Vorsicht vor MoneroV!

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

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Quelle: Silver coin cryptocurrency MoneroV on a background of gold circuit. via Shutterstock

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MoneroV (XMV) ist eine geplante Hard Fork der privaten Kryptowährung Monero (XMR). Die Fork geht nicht vom Monero-Project aus. Es ist Vorsicht geboten.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Das Monero-Netzwerk durchlief am 6. April eine offizielle Hard Fork. Dieses Update brachte Neuerungen wie Sub-Adressen, Multi-Sig-Wallets und machte die ASICs kaputt. Doch wie so oft bleibt der Erfolg nicht ohne Trittbrettfahrer: MoneroV gibt vor, Monero noch weiter zu verbessern. Die MoneroV-Fork macht bei Block #1564965 einen Snapshot – das wird voraussichtlich am 2. Mai 2018 geschehen.

Undurchsichtige Entwicklung

Das MoneroV-Team hat bis dato (30. April) keinen Quellcode für ihre Software veröffentlicht. Allein dieser Umstand sollte ausreichen, um einen großen Bogen um das Projekt zu machen. Für Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero ist es essentiell, dass jeder den Code einlesen und bewerten kann. Die Open-Source-Natur macht das System als solches resistenter und erlaubt der Community, sich selbst von den Behauptungen zu überzeugen. Auf Anfragen wird meist mit dem Einwand reagiert, dass man nicht wolle, jemand anderes kopiere den Code und „klaue“ somit die Idee. Doch ein Blick auf Bitcoin reicht, um zu realisieren, dass es nicht nur um die Idee, sondern auch um den Netzwerk-Effekt geht.

Wer sich solche Software herunterlädt, vertraut den Entwicklern. Im Fall von MoneroV sind diese komplett anonym. Man kann nicht wissen, was im Inneren der Software passiert. So kann es möglich sein, dass es sich um Malware handelt. Gibt man seinen Seed in die Software ein, könnte dieser an das anonyme MoneroV-Team übermittelt werden, die dann die komplette Monero-Wallet (XMR) leer räumen.

„Limitierte“ Geldmenge


Ein weiterer Vorwand von MoneroV gegenüber Monero ist, dass Monero eine „unendliche Geldmenge“ hätte. MoneroV möchte das ändern. Zwar wird die Anzahl der Coins verzehnfacht (!), allerdings gibt es keine sogenannte Tail Emission. In Monero (XMR) dient die Tail Emission als Anreiz für die Miner und kompensiert für verlorene Münzen. Die Tail Emission ist allerdings fix, nämlich 0,6 XMR pro Block. Das bedeutet, dass sie prozentual zur absoluten Geldmenge immer weniger wird.

Nimmt man darüber hinaus an, dass ein gewisser Anteil an XMR über die Zeit verlorengeht, beispielsweise durch Tod oder tragische Bootsunfälle, pendelt sich die Geldmenge in einem Equilibrium ein. Bei einer jährlichen Verlustrate von 0,5 Prozent aller privaten Schlüssel würde die Geldmenge von Monero ungefähr 30 Millionen XMR erreichen, aber nicht weiter wachsen. Mit anderen Worten: Die Geldmenge in XMR ist effektiv endlich.

Nutzen auf eigene Gefahr

Dr. Philipp Giese ging bereits im Februar auf weitere Gefahren der Fork ein. Poloniex haben ebenso jüngst verlauten lassen, dass sie die MoneroV-Hard-Fork nicht unterstützen und heute alle Monero-Transaktionen unterbinden wird. Auch ich, Alexander Roos, spreche mich extrem kritisch der Hard Fork gegenüber aus. Im schlimmsten Fall verliert man seine Privatsphäre und all seine Monero – das ist es nicht wert. Die nächste offizielle Monero-Hard-Fork findet wahrscheinlich im Spätsommer 2018 statt.

BTC-ECHO


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