Bitcoin notiert aktuell bei knapp 81.000 US-Dollar und hat sich damit deutlich von den jüngsten Tiefs gelöst. Die Bewegung ist substanziell, aber noch kein struktureller Befreiungsschlag. Dennoch: Die Stimmung hatte sich zuvor spürbar verbessert. Vor allem die Zuflüsse in die Bitcoin ETFs zeigten, dass wieder Kapital in den Markt kommt. Doch wie lange hält dieser Optimismus an? Und kann der Bitcoin-Kurs jetzt weiter Richtung 90.000 US-Dollar steigen? Wir analysieren die On-Chain-Daten.
Mehr Hebel im Futures-Markt
Im Futures-Markt steigt das Open Interest um 3,0 Prozent auf 36,7 Milliarden US-Dollar. Das zeigen Daten aus dem “Glassnode Market Pulse Report”. Diese Kennzahl beschreibt das gesamte Kapital in offenen Derivate-Positionen. Parallel dazu verändert sich die Marktstruktur: Die Funding Rate bleibt negativ, wird aber weniger ausgeprägt. Das deutet darauf hin, dass Short-Positionen weniger dominant werden.
Auch das sogenannte Perpetual CVD dreht deutlich ins Negative. Diese Kennzahl misst die Differenz zwischen aggressiven Kauf- und Verkaufsorders im Futures-Markt. Der Rückgang von 120,5 Millionen auf minus 101,4 Millionen US-Dollar zeigt, dass Verkaufsorders überwiegen. Ein schlechtes Zeichen für den Bitcoin-Kurs.
Optionsmarkt zeigt steigende Absicherung
Auch im Optionsmarkt verändert sich die Positionierung: Das Open Interest geht auf 29,6 Milliarden US-Dollar zurück. Der 25-Delta-Skew steigt hingegen auf 12,26 Prozent.
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Diese Kennzahl zeigt, wie stark die Nachfrage nach Absicherungen gegen fallende Kurse im Vergleich zu Wetten auf steigende Kurse ist. Ein steigender Wert bedeutet, dass Marktteilnehmer verstärkt auf Schutzmechanismen setzen.
On-Chain-Aktivität stabilisiert sich
Abseits der Börsen bleibt die Nutzung des Netzwerks vergleichsweise stabil. Die Zahl aktiver Adressen wächst um 6,4 Prozent auf rund 650.000. Beim Transfer-Volumen zeigt sich hingegen ein Rückgang auf 4,9 Milliarden US-Dollar.
Auffällig ist der Anstieg der Transaktionsgebühren um 15,1 Prozent. Nutzer sind offenbar bereit, mehr für die Aufnahme ihrer Transaktionen in Blöcke zu zahlen. Davon profitieren die Miner enorm – das sorgt für teilweise Entlastung. Denn: Mit dem gesunkenen Bitcoin-Kurs geraten die Miner zunehmend unter Druck. Mehr dazu hier: KI statt Krypto: Entwickelt sich der Miner-Exodus zur Gefahr für Bitcoin?
Kapitalstruktur im Netzwerk
Die Kapitalbewegungen im Netzwerk verlaufen weitgehend ausgeglichen. Die Realized Cap verändert sich kaum und deutet damit auf stabile Zu- und Abflüsse hin.
Innerhalb der Marktstruktur verschiebt sich die Verteilung leicht zugunsten langfristiger Investoren. Der Anteil kurzfristiger Halter geht zurück, während langfristige Akteure weiterhin einen größeren Teil des Angebots kontrollieren.
Fazit: Anleger bleiben vorsichtig
Der Ausbruch über 80.000 US-Dollar hat die Stimmung verbessert. Dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten. Das lässt sich anhand der Daten ablesen. Ein Ausbruch auf höhere Kurslevel könnte sich abzeichnen. Aber: Die Investoren verhalten sich noch vorsichtig. Gut möglich also, dass der Bitcoin-Kurs erstmal wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 80.000 US-Dollar fällt.
