Monero vs. Bitmain – “Wir machen eure ASICs kaputt”

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

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Quelle: Virtual cryptocurrency and blockchain - financial technology and internet money - circuit board mining and coin Monero XMR via Shutterstock

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Mining-Hardware-Hersteller Bitmain kündigt einen ASIC-Miner für Monero an. Monero geht aktiv dagegen vor, indem der Proof-Of-Work-Algorithmus im Zuge der nächsten Hard Fork geändert wird. Warum wehrt sich Monero gegen den ASIC?
Hard Forks sind kein Fremdwort für Monero

Hard Forks sind kein Fremdwort für Monero

Das Monero-Projekt kennt sich mit Hard Forks aus: Zweimal im Jahr findet eine geplante Hard Fork statt und aktualisiert das Monero-Protokoll. Gegensätzlich zu anderen Kryptowährungen (wir erinnern uns an Bitcoin Cash) bewirken Hard Forks in Monero keine Spaltung der Community.

Eine Hard Fork bedeutet eine nicht abwärts kompatible Codeänderung.

Netzwerkteilnehmer müssen ihre Software updaten; alle anderen werden auf der alten Chain zurückgelassen, für die das Monero-Team auch nicht weiter entwickelt.

Die nächste Hard Fork Ende März kommt also nicht überraschend. Für Aufruhr sorgte hingegen die Bitmains Ankündigung von XMR-ASIC-Minern.

ASICs zentralisieren das Mining

Recap: Monero ist eine Crypto-Note-Kryptowährung. Anno dazumal argumentierte N. v. Saberhagen im Crypto-Note-White-Paper, dass der Advent von ASIC-Minern das Mining zentralisiert. Die Einstiegshürde ins Mining steigt massiv (ASICs sind teuer) und ASIC-Hersteller bieten einen Single Point of Failure. Die Philosophie ist, dass jeder minen können soll – je dezentraler, desto besser. Im Mining-Algorithmus, Cryptonight, manifestiert sich der Ansatz: Mit Absicht ist der Algorithmus so gestaltet, dass sich ASIC-Mining nicht lohnt.

Theorie dahingestellt – Bitmain hat es geschafft, einen ASIC für Monero zu entwickeln. Eine massive Bedrohung für den Use-Case der puren Kryptowährung.

Monero schlägt zurück

Monero möchte eine dezentrale Kryptowährung sein. Dafür müssen möglichst alle Aspekte – Mining, Developement, Nodes etc. – dezentralisiert sein. Monero-Lead-Maintainer Fluffypony äußerte sich bereits in der Vergangenheit: “We will break your ASIC“. Monero wehrt sich gegen ASICs, indem sie deren Entwicklung unwirtschaftlich machen.

Einen ASIC zu entwickeln ist nicht günstig. Es erfordert monatelanges Forschen und Experimentieren. Der ASIC ist dann für einen bestimmten Proof of Work optimiert. Moneros Verteidigung: eine Änderung im Proof-of-Work-Algorithmus. Die hochleistungsfähigen ASICs verkümmern dadurch zu Briefbeschwerern. Nachträglich umprogrammieren lassen sich die Maschinen nicht. Der Monero-ASIC müsste von Null ab neuentwickelt werden.

Genau so eine Änderung im Proof-of-Work-Algorithmus wird in der nächsten Monero-Hard-Fork eingeführt -ASIC ade.

Was passiert nach der Hard Fork?

Nach der Hard Fork fällt die Hashrate wahrscheinlich drastisch. Wer den Nachrichten folgt, weiß, dass Monero gerne von sogenannten Bot-Netzen geschürft wird (Computer, die mit Maleware zum Minen gezwungen werden). Die Bot-Netze werden durch die Hard Fork erstmal ausgeschaltet. Die Hacker müssen dann die Mining-Software auf den infizierten Rechnern updaten. Gute Aussichten für jeden Hobby-Miner – die Chance, im Solo-Mining einen Block zu finden, ist relativ hoch.

Die Bitmain-ASICs kommen nicht zum Einsatz. Das früheste Lieferdatum liegt weite hinter der Hard Fork, am 28.3.2018. Die Hardware kann dann noch für monero-ähnliche Kryptowährungen wie Bytecoin (BCN) und Electroneum (ETN) eingesetzt werden.

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