Venezuela & Simbabwe: Bitcoin gegen die Inflation

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Quelle: Dollar sign exploding and dissolving, concept of currency devaluation and inflation via shutterstock

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Venezuela und Simbabwe sind derzeit von starker Inflation und einer Entwertung der lokalen Währungen gezeichnet. In beiden Ländern wird nun auf Kryptowährungen gesetzt, um dem Missstand im Finanzsystem beizukommen.
Vierfacher Anstieg des Handelvolumens in Venezuela

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von David Barkhausen

Vierfacher Anstieg des Handelvolumens in Venezuela

Die Kryptobörse LocalBitcoin berichtet von einem vierfachen Anstieg des Handelvolumens an Kryptowährungen seit Juni in Venezuela. Dieser starke Anstieg spiegelt den erhöhten Bedarf an Kryptowährungen aufgrund der starken Inflation wider.

Trotz der Abwesenheit von staatlicher Regulierung sei das Handelsvolumen von 9 auf 40 Milliarden venezolanische Bolivar angestiegen. Das venezolanische Finanzsystem litt vor allem im letzten Jahr an Hyperinflation und der Entwertung der nationalen Währung.

Daraufhin haben sich immer mehr Universitätsabsolventen und junge Unternehmer dem Minen von Kryptowährungen zugewendet, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren und ihre Familien zu unterstützen. Neben Bitcoin wurde außerdem Dash, ZCash und Etherum gemined.


Da es bisher jedoch keinerlei Regulierung im Land gibt, greifen die Behörden hart durch. Bereits im Januar dieses Jahres wurden 4 Bitcoin-Miner festgenommen. Dabei wurden mehr als 300 Mining-Computer in der Grenzstadt Cúcuta beschlagnahmt.

Polizeichef Douglas Rico gab an, dass die Tätigkeiten der Miner den Verbrauch und die Stabilität der Elektrizität stark beeinflusst haben. Die wirtschaftliche Lage in Venezuela ist derzeit so katastrophal, dass verzweifelte Venezolaner im August in einen Zoo einbrachen, um ein Pferd zu essen.

Simbabwe: Trotz Wucherpreisen wird Bitcoin bevorzugt

In Simbabwe, der einstigen „Kornkammer Afrikas“, herrschen ähnliche Zustände. Neben Hungersnöten, hohen Benzinpreisen und Wasserknappheit verzeichnet das Land ebenso eine hohe Inflation und eine Entwertung der Währung.

Auch hier wendet man sich Kryptowährungen zu und das trotz Wucherpreisen. Im Moment der Publikation verlangt die einzige Börse des Landes Golix 9359 US-Dollar pro Bitcoin, während der Kurs offiziell bei 5621 US-Dollar liegt. Die offizielle Währung des Landes ist jedoch derzeit so schwach, dass der Aufpreis von gut 90 % in Kauf genommen wird. Das liegt u. a. daran, dass die Plattform im Vergleich eine immer noch höhere Zahlungsgeschwindigkeit hat und insgesamt (exkl. Inflationsverlusten) weniger kostet als lokale Banken.

Außerdem verwendet ein Großteil der Simbabwer, die während der Hyperinflation ihr Erspartes verloren haben bzw. deren Erspartes ihren Wert verloren hatte, die Kryptobörse, um Geld zur Seite zu legen.

Fazit

Die Lage in Venezuela und Simbabwe weist einmal mehr auf die wachsende Bedeutung von Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie hin. Im Vergleich mag Bitcoin noch eine ähnliche Volatilität wie Währungen von Dritte-Welt-Ländern aufweisen. Nichtsdestotrotz bleibt zu vermuten, dass der mögliche Abbau von Bürokratie und vor allem das grenzüberschreitende Banking den Vormarsch der Blockchain-Technologie gerade in Zeiten der Krise weiter vorantreibt.

BTC-ECHO


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