Neuer Fahrplan 

Strategy mit Kurswechsel: Was sich für MSTR und STRC ändert

Strategy stellt ein neues Kapitalprogramm vor. Die US-Dollar-Reserve soll Dividendenverpflichtungen nun strikt und komfortabel absichern. Mögliche Aktien-Rückkäufe und Bitcoin-Verkäufe sollen mehr Flexibilität schaffen.

Johannes Dexl
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Strategy-Logo, auf orangenem Hintergrund, davor Bitcoin-Münzen

Beitragsbild: Shutterstock

| Strategy ist das Unternehmen mit den größten Bitcoin-Beständen

Strategy hat ein neues “Digital Credit Capital Framework” vorgestellt. Das Programm soll die Aktien des Bitcoin-Treasury-Unternehmens stärken, die Liquidität verbessern und die langfristige Bitcoin-Strategie absichern. Im Zentrum steht eine neue, vom Board beschlossene US-Dollar-Reserve.

Diese liegt laut Unternehmen aktuell bei rund 2,55 Milliarden US-Dollar. In der vergangenen Woche hatte Strategy dafür MSTR-Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden US-Dollar verkauft. Bitcoin wurden demnach nicht verkauft, obwohl die MSTR-Aktie zuletzt nur noch mit einer deutlich niedrigeren Prämie auf den Bitcoin-Bestand gehandelt wurde.

Fokus auf Cash-Reserve

Die Reserve soll künftig mindestens zwölf Monate der aktuellen jährlichen Dividenden- und Zinsverpflichtungen abdecken. Aktuell reicht sie laut Unternehmen für rund 17,4 Monate. Besonders wichtig: Die US-Dollar-Reserve darf nur für Dividendenzahlungen auf die Vorzugsaktien und Zinszahlungen verwendet werden. Für andere Zwecke braucht Strategy eine erneute Zustimmung des Boards.

Gleichzeitig hebt Strategy die Dividende der variabel verzinsten Vorzugsaktie STRC ab dem 1. Juli auf zwölf Prozent pro Jahr an. Einen regelbasierten Automatismus gibt es hierfür fortan aber nicht mehr. Strategy will die STRC-Dividende monatlich anhand verschiedener Faktoren prüfen, darunter STRC-Kurs, Marktrenditen, Credit Spreads, Bitcoin-Kurs, Volatilität und die eigene Liquiditätsdeckung. Das Unternehmen stellt ausdrücklich klar, dass es die Dividende nicht zwingend erhöhen muss, nur weil STRC unter dem Nennwert von 100 US-Dollar handelt.

Zusätzlich hat das Board zwei Rückkaufprogramme genehmigt. Bis zu eine Milliarde US-Dollar können für Rückkäufe der eigenen “Digital Credit Securities” verwendet werden, darunter STRC, STRF, STRD und STRK. Eine weitere Milliarde US-Dollar ist für mögliche Rückkäufe der MSTR-Stammaktie vorgesehen.

Bitcoin-Verkäufe bleiben eine Option

Konkrete Rückkäufe wurden damit aber noch nicht angekündigt. Vielmehr sendet Strategy ein Signal an den Markt: Sollten STRC oder andere Vorzugsaktien weit genug unter ihrem Nennwert handeln, könnte das Unternehmen diese zurückkaufen und dadurch künftige Dividendenverpflichtungen senken. Auch bei MSTR schafft sich Strategy mehr Flexibilität. Sollte die Aktie nach Einschätzung des Managements unter ihrem inneren Wert handeln, könnten Rückkäufe dazu dienen, den Abschlag beziehungsweise das mNAV zu stabilisieren.

Besonders wichtig ist das neue Bitcoin-Monetarisierungsprogramm. Strategy erinnert den Markt damit daran, dass Bitcoin bei Bedarf verkauft werden können. Die Erlöse dürften verwendet werden, um die US-Dollar-Reserve aufzubauen oder wieder aufzufüllen, Dividenden und Zinsen zu finanzieren oder Rückkäufe von Vorzugsaktien beziehungsweise MSTR-Aktien zu stemmen. Auch Grayscale riet Strategy kürzlich zum Bitcoin-Verkauf.

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