Bitcoin-Futures: Wie es jetzt weitergeht

Bitcoin-Futures: Wie es jetzt weitergeht

Am gestrigen Abend um 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit startete der Handel mit Bitcoin-Futures (wir berichteten). Wie ist diese neue Möglichkeit der Spekulation mit der Kryptowährung aufgenommen worden? Hat es Probleme beim Start gegeben? Vor allem aber: Was hat sich preislich am Kryptomarkt getan? Eine erste Betrachtung:



Endlich ist es möglich, in Bitcoin zu investieren, ohne dabei tatsächlich welche zu erwerben. Der Bitcoin-Futures-Handel macht es konventionellen Anlegern nun einfacher, von den Preisschwankungen der Kryptowährung zu profitieren.

Was ist passiert?

Als letzte Nacht in den USA der erste Bitcoin-Future durchgestartet ist, kam es auf der Webseite der Chicago Board Options Exchange (CBOE) zu erheblichen Verzögerungen. Die Webserver konnten den Besucheransturm nicht mehr verarbeiten. Zeitweise war die Webseite gar nicht mehr erreichbar.

Der neue Bitcoin-Future sorgte direkt nach Beginn der Emission für jede Menge Traffic auf den Webservern der CBOE. Offenbar war das öffentliche Interesse ein wenig zu groß, weswegen die Derivatenbörse CBOE auf Twitter bekannt gab, dass ihre Webseite sehr viel langsamer als sonst funktioniere. Zeitweise kam es wegen der Überlastung sogar zu Ausfällen. Zwei Stunden später gab man bekannt, dass man trotz der technischen Probleme schon über 800 Kontrakte veräußern konnte.

Was sagt der Preis?

Wie erwartet zog auch der Kurs des Bitcoin an. In den letzten 24 Stunden hatte es demnach ein Wachstum von mehr als 20 % gegeben, was den Kurs wieder auf über 16.600 US-Dollar treibt. Doch nicht nur der Bitcoin überflügelt mal wieder alle: In der gesamten Top 50 werden derzeit grüne Zahlen geschrieben, was die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen auf über 440 Milliarden US-Dollar drückt.

Neben dem Bitcoin selbst profitieren dabei am stärksten jene Kryptowährungen, die auf dem Bitcoin aufbauen oder in engem Bezug zu ihm stehen. So ist sowohl bei Bitcoin Cash als auch bei Bitcoin Gold, Litecoin und BitConnect ein zweistelliges Wachstum zu erkennen. Die massentaugliche Art der Bitcoin-Spekulation scheint den Fokus also auch auf die anderen Kryptowährungen zu legen.

Wie geht es weiter?

In Kürze wird es nochmal spannend, dann nämlich zieht die führende US-amerikanische Terminbörse CME nach, um eigene Bitcoin-Futures anzubieten. Nach Insider-Informationen soll auch die New Yorker Technologie-Börse Nasdaq demnächst etwas Ähnliches planen. Mit diesen Terminkontrakten können Investoren auf steigende und fallende Kurse des Bitcoin setzen, ohne sie selbst verstehen oder besitzen zu müssen. Es bleibt freilich abzuwarten, ob dies den Kurs des Bitcoin weiter beflügeln oder es schon bald zu einer weiteren Kurskorrektur kommen wird.

Zudem steht noch immer ein Elefant im Raum: der Bitcoin-ETF. Ein börsennotierte Fonds böte Möglichkeiten für den Krypto-Handel, die noch über die des Futures-Handels hinausgingen. In der Vergangenheit gab es mehrere Versuche, einen solchen Investmentfonds ins Leben zu rufen, auch wenn das Projekt noch nicht begraben ist. Wenn der Futures-Handel sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, ist davon auszugehen, dass auch die Rufe nach einem Bitcoin-ETF nicht leiser werden dürften.

BTC-ECHO

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen, die glücklicherweise ohne die Kontrolle von Zentralbanken funktionieren. Sehr gerne möchte er seinen Teil dazu beitragen, dass Bitcoin & Co. nicht nur für reine Spekulanten von Interesse sind, sondern auch für die Frau und den Mann von nebenan.

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