ETFs, Bitcoin an der Wall Street – New Yorker Börse bereitet ETFs vor

Quelle: Wall street sign in New York with New York Stock Exchange background via Shutterstock

Bitcoin an der Wall Street – New Yorker Börse bereitet ETFs vor

Die New Yorker Börse bereitet derzeit den Launch eigener Bitcoin-Indexfonds, sogenannter Exchange Traded Funds (ETFs), vor. Dies geht aus einem derzeit laufenden Antrag an die US-Börsenaufsicht hervor. Nach Angaben von Business Insider sollen sich die fünf für die Listung beantragten EFTs jedoch nicht am Bitcoin-Kurs selbst orientieren, sondern am Markt der seit Dezember gelisteten Futures der CBOE und CME. Sollte die Securities Exchange Commission (SEC) den Weg für die neuen Bitcoin-Indexfonds an der Wall Street freimachen, wäre dies nicht nur Vorzeichen und Raum für nie dagewesene Börsenspekulation um den Bitcoin – es wäre ein weiterer Schritt in Richtung zwiebelschichtigen Finanz-Mainstream.

Nun auch die Wall Street: Nachdem Bitcoin im Dezember erfolgreich seinen Weg an die amerikanischen Optionsbörsen CBOE und CME mit den dazugehörigen Futures gefunden hat, will die New Yorker Börse, die New York Stock Exchange (NYSE), nun auch einsteigen und einen Schritt weiter gehen. Wie aus einem an die US-Börsenaufsicht SEC gerichteten Dokument hervorgeht, hat die NYSE vergangene Woche die Listung von fünf Bitcoin-Indexfonds, sogenannten ETFs, beantragt.

Zunächst zum Hintergrund: Unter Indexfonds oder ETFs verstehen sich im Allgemeinen Börsenanlagen, die sich auf die Wertentwicklung eines Aktien-Indexes wie des DAX  oder des Dow Jones beziehen. ETFs sind bei Anbietern oft kostengünstig erhältlich und ermöglichen es statt auf einzelnen Aktien in ganze Märkte zu investieren.

Mit sogenannten Bull- oder Bear-Futures will die NYSE es Kunden nun ermöglichen, an der Arca Börse, einer Sekundärbörse im Herzen der Wall Street, nicht auf die Bitcoin-Kurse selbst, sondern auf den Marktwert gehandelter Bitcoin-Futures zu setzen.


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Mithilfe von Kurzzeitkontrakten, entworfen vom Optionsschmied Direxion Asset, sollen Investoren so Gewinne abseits des derzeit volatilen Bitcoin-Kurses selbst erzielen können– so der Listungsantrag. Jeweils an einer Tages-Benchmark als Indexwert soll dann im Tagesrhythmus auf den Verkaufswert der CME und CBOE gewettet werden können.

Ziel dessen sei es, vor allem Investoren zu locken, die Bitcoin gegenüber selbst skeptisch sind, so die Einschätzung von Dave Weisberger, Geschäftsführer des Krypto-Netzwerkers CoinRoutes gegenüber Business Insider.

„Investoren werden diese Rendite hebelnden Produkte als einen Weg sehen, um von Preisschwankungen zu profitieren, ohne die Sicherheitsrisiken selbst Bitcoin zu kaufen […]“,

so Weisberger.

Zwar gibt NYSE an, die neuen ETFs würden “Wettbewerb für das Wohl der Investoren und des Marktes steigern, dennoch mehren sich auch kritische Stimmen. So warnt etwa Josiah Hernandez, Chefstratege von Coinsource, dem weltweit größten Anbieter für Bitcoin-Automaten, vor einer verfrühten Spekulationsschichtung.

„Derivate können besonders bei jungen Märkten wie Bitcoin bedeutsam von den zugrundliegenden Preisen abweichen. Dies ist bei Futures schon passiert. […] Darauf noch ein ETF zu entwickeln, kann das Risiko steigern, die Preisbewegung zwischen ETFs und den eigentlichen Märkten zu entkuppeln.“

So hätten die gehandelten Fonds letztlich nichts mehr mit dem eigentlichen Bitcoin-Kurs zu tun.

Bitcoin im Börsen-Mainstream

Gelingt der NYSE der Launch, bedeutet dies eine neue Ebene für die Etablierung des Bitcoin an den konventionellen Finanzmärkten – und der Trend scheint sich fortzusetzen.

Nachdem der Chicagoer Börse CBOE und CME Group der Launch der Bitcoin-Futures nahezu mühelos geglückt war, zieht das große Geld der Wall Street immer engere Kreise um den digitalen Platzhirsch. So bestätigt sich der Krypto-Hype in der Ankündigung der New Yorker Börse NASDAQ. Wie BTC-ECHO berichtet, kündigte der größte elektronische US-Börsenanbieter im Dezember an, 2018 ebenfalls Krypto-Derivate auf den Weg bringen zu wollen. Auch die US-Investmentbank Cantor Fitzgerald plant einen eigenen Bitcoin-Kontrakt für das laufende Jahr.

In europäischen Breitengraden kündigte neben der deutsche Terminbörse Eurex der britische Hedgefonds Man Group an, den Sprung ins Geschäftsneuland um die Krypto-Derivate zu wagen. Während der US-Markt sich einzuspielen scheint, macht der Trend in Europa nicht halt – allen Warnungen der europäischen Zentralbank zum Trotze.

BTC-ECHO

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