Bitcoin-Automaten brummen weltweit – Deutschland muss warten

Bitcoin-Automaten brummen weltweit – Deutschland muss warten

Mit dem weltweiten Bitcoin-Boom sprießen sie rund um den Globus: Bitcoin-Automaten. In 63 Ländern gibt es sie bereits und ermöglichen den schnellen Tausch von Fiatgeld in Kryptowährungen. In Deutschland allerdings sehen sich die Automaten-Betreiber mit großen Hürden konfrontiert. Die zuständige Finanzaufsicht BaFin wertet Bitcoin als Finanzinstrument – und weist Anbieter in die Schranken.

Während der Bitcoin dieser Tage in aller Munde ist – ganze zwei Drittel der Deutschen sollen ihn kennen– stellt sich Neulingen die grundlegende Frage: Wie komme ich eigentlich daran?

Hierzulande ist der Weg häufig besonders für den Anfänger beschwerlich. Wer Bitcoin kaufen will, muss sich an eine der zahlreichen Online-Börsen wenden. Hier heißt es: Anmelden, kaufen, auf Überweisung warten.

Bitcoin-ATMs, wie sie im englischsprachigen Ausland bekannt sind, sollen es einfacher machen. Sie erlauben es nicht nur, Bitcoin direkt mit Bargeld oder Überweisung zu kaufen, sondern ermöglichen auch den Rücktausch – und damit Devisengeschäfte quasi an der Straßenecke.

Weltweiter Boom, deutsche Auflagen schrecken ab

Weltweit boomen die digitalen Tauschbüros zurzeit. Dem Ortungsdienst Coinatmradar zufolge soll es um den Globus verteilt knapp 2.400 Bitcoin-Geldautomaten geben. Wie Reuters berichtet, kommen jeden Tag rund 15 neue Standorte dazu.

Der Löwenanteil der Bitcoin-ATMs steht derzeit in Übersee, in den USA und Kanada. Aber auch in Europa brummt das Geschäft, vor allem in Großbritannien, Österreich und der Schweiz. Auch in osteuropäischen Ländern wie der Ukraine freuen sich Betreiber über reges Interesse.

In Deutschland sieht die Situation für Bitcoin-ATM-Betreiber und -Begeisterte derzeit weitaus weniger rosig aus. Denn hierzulande ist eine Erlaubnis der Finanzaufsicht BaFin notwendig. Sie beaufsichtigt und kontrolliert alle Bereiche des Finanzwesens in Deutschland und stufte Bitcoin bereits 2011 als sogenannte Rechnungseinheit ein. Damit gilt Bitcoin als Finanzinstrument, für welches in der Folge entsprechende Regeln anfallen und Erlaubnisse von Nöten sind. Dies scheint alles andere als ein Kinderspiel.

“Diese [eine solche Erlaubnis] ist aber nur sehr schwer zu bekommen. Wir versuchen es derzeit schon rund 19 Monate lang”,

erklärt Albert Sperl vom Österreicher Bitcoin-ATM-Betreiber Cointed. Derzeit sei das Interesse jedoch riesig, ist er sich sicher.

“Wir gehen davon aus, dass wir – sofern die Gesetze gelockert werden würden – umgehend an die 800 ATMs in Deutschland aufstellen könnten.”

Der derzeit einzige Automat in Deutschland gehört dem Bitcoin Club Bonn – er ist allerdings nur für Mitglieder zugänglich.

Banken und Industrie machen großen Bogen

Noch werden Bitcoin-Automaten in der Regel von Start-ups wie Cointed betrieben. Industrie und Banken trauen sich bislang nicht an das Geschäft heran und sind von den hohen BaFin-Auflagen abgeschreckt. Weltmarktführer Diebold etwa hält das Geschäft noch für unreif. Ein weiteres Beispiel ist die sächsische Volksbank Mittweida, wie Reuters berichtet. Mit einem Bitcoin-Automaten wollte man hier Vorreiter sein und mit der Zeit gehen, musste allerdings alle Pläne aufgrund zu hoher Auflagen abblasen.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

USA: Blockstack STO bringt 23 Millionen US-Dollar
USA: Blockstack STO bringt 23 Millionen US-Dollar
Politik

Nach 10-monatigen Anstrengungen hat Blockstack zum ersten Mal Gebrauch von ihrer A+-Lizenz gemacht. Mehr als 4.500 Unternehmen und Privatpersonen haben investiert.

