Diebold: Bitcoin-Automaten (ATMs) haben noch zu viele Mängel

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Diebold Financial Services

Quelle: Ryan McFarland (Diebold) via flickr (CC)

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Die Industrie der Bitcoin Geldautomaten werden in ihrer derzeitigen Form wahrscheinlich nicht bestehen, so Devon Watson, Vizepräsident des globalen Finanzdienstleisters Diebold.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

In einem neuen Interview sprach der Bitcoin-Automaten hersteller Watson über die unsichere Zukunft der Bitcoin-Geldautomaten. Watson baut seit Ende 2013 spezielle Maschinen zur Konvertierung von Fiat-Geld zur Digitalen Währung. Heute sind weltweit mehr als 400 Bitcoin-Automaten in Betrieb. Laut des CoinDesks Q3 State of Bitcoin Berichts verdoppelte sich sogar die Anzahl der Geräte im letzten Jahr.

Watson glaubt jedoch, dass das zugrunde liegende Model der Bitcoin-Automaten “mangelhaft” ist und es unwahrscheinlich ist, dass es sich zu einem konkurrenzfähigen Produkt im Vergleich zu den traditionellen Angeboten von Diebold entwickelt. Die Automaten würden nur Angebote für einen kleinen Marktanteil liefern.

“[Bitcoin-Automaten] bieten dem Kunden nur einen Vorteil, wohingegen der Großteil der Bankautomaten eine Vielzahl verschiedener möglicher Transaktionen bietet und Anforderungen abdeckt.” sagte Watson CoinDesk letzte Woche auf der Money20/20 in Las Vegas. Des Weiteren sagte er:


“Ich denke es ist fair wenn man sagt, dass es schwierig mit nur einer Funktion ist.”

Watson glaubt mit seinem Business Experiment erfolgreich gezeigt zu haben, dass es mit dem Aufkommen digitaler Finanzdienstleistungen immer noch notwendig ist, physische Geräte bereit zu stellen.

Laut Watson hat Diebold Nachforschungen zur Blockchain angestellt und überprüft ob sie sich für “Transaktionszwecke” verwenden lässt, dazu zählten unter anderem das Abheben und Transferieren digitaler Währungen.

Er bezeichnete die Erforschung solcher Möglichkeiten als “Interessengebiet” für das Unternehmen, doch hängt das hauptsächlich von den Bedürfnissen der Kunden ab.

“Wir sind an diesem Punkt angelangt, wo die Banken den Bitcoin nicht für solche Anwendungsfälle annehmen, jedoch hat man eine ausreichende Sicht um zu sehen wie diese Dinge zusammen kommen”, sagte er weiterhin.

Sollte die Nachfrage es fordern, so soll die Implementierung der Technologie der “einfachere Teil” für das Unternehmen sein so Watson. Er war weniger explizit über interne Test die bei Diebold durchgeführt wurden, gab aber zu, dass das Unternehmen bisher kein “kundenorientiertes Produkt” bezüglich Bitcoin oder Blockchain veröffentlicht hat.

“Für uns geht es darum wann und wie es Sinn macht”, sagte er.

Blockchain Interesse

Wie einige auf der Money20/20 Konferenz deutete Watson schnell an, dass Diebold nun ein größeres Interesse für die Blockchain Technologie hegt. Besonders hierzu gehörten zugangsberechtigte Blockchains und verteilte Register, in der sich eine gewisse Anzahl Finanzinstitute oder -einrichtungen ein Transaktionsnetzwerk teilen.

Watson sieht solche Anwendungen als potenzielle Dämpfer für Streitfragen bezüglich Datenschutzgesetzen und der Datensicherheit im Zahlungsverkehr.

“Es gibt im Allgemeinen ein großes Interesse an zugangsberechtigten Systemen, aber es gibt da noch andere Technologien, wie z.B. Programmiersprachen. Wir denken, dass es interessant ist in den Bankingbereich zu gehen”, soe Watson.

Watson sagte er sei von den neuen Anwendungen für blockchain-basierte Anlagen beeindruckt worden, betonte aber, er sei “begeistert” gewesen zu sein, als ihm beim MIT gezeigt wurde, wie Eigentumstitel über solche Systeme übertragen werden können.

Digitales Bargeld

Entgegen der kurzweiligen Entwicklungsbremsen gegen die Ausbreitung dieser Technologie ist Watson weitestgehend optimistisch, dass neue Lösungen Alternativen zum physischen Bargeld mit sich bringen werden.

Ein solcher Übergang war für Diebold von höchster Priorität, welcher im Juli 2013 seine kartenlose Mobile Cash Access Lösung eingeführt hat, welche es dem Kunden erlaubt mit einem Mobilgerät Transaktionen an einem Automaten auszuführen.

“Ungefähr 5 Billionen US-Dollar Bargeld kursieren in der Welt, und dieses Bargeld ist für die Zahlungsunternehmen nicht unzugänglich”, sagte Watson.

Watson denkt, dass solche Übergänge eher in den Industrieländern geschehen werden, da diese Märkte einen “besseren Geschmack” für neue Finanztools haben. In Ländern wie Kenia und Indien musste man sich lokalen Herausforderungen stellen.

Diebolds neuester jährlicher Bericht deutet darauf hin, dass ein “bedeutender Prozentsatz der Einnahmen” durch Vorgänge außerhalb der Vereinigten Staaten generiert wird. Demnach stammten 2013 und 2014 mehr als 50% der Einnahmen aus internationalen Märkten.

“Ich denke es wird stark von der Region und der Kundenbasis abhängig sein,” erklärte er.

Mentalität des Massenkonsums

Nachdem Watson über die möglichen Wege für Startups auf dem Bitcoin-Automaten Markt befragt wurde, warnte er davor, dass trotz seines Pessimismus bezüglich der Aussichten für die Industrie, ein Urteil für langfristigen Erfolg immer noch ausbleibt.

Watson sagte, dass es kein Unternehmen gibt welches Bitcoin-Bankautomaten anbietet und “völlig versagt” hat, aber auch  das einen “durchschlagenden Erfolg” hatte.

“Für Gründer oder andere die eine Idee für ein Konzept haben, ist es schwer sich in die Rolle des Endverbrauchers zu versetzen und das auf das Produkt anzuwenden”, sagte er.

Zudem bestätigte Watson wie schwierig es ist in diesem Bereich von großen Schritten zu träumen, berücksichtigt man die (langsame) Gewöhnung an digitale Währungen. Schlussendlich sagte er:

“Es wird eine Weile dauern.”

BTC-Echo
Englische Originalfassung von Pete Rizzo via coindesk
Image Source: Ryan McFarland (Diebold) via flickr (CC)


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