Das Bitcoin Red Team hat einen ersten grundlegenden Scan von nahezu dem gesamten Open-Source-Ökosystem rund um Bitcoin abgeschlossen. Dabei setzt die Gruppe verstärkt auf chinesische KI-Modelle.
Hinter dem Bitcoin Red Team stehen Entwickler und Sicherheitsforscher, die Wallets, Lightning-Anwendungen, Softwarebibliotheken und weitere Bitcoin-Projekte untersuchen. Verdächtige Funde werden zunächst von Menschen überprüft und anschließend an die jeweiligen Entwickler gemeldet. Bereits Anfang August hatte das Team 4.962 potenzielle Schwachstellen in 390 Projekten gemeldet. 85 Funde wurden als kritisch und 635 als schwerwiegend eingestuft. Technische Details zu bestätigten Sicherheitslücken veröffentlicht die Gruppe bislang nicht.
Kimi K3 durchsucht Bitcoin Code
Besonders häufig kommt inzwischen Kimi K3 zum Einsatz. Das Modell des chinesischen Start-ups Moonshot AI lässt sich lokal betreiben und kann große Codebestände analysieren. Daneben nutzt das Bitcoin Red Team GLM 5.2 des chinesischen Entwicklers Z.ai sowie Modelle von OpenAI und Anthropic.
Bei US-amerikanischen Modellen stoße das Team bei der Sicherheitsforschung jedoch wiederholt auf Einschränkungen. “Das Red Team wurde schon wieder von OpenAIs Cyber-Beschränkungen ausgebremst”, schreibt Teamleiter Calle auf X. “Ich frage nicht gerne um Erlaubnis. Also lade ich Kimi K3.”
“Eine Menge echter kritischer Schwachstellen“
Die Ergebnisse der Untersuchungen beschreibt Calle drastisch. “Wir erleben gerade einen massiven Zusammenprall zwischen jahrzehntelangem menschlichem Open-Source-Murks und zwei Wochen Kimi K3”, schreibt er. “Alles ist kaputt, Bitcoin brennt.”
Nach Angaben des Entwicklers seien inzwischen “eine Menge echter kritischer und schwerwiegender Schwachstellen” von den verantwortlichen Entwicklern bestätigt worden. Welche Projekte betroffen sind, ist bislang noch unbekannt.
Lightning-Projekte besonders schwer zu prüfen
Große Unterschiede sieht Calle bei der Reaktion der einzelnen Entwicklerteams. Wie schnell auf gemeldete Sicherheitsprobleme reagiert werde, zeige, wie gesund ein Projekt sei.
Als besonders schwierig bezeichnete Calle die Prüfung von Lightning-Software. Wegen ihrer Komplexität sei sie “kaputter als der Durchschnitt”. Projekte, die bereits vor Monaten mit KI-gestützten Audits begonnen hätten, seien heute deutlich besser aufgestellt.
Künftig sollten Bitcoin-Projekte nach Ansicht des Entwicklers eigene Prozesse für regelmäßige KI-Audits etablieren. Die bisherigen Prüfungen versteht Calle dabei als Anfang einer breiteren Entwicklung: “Bitcoin ist das offensichtliche erste Ziel, aber der Rest der Welt wird bald folgen.”
