Bitcoin, Community und DIY-Kultur – Was die Lightning Conference besonders machte

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen.

E-Scooter mit Lightning bezahlen

Quelle: Philipp Giese

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Am 19. und 20. Oktober versammelte Fulmo die Lightning Community zur Lightning Conference. Dieses Event, in der Tradition der Lightning Hackdays stehend, war von einem starken DIY-Charakter geprägt. Dieser Charakter zeigte sich besonders in Hacking Sessions wie dem „Quickening“.

„You’ll always find me in the kitchen at parties“ singt Jona Lewie im gleichnamigen Lied. Ähnlich könnte man über die Lightning Conference sagen: „Du findest mich im Hacking-Bereich der Lightning-Konferenz“.


Scherz beiseite: Natürlich waren die Vorträge und Podiumsdiskussionen durchaus sehens- und hörenswert. Jedem, der nicht da war oder die Vorträge rekapitulieren will, kann dies dank Vaultoro auf YouTube tun. Doch interessante Vorträge und Diskussionen sind nicht das Alleinstellungsmerkmal der Lightning Conference oder der von Fulmo veranstalteten Lightning Hackdays – auch wenn sich über 80 Speaker zusammenfanden, darunter namhafte Bitcoin-Entwickler wie Peter Todd oder Christian Decker.

Dasselbe lässt sich über die Community sagen. Sicher, an der Konferenz war wieder toll, dass man sich wie auf einem großen Familientreffen fühlt. Große Namen stehen auf einmal neben einem und diskutieren mit über Skalierbarkeit und Anonymität, man trifft Freunde und Bekannte wieder und lernt neue kennen. Das ist alles fantastisch und alleine schon ein Grund, sich auf das nächste Event zu freuen.

Das wirklich Besondere an den Veranstaltungen von Fulmo war das Hacking. Hier konnten Interessierte das Lightning-Netzwerk und Entwicklungen um dasselbe direkt ausprobieren. Viele unterschiedliche DIY-Projekte wurden vorgestellt: Seien es verschiedene einfach aufgebaute Lightning ATMs, E-Roller, die man für ein paar Satoshi mieten konnte oder Computerspiele mit Lightning-Integration, diverse Entwicklerprojekte aus der Community zeigten, dass die Developer-Szene um Bitcoins Layer-2-Lösung unglaublich lebendig ist.

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Game over? Nicht für jene, die Satoshis haben!

Doch war das Obergeschoss nicht einfach eine Werkschau, bei der Normalsterbliche über geniale Entwicklungen von Tech-Genies staunen konnten. In verschiedenen Sessions konnte jeder mit einem Laptop selber die technische Seite des Lightning-Netzwerks kennenlernen.

The Quickening – Lightning-Akzeptanz für eine Handvoll Dollar

Einer dieser Workshops wurde von Ben Arc, auf Twitter als BTCSocialist bekannt, veranstaltet. In diesem konnte jede Person ein Gerät bauen, mit dem sie Lightning-Zahlungen akzeptieren konnte. Mit elektronischen Komponenten im Wert von umgerechnet 8 US-Dollar, die an Interessierte zu Beginn verteilt wurden, kam man so zu einem Point of Sale Terminal namens the Quickening.

„Jede Person“ ist wortwörtlich gemeint: Zwar erforderte das Aufsetzen der eigenen kleinen Akzeptanzstelle das Zusammenstecken unterschiedlicher elektronischer Komponenten und das Installieren von Firmware, aber BTCSocialist und andere Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer haben jedem, der am Straucheln war, gerne geholfen.

Es war eben keine reine Nabelschau von Techies für Techies. Stattdessen war jeder unabhängig vom technischen Background willkommen.

Der Point of Sale für Lightning-Zahlungen fertig gebastelt

Derartige Veranstaltungen braucht es mehr: Nur so sehen Bitcoin-Neulinge die wahren Dimensionen von D.Y.O.R. und B.Y.O.B. In einer Kolumne zum zehnjährigen Geburtstag Bitcoins schrieb ich, dass die Bitcoin-Szene nicht schicke Apps, sondern vor allem Aufklärung und Autonomie braucht. Das Ideal wäre, dass jeder Bitcoin-Nutzer ein first class citizen ist, eine Person, die ihre eigene Full Node betreibt. Das Quickening Device mag das noch nicht umsetzen, ist aber ein erster Schritt in die Richtung. Wenn man sich darauf einlässt, selber Dinge für das Lightning-Netzwerk aufzusetzen, merkt man zwei Dinge:

  • Es mag schwer sein, aber es ist nicht unmöglich
  • Wenn es schwer ist, hilft eine große Community

Meine kleine Lightning-Akzeptanzstelle liegt gerade bei mir auf dem Schreibtisch. Auch wenn ich sie heute nicht benötige, weiß ich nun: Jeder, egal ob Nerd oder nicht, kann sich in die technische Seite der Thematik einarbeiten. Eine große Familie hilft ihm dabei – wie man auf der Lightning Conference 2020 sehen kann.


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