Katalonien goes Blockchain: „IdentiCAT“ soll Bürger ermächtigen
Katalonien goes Blockchain: „IdentiCAT“ soll Bürger ermächtigen
Blockchain

Die spanische Provinz Katalonien will mit IdentiCAT eine eigene digitale Identitätslösung für seine Bürgerinnen und Bürger entwickeln. Es soll dabei nicht um staatliche Kontrolle, sondern um mehr Selbstbestimmung und Privatsphäre auf Seiten der Katalanen gehen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Bitcoin und traditionelle Märkte – Bitcoin-Kurs seitwärts, aber entkoppelt
Bitcoin und traditionelle Märkte – Bitcoin-Kurs seitwärts, aber entkoppelt
Kursanalyse

Die Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten ist wieder auf ein Minimum gesunken. Dasselbe lässt sich über die Volatilität und aktuell leider auch über die Performance sagen.

Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche: Dünne Luft für Ripple
Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche: Dünne Luft für Ripple
Bitcoin

Gefälschte QR-Codes bei Bitcoin, gewagte Kursprognosen, ein naherückender ETF und dünne Luft für Ripple: Der BTC-ECHO-Newsflash.

Bitcoin erreicht die Premier League: Bitcoin-Logo ab sofort auf Trikots des FC Watford
Bitcoin erreicht die Premier League: Bitcoin-Logo ab sofort auf Trikots des FC Watford
Bitcoin

Ein großer englischer Fußballverein entschließt sich dazu, das Bitcoin-Logo auf seine Trikots zu drucken. Diese Kampagne dient offenbar dazu, die Beliebtheit der Kryptowährung zu steigern. Gesponsert wird das Ganze von Sportsbet.io, während die Finanzierung über Crowdfunding läuft. Es ist nicht das erste Mal, dass Fußballclubs sich mit Bitcoin & Co. beschäftigen.

ConsenSys: Ethereum-Entwickler treten Hyperledger bei
ConsenSys: Ethereum-Entwickler treten Hyperledger bei
Unternehmen

Auch jenseits von Bitcoin & Co. liefert die Blockchain-Technologie eine Fülle an Anwendungsmöglichkeiten. Die Adaption der Blockchain erfordert allerdings eine branchenweite Kooperation. Hyperledger hat sich eben dieser Aufgabe verschrieben. Mit ConsenSys erhält es nun ein weiteres prominentes Mitglied.

Angesagt

Bitcoin-Kurs: 5 Szenarien, die den Krypto-Markt beeinflussen
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit geraumer Zeit seitwärts. Die 10.000-US-Dollar-Marke scheint bislang zu halten. Doch Anleger träumen von hoher Rendite, während sich die Szene im Sommerschlaf befindet. Von diesen 5 Ereignissen erwarten sich Anleger Signale für den Bitcoin-Kurs.

Bitcoin sicher aufbewahren: AXA versichert Hoyos „sicherste Hot Wallet der Welt“
Sicherheit

AXA XL hat eine Versicherungslösung für mobile Krypto-Wallets des Anbieters Hoyos entwickelt. Hoyos verpflichtet sich nun im Falle eines Hacks, bis zu eine Million US-Dollar an betroffene Nutzer zu zahlen.

Bitcoin Futures „Unlimited“: CME will Obergrenze verdoppeln
Insights

Großinvestoren, die zwar wenig von Bitcoin verstehen, aber umso lieber auf den Bitcoin-Kurs wetten, dürfen wohl bald mit 100 Millionen US-Dollar am Tisch sitzen. Bisher lag das Limit bei 50 Millionen US-Dollar. Dafür hat die Chicago Mercantile Exchange (CME) einen Antrag gestellt.

Ballet: Bobby Lee bringt neue Bitcoin-Wallet
Bitcoin

Bobby Lee bringt eine neue Wallet für Bitcoin & Co. auf den Markt. Der Mitgründer des Kryptowährungs-Handelsplatzes BTCC wartet mit einer Hardware Wallet auf. Beta-Tester können sich bereits anmelden.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: