Bitcoin SV überholt Bitcoin Cash: Das endgültige Flippening?

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

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Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Bitcoin SV ist der einzige Nicht-Stable-Coin in den Top 100 mit Kursgewinnen. Die neue Hard Fork konnte temporär auch Bitcoin Cash vom Thron stoßen. Ist dieses Flippening endgültig? 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Dr. Philipp Giese

Bitcoin SV trotzt dem Bärenmarkt. Mit einem Tagesplus von satten 19 Prozent stellt die Bitcoin Cash Hard Fork alle anderen Kryptowährungen in den Schatten.

„In den Schatten“ stellt Bitcoin SV vor allem seinen Ursprung: Während der Bitcoin-Cash-Kurs seit Ende November ungefähr 50 Prozent einbüßen musste, pendelte sich Bitcoin SV um die 100 US-Dollar ein – Tendenz steigend.


Ist das nun das Ende von Roger Vers Vision von Bitcoin? Wird dieses Flippening endgültig sein und wird Bitcoin SV gegebenenfalls sogar Bitcoin selbst Konkurrenz machen?

Was wir aus der Vergangenheit lernen können

Dem Krypto-Markt steht keine Kirstallkugel zur Verfügung, aber oft kann man viel aus der Vergangenheit lernen. Geschichte wiederholt sich nicht, aber manchmal reimt sie sich. Für emotionale, federlesende Hard Forks gab es schon zuvor Präzendenzfälle, und zwar Bitcoin Cash und Ethereum Classic. Interessant ist, dass es in der Frühphase dieser beiden neuen Kryptowährungen ähnliche Entwicklungen gab.

Bitcoin Cash, zwischenzeitlich sogar ein Kandidat für den zweiten Platz in den Top 10, konnte sich im September 2017 komplett gegenläufig zu BTC entwickeln:

Während die Mutter aller Kryptowährungen Kurseinbußen von ungefähr 20 Prozent verkraften musste, vervielfachte sich der Bitcoin-Cash-Kurs. Damals gab es auch Gerüchte um ein mögliches Flippening. Die Hash Rate sollte zu Bitcoin Cash wandern und Bitcoin so an einer ins bodenlose fallenden Hash Rate verenden. Die Geschichte entwickelte sich jedoch anders.

Noch etwas weiter in die Vergangenheit geblickt, treffen wir auf Ethereum Classic. Ethereum Classic ist eine Hard Fork, die im sich Zuge des DAO-Exploits formierte. Auch hier konnte sich der Ethereum-Classic-Kurs kurzfristig gegenläufig zum Ethereum-Kurs verhalten:

Hier wieder dasselbe Pattern: Ethereum brach dramatisch ein, verlor fast die Hälfte des Börsenkurses, während Ethereum Classic seinen fast verdoppelte. Ethereum Classic, seinerzeit auf Platz 5 der Marktkapitalisierung, verschwand zwar nicht komplett in der Versenkung, rangiert jedoch aktuell auf Platz 13 und fiel auf das damalige Allzeithoch zurück.

Was die Bitcoin-SV-Situation besonders macht

Die aktuelle Situation ist freilich neu: Bitcoin SV ist nicht einfach die Hard Fork einer Kryptowährung, sondern spaltete sich selbst von einer Abspaltung ab – und das noch in einem dramatischen Bärenmarkt. Obige Charts und die weitere Entwicklung von Bitcoin Cash und Ethereum Classic zeigen dennoch sehr gut, dass es noch etwas zu früh ist, von einem nachhaltigen Flippening zu sprechen.

Welche der beiden Visionen aus dem Bärenmarkt als endgültiger Sieger hervorgeht, bleibt abzuwarten. Alle ideologischen Meinungen der Marke „BCH vs Bitcoin SV“ hintangestellt, kann man für jene, die vor der Hard Fork Bitcoin Cash auf ihrer eigenen Wallet hatten, jedenfalls festhalten, dass „dank“ Bitcoin SV ein Teil der Verluste kompensiert wurde.


BTC-ECHO

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