Die Lage am Mittwoch: Der Geist Satoshis und die Gespenster der Dezentralisierung

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Die Lage am Mittwoch: Der Geist Satoshis und die Gespenster der Dezentralisierung

Die Grundidee, die Satoshi Nakamoto im legendären White Paper für Bitcoin festhielt, hatte die Struktur der Dezentralität. Ein Blick auf die vergangenen Tage zeigt: Der Geist Satoshis tanzt mit den Gespenstern der Dezentralisierung. Bitcoin, Binance und Venezuela – die Lage am Mittwoch.

Während die Regulierungsbehörden von allen Ecken und Enden der Welt mit neuen Bestrebungen feuern, vergeht kaum ein Tag ohne Ankündigungen neuer Partnerschaften in der oft zitierten aufstrebenden Blockchain-Industrie. Die SEC zerbricht sich die Bürokratenköpfe über dutzende von Anträgen zu Bitcoin-ETF. Derweil versucht sich Ripple verbissen von den (eigenen) XRP-Token loszureißen. Auf den Straßen Venezuelas tobt das finanzielle Chaos, während der höchst umstrittene Petro die Industrie retten soll. Und Binance bezahlt inzwischen 90 Prozent ihrer Mitarbeiter mit einem eigenen Token. Dazwischen tanzt der Geist des Satoshi Nakamoto mit den Gespenstern der Dezentralisierung.

Denn so war das alles eigentlich nicht gedacht. Aus den Trümmern der Bankenkrise erschien im Jahr 2009 ein ominöses White Paper. Es sprach von einem elektronischen Peer-to-Peer-Bezahlsystem. Ohne Banken, ohne Staat. Ohne Kryptogurus und Orakel, einzig und allein aufbauend auf dem Vertrauen in die Technik (bzw. dem Misstrauen gegenüber dem Rest).

Der Grundgedanke hinter allem war also eine dezentrale Organisationsform. In gewissem Sinne selbst reguliert und unabhängig. Dann kamen irgendwann Laszlos millionenschwere Pizzen, Vitalik Buterins Ethereum und die schöne neue Welt der ICOs. Denn „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Und von diesem wollten und wollen alle etwas haben. Hier ein bisschen White Paper, dort ein kleiner Use Case, drei oder vier Investoren und fertig ist die Geldmaschine. Oder?

Was dabei herauskommt, hat meistens nur wenig mit Dezentralität zu tun. Ob es nun die Blockproducer bei EOS, die Super Representatives oder die Full Nodes bei Bitcoin Cash sind – die Zentralität der Projekte sind die Gespenster der Dezentralität.

Der Geist Satoshis

Und der Geist Satoshis? Der könnte Satoshis Bitcoin nicht bei Binance oder eine der vielen anderen Kryptobörsen anmelden. Er ist einfach zu dezentral. Im Hinblick auf die Listing-Regeln auf Binance erkannte ein Twitter-User kürzlich, dass Bitcoin heute keine Chance hätte, auf der chinesischen Börse gelistet zu werden:

Dazu müsste der vermeintliche CEO von Bitcoin nämlich zunächst einmal ein Formular ausfüllen. Schließlich benötige die Börse eine Ansprechperson, einen „Entscheidungstreffer“. Bei einer Kryptowährung, die das Vertrauen auf die Technologie delegiert und eben davon absieht, Entscheidungen auf Einzelne zu verschieben wird das, gelinde gesagt, schwierig.

Da zeigt sich ein weiteres Mal das große Problem der Dezentralisierung: Sie scheint nicht zu funktionieren, ohne dass sich neue zentrale Punkte bilden. Zumindest solange Menschen im Spiel sind. Es sind diese Gespenster der Dezentralisierung, die mit dem Geist Satoshis konkurrieren.

Doch allen Regulierungs-, Regierungs- und Zentralisierungsversuchen zum Trotz werden die Gespenster den Geist nicht verjagen können, das bleibt jedenfalls zu hoffen. Denn Bitcoin ist Vertrauenssache.

Und was ist mit dem Bitcoin-Kurs?

Und der Bitcoin-Kurs? Der bewegt sich seit letzter Woche mit knapp 5 Prozent im Minus etwas nach unten und liegt derzeit bei knapp 6.500 US-Dollar. Damit ist und bleibt Bitcoin – ob Gespenster oder nicht – mit einer gesamten Marktkapitalisierung von knapp 111 Milliarden US-Dollar die Kryptowährung Nummer 1.

BTC-ECHO

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