen gegenüber dem Rest).

Der Grundgedanke hinter allem war also eine dezentrale Organisationsform. In gewissem Sinne selbst reguliert und unabhängig. Dann kamen irgendwann Laszlos millionenschwere Pizzen, Vitalik Buterins Ethereum und die schöne neue Welt der ICOs. Denn „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Und von diesem wollten und wollen alle etwas haben. Hier ein bisschen White Paper, dort ein kleiner Use Case, drei oder vier Investoren und fertig ist die Geldmaschine. Oder?


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Was dabei herauskommt, hat meistens nur wenig mit Dezentralität zu tun. Ob es nun die Blockproducer bei EOS, die Super Representatives oder die Full Nodes bei Bitcoin Cash sind – die Zentralität der Projekte sind die Gespenster der Dezentralität.

Der Geist Satoshis

Und der Geist Satoshis? Der könnte Satoshis Bitcoin nicht bei Binance oder eine der vielen anderen Kryptobörsen anmelden. Er ist einfach zu dezentral. Im Hinblick auf die Listing-Regeln auf Binance erkannte ein Twitter-User kürzlich, dass Bitcoin heute keine Chance hätte, auf der chinesischen Börse gelistet zu werden:

Dazu müsste der vermeintliche CEO von Bitcoin nämlich zunächst einmal ein Formular ausfüllen. Schließlich benötige die Börse eine Ansprechperson, einen „Entscheidungstreffer“. Bei einer Kryptowährung, die das Vertrauen auf die Technologie delegiert und eben davon absieht, Entscheidungen auf Einzelne zu verschieben wird das, gelinde gesagt, schwierig.

Da zeigt sich ein weiteres Mal das große Problem der Dezentralisierung: Sie scheint nicht zu funktionieren, ohne dass sich neue zentrale Punkte bilden. Zumindest solange Menschen im Spiel sind. Es sind diese Gespenster der Dezentralisierung, die mit dem Geist Satoshis konkurrieren.

Doch allen Regulierungs-, Regierungs- und Zentralisierungsversuchen zum Trotz werden die Gespenster den Geist nicht verjagen können, das bleibt jedenfalls zu hoffen. Denn Bitcoin ist Vertrauenssache.

Und was ist mit dem Bitcoin-Kurs?

Und der Bitcoin-Kurs? Der bewegt sich seit letzter Woche mit knapp 5 Prozent im Minus etwas nach unten und liegt derzeit bei knapp 6.500 US-Dollar. Damit ist und bleibt Bitcoin – ob Gespenster oder nicht – mit einer gesamten Marktkapitalisierung von knapp 111 Milliarden US-Dollar die Kryptowährung Nummer 1.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Bereit für den nächsten Karrieresprung?

Sichere dir deinen Vorsprung durch Wissen und werde zum Blockchain & Krypto Experten

z.B. "Blockchain Basics Kurs"

Inklusive personalisiertes Teilnahmezertifikat
Zum Online Kurs

Ähnliche Artikel

Was wir über Private Keys von Peter Schiff lernen können
Was wir über Private Keys von Peter Schiff lernen können
Kommentar

Jüngst verkündete Bitcoin-Kritiker Peter Schiff, dass er den Zugriff auf seine Bitcoins verloren hat. Was Bitcoin-Investoren daraus bezüglich ihrer Private Keys lernen können.

10 Wege, wie sich Banken der Blockchain-Technologie nähern können
10 Wege, wie sich Banken der Blockchain-Technologie nähern können
Kommentar

Dass die Blockchain-Technologie und mit ihr die Token-Ökonomie den Finanzsektor verändern werden, ist beschlossene Sache. Angesichts dieser Erkenntnis ist die Zurückhaltung vieler Banken besorgniserregend. Welche Maßnahmen Banken treffen können, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Paris Saint-Germain führt Fan Token ein
Paris Saint-Germain führt Fan Token ein
Blockchain

Der französische Erstligist Paris Saint-Germain (PSG) ist der jüngste Spitzenverein, der auf die Blockchain-Technologie setzt. Die am 28. Januar verkündete Zusammenarbeit mit dem Blockchain-Unternehmen Socios ermöglicht es PSG-Fans, mittels sogenannter Fan Token an Abstimmungen teilzunehmen.

Ölgigant Saudi Aramco schließt sich Blockchain-Plattform VAKT an
Ölgigant Saudi Aramco schließt sich Blockchain-Plattform VAKT an
Unternehmen

Saudi-Arabiens staatlicher Ölkonzern Saudi Aramco schließt sich der blockchainbasierten Handelsplattform VAKT an. Die größte Erdölgesellschaft der Welt investiert fünf Millionen US-Dollar in das Unternehmen und wird seinen Handel künftig über die Plattform abwickeln.

Bitcoin mit neuem Jahreshoch, bullishe Tendenz setzt sich fort
Bitcoin mit neuem Jahreshoch, bullishe Tendenz setzt sich fort
Kursanalyse

Der Gesamtmarkt nimmt wieder Fahrt auf. Die bullishe Bewegung bei Bitcoin sorgt gleichsam für eine Stabilisierung der Bitcoin-Dominanz.

Englisches Cricket-Team setzt gesamten Ticketverkauf auf Blockchain
Englisches Cricket-Team setzt gesamten Ticketverkauf auf Blockchain
Krypto

Die Blockchain-Technologie steht im Allgemeinen für Fälschungssicherheit und Vertrauen. Auch eine von Englands beliebtesten Sportarten könnte bald schon von diesen Vorzügen Gebrauch machen.

Angesagt

Bitcoin-Kurs mit Aufwind, IOTA explodiert – Rallye am Krypto-Markt
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs (BTC) hat die 9.000-US-Dollar-Marke erfolgreich hinter sich gelassen. Während der Krypto-Markt insgesamt gut performt, lässt IOTA alle hinter sich. Mit 16 Prozent Plus legt der Token für das Internet der Dinge eine der besten Performances der Top 30 hin.

Singapur führt Lizenzen für Krypto-Dienstleister ein
Regulierung

In Singapur tritt eine neue Gesetzgebung in Kraft, laut der Zahlungsdienstleister künftig eine Lizenz beantragen müssen. Die neue Regelung betrifft auch im Inselstaat ansässige Krypto-Unternehmen.

Asien bekommt seinen ersten Bitcoin-Indexfonds
Invest

Stack hat den ersten Bitcoin-Indexfonds im asiatischen Raum eingerichtet. Der Indexfonds ermöglicht Investoren die Integration von Bitcoin in ihr Anlageportfolio und stößt auf eine steigende Nachfrage an klassischen Finanzprodukten im Anlagebereich digitaler Assets.

Tron: Ex-Angestellte verklagen Justin Sun
Szene

Zwei Ex-Angestellte reichen ein 70-seitiges Gerichtsdokument beim kalifornischen Gericht ein. Die Vorwürfe? Belästigung, Sabotage, Drohung, Diskriminierung und willkürliche Kündigungen – um nur einige wenige zu nennen. Dies geht aus dem veröffentlichten Bericht hervor